Da show her

Keine Fashionshows und die viele Fashionshops geschlossen. Und nun?

Luxuslabels wie Gucci und Moschiono verstehen es mit jeder Kollektion besser, sich im digitalen Raum zu präsentieren.

Das muß auch nicht immer Video sein, wie Bottega Veneta, die neulich erst sämtliche ihrer SoMe-Kanäle dichtgemacht haben, mit der ersten Ausgabe ihres Onlinemagazins Lookbooks Issued beweisen.

Manchmal, wie bei Saint Laurent, reicht es allerdings selbst dann nicht, wenn Jim Jarmusch Regie führt und Julianne Moore, Chloë Sevigny sowie Charlotte Gainsbourg mitspielen.

Erzähl nich!

Oh Mann, wie viele persönliche Newsletter nach ein paar Ausgaben zu so rummeinenden Labertapeten werden, die pflichtschuldigst ihren Senf zu allen in der zurückliegenden Woche durchs global village getriebenen Themen dazugeben. Da denkt man sich: Hast Du keine Freunde Findest Du keine Gesprächspartner, mit denen Du diesen ganzen Kram diskutieren kannst?

„Get a podcast!“ ist das gar nicht mehr so neue „Get a blog!“

Ad Favs again

Ich sollte mal wieder was zum Thema Werbung erzählen, ist ja meine Arbeit. Damit das kein trockener Vortrag wird, habe ich eigentlich nur ein paar Beispiele gezeigt, die mir persönlich gefallen. Und dazwischen kurz erzählt, was alle diese (nicht mehr ganz taufrischen, aber immer noch eindrucksvollen) Spots eint.

Das habe ich natürlich auch direkt genutzt, um eine weitere Alternative zu Powerpoint auszuprobieren. Bin soweit ganz angetan von Pitch.

verfilmt

AI ist immer noch mehr Hype als Substanz, das gilt auch fürs Schreiben. Predictive Textgenerierung mit GPT-3 erreicht zwar mittlerweile ein beachtliches Niveau, aber die Mustererkennung und -anwendung ist – trotz erfolgreich platzierter Neologismen wie „deep learning“ – immer noch weit von „künstlicher Intelligenz“ entfernt. Menschen schreiben die Algos, Menschen wählen das Anschauungsmaterial aus, etc. Trotzdem kann ich anerkennen, wenn da am Ende was Lustiges bei rauskommt.

Noch geiler als diese Bitcoin-Sache selbst fand ich die Tatsache, daß fast alle „Jay-Z und Twitter-CEO Jack Dorsey investieren gemeinsam…“ schlagzeilten – nur Tech-Sites wie The Verge haben das natürlich andersrum formuliert: „Dorsey und der Rapper Jay-Z…“ Und meine Lieblingsheadline zu dem ganzen Börsen-Bullshit vor zwei Wochen ist: What teen investors learned from the GameStop frenzy.

Heldentatsächlich

Kann man so sagen, muß man vielleicht sogar. Weil es ja die Wahrheit ist.

Aber wie sie dann alle darauf einprügeln. Fühlen sich angegriffen, weil in der Bude hocken und nichts tun einen eben nicht zum Helden macht, auch wenn die Werbung ihnen das versprochen hat. Da hilft auch kein selbstvergewisserndes Schulterklopfen privilegierter Home-Officers, während sie mantra-artig „Action Bias“ vor sich herwiederholen.

Denn natürlich schwingt bei „keine Leistung“ ein gewisser Unterton mit. Es ist nicht bloß Beschreibung der Situation, sondern klingt wie ein Vorwurf. Und weil besonders Social Media kaum Dazwischen zulässt, finden sich schnell ein paar Clicktivisten, die sich diesen Schuh auch gerne anziehen. Dabei muß man gar nicht systemrelevant sein, um als unverzichtbar angesehen zu werden. Bzw. sich selbst dafür zu halten. Wenn man schon nicht an der Impforganisation oder in der Intensivstation direkt mitarbeitet und Corona an vorderster Front bekämpft, dann wenigstens jeden Tag einen neunmalklugen Tweet ablassen, um sich auf der richtigen zu Seite zu wissen.

„You’re either part of the solution or you’re part of the problem. There is no middle ground.“

Ich habe immer gedacht, der Spruch sei aus einem Rambo-Film. Jetzt überlege ich, warum Holger Meins den Satz zu „entweder du bist ein teil des problems oder du bist ein teil der lösung“ bei der Übernahme von Eldridge Cleaver umgedreht hat.

Und wie hängt das mit Kirchenvater Augustinus zusammen?