Keine Befehle, aber…

Hinweise und Anregung zu zwei in den letzten Woche mit Gewinn gelesenen Artikeln. Der erste aus der auch sonst meist sehr einsichtigen Vox-Rubrik „The Goods“:

The current state of alt fashion is the outcome of 2020s late-stage capitalism’s limitless manufacturing possibilities and a veritable ocean of content, inadequately sourced and dated thanks to a Tumblr- and Pinterest-inspired archival conundrum.

Is anything cool anymore? hat nicht nur so name-dropping Besserwisser-Shit zu bieten, sondern liefert auch schlagwörtlich ein paar quotable Oneliner wie die hier:

Today, our particular likes are even more than a shorthand for an identity, they are the identity itself.

The great American cool is nearly dead, slipping out of the grasp of Gen Z, who seem too busy being themselves to care.

Consumer identity is old news when everything is cheap and available, and everyone is buying.

Und noch einer: Real Life über „the cost of frictionless shopping“, den Landfraß der durch eCommerce boomenden Logistikbranche:

It has little to do with aesthetics. Rather its function is obfuscation, a wager that the less consumers see, the less they care — about labor practices, environmental damage, the commodification of land (…) the tech industry prefers that we imagine a sci-fi world dominated by algorithms and AI, automated and robotic, than see the reality of human labor powering it.

A Shopper’s Heaven

verkracht & existent

EurotrashEurotrash by Christian Kracht
My rating: 4 of 5 stars

Der Roman ist selbstredend nicht so (darf man sagen?:) gut wie der Vorgänger. Gelesen habe ich trotzdem auch sehr gerne, aber ich bin ja auch Fan von Spielchen mit der vierten Wand, Intertextualität und so. Ein paar wirklich gelungene Szenen sind drin, wirkt jedoch nicht durchkomponiert, eher wie eine Fingerübung.

Und erinnert nur mich der Titel an Goetz‘ Abfall für alle?

Speicherstellen

Kaum habe ich in einem der letzten Blogposts nebenbei erwähnt, daß ich für das Abspeichern interessanter/relevanter Links (seit mittlerweile zehn Jahren, wie ich gerade feststelle) Diigo nutze, da poppt das ganze Thema Bookmarking1 an mehreren Stellen wieder mal auf.

Vor allem Readwise2 hat es mit der Ankündigung etlicher neuer Features in der letzten Mail aufs Tableau gebracht. So gerne ich den Service auch nutzen würde – er ist mir einfach zu teuer. 5€/Monat zahle ich nicht einmal für die New York Times. Vor allem, weil es da nicht aufhören würde: Am Ende zahlt man dann noch für sich ganz gut anlassende Services wie Command und Memex, weil ja alles miteinander so gut integrierbar ist.

Instapaper ist und bleibt die einzige App, die mir ein Abo wert ist. Wenn mir jemand eine bessere Art als Digested zeigen kann, um gratis Highlights und Notes aus meinen iBooks zu bekommen, dem würde ich einen großen Kaffee spendieren. (Aber sagt bitte nicht Kindle.)

1 Das unterste Widget in meiner Sidebar zeigt übrigens immer die aktuellsten drei Diigo-Saves an.
2 Euer neues Logo gefällt mir auf den ersten Blick leider nicht. Sieht für mich nach abgeblätterter Republik aus.