Apropos Machbarkeit

Eins noch zur #BTW21, dann halte ich auch die Klappe, bis die neue Regierungskoalition steht. Aus der Wahlwerbe-Rezension auf jacobin.de:

Eine unheimliche Anziehung scheint die Allerweltsvokabel »machen« parteiübergreifend auf einen autoritären Menschenschlag auszuüben, der sich wiederum selbst als »Macher« bezeichnen würde.

Wann genau der Artikel erschienen ist, kann ich nicht sagen, denn wenn ich ihn jetzt aufrufe, ist er mit dem heutigen Datum versehen. Instapaper sagt, ich hätte ihn „1 week ago“ gespeichert, also wohl auch dann gelesen. Auf jeden Fall kannte ich ihn nicht, als ich vor einem Monat das hier getwittert habe.

(Mein Sohn meint übrigens, „twittern“ sagen nur alte Leute, das würde „tweeten“ heißen.)

Filmreife Leistung

Allegro PastellAllegro Pastell by Leif Randt
My rating: 5 of 5 stars

Auf einer Plattform namens GOODreads braucht man ein Buch ja nicht zu rezensieren. Stattdessen einfach mal Props an den Autor dafür, die Handlung seines Romans in den Gebieten gleich zweier Landesmedienanstalten spielen zu lassen – plus EU-Gelder für den Trip nach Portugal kommt da sicher ein ordentliches Fördersümmchen zusammen.

Nur eine Bitte hätte ich an die Produktionsfirma Walker+Worm, die sich die Filmrechte gesichert hat: Nicht in Schweighöfers Wunsch nach Umbenennung der Jerome-Figur einwilligen. Danke!

Related read über How TV Adaptations Are Changing Fiction in The Atlantic.

Keine Befehle, aber…

Hinweise und Anregung zu zwei in den letzten Woche mit Gewinn gelesenen Artikeln. Der erste aus der auch sonst meist sehr einsichtigen Vox-Rubrik „The Goods“:

The current state of alt fashion is the outcome of 2020s late-stage capitalism’s limitless manufacturing possibilities and a veritable ocean of content, inadequately sourced and dated thanks to a Tumblr- and Pinterest-inspired archival conundrum.

Is anything cool anymore? hat nicht nur so name-dropping Besserwisser-Shit zu bieten, sondern liefert auch schlagwörtlich ein paar quotable Oneliner wie die hier:

Today, our particular likes are even more than a shorthand for an identity, they are the identity itself.

The great American cool is nearly dead, slipping out of the grasp of Gen Z, who seem too busy being themselves to care.

Consumer identity is old news when everything is cheap and available, and everyone is buying.

Und noch einer: Real Life über „the cost of frictionless shopping“, den Landfraß der durch eCommerce boomenden Logistikbranche:

It has little to do with aesthetics. Rather its function is obfuscation, a wager that the less consumers see, the less they care — about labor practices, environmental damage, the commodification of land (…) the tech industry prefers that we imagine a sci-fi world dominated by algorithms and AI, automated and robotic, than see the reality of human labor powering it.

A Shopper’s Heaven

Die passende Lektüre

Als deutschem Erdenbürger von Köln wäre mir regional zu Indie und global zu Mainstream.

Um welche Nation es sich dabei handelt, ist mir egal.

Speicherstellen

Kaum habe ich in einem der letzten Blogposts nebenbei erwähnt, daß ich für das Abspeichern interessanter/relevanter Links (seit mittlerweile zehn Jahren, wie ich gerade feststelle) Diigo nutze, da poppt das ganze Thema Bookmarking1 an mehreren Stellen wieder mal auf.

Vor allem Readwise2 hat es mit der Ankündigung etlicher neuer Features in der letzten Mail aufs Tableau gebracht. So gerne ich den Service auch nutzen würde – er ist mir einfach zu teuer. 5€/Monat zahle ich nicht einmal für die New York Times. Vor allem, weil es da nicht aufhören würde: Am Ende zahlt man dann noch für sich ganz gut anlassende Services wie Command und Memex, weil ja alles miteinander so gut integrierbar ist.

Instapaper ist und bleibt die einzige App, die mir ein Abo wert ist. Wenn mir jemand eine bessere Art als Digested zeigen kann, um gratis Highlights und Notes aus meinen iBooks zu bekommen, dem würde ich einen großen Kaffee spendieren. (Aber sagt bitte nicht Kindle.)

1 Das unterste Widget in meiner Sidebar zeigt übrigens immer die aktuellsten drei Diigo-Saves an.
2 Euer neues Logo gefällt mir auf den ersten Blick leider nicht. Sieht für mich nach abgeblätterter Republik aus.