kommt zu nix

Hier als Liste, weil ich einfach nicht die Zeit finde, das Thema in der ihm gebührenden Ausführlichkeit zu behandeln. Da ruft ein lockerer Einstieg per Video doch wie gekommen.

Dieser sowie die folgenden Links verstopfen mitunter seit Monaten die vordersten Plätze der Tableiste meines Browsers. Mit dabei: die TAZ gleich im Doppelpack. Erstens hat sie anläßlich des Deutschlandstarts des Vice-Newsportal „Broadly“ bereits vor mehr als einem Jahr etwas grundsätzlicher über Leseangebote für Frauen geschrieben. Und zweitens sind Geschlechterrollen Hauptthema beim Interview mit der „Mädchen“-Chefredakteurin.

Wer es noch etwas systemkritischer mag, dem sei der Artikel „Werbung mit bitterem Beigeschmack“ aus der sozialistischen Zeitung ND ans linksschlagende Herz gelegt. Und nur falls man glaubt, für sowas seien nur große Konzerne von oben herab verantwortlich, dem schiebe ich noch „No Sex, Please — We’re Domestic Goddesses“ hinterher – vor fast fünf Jahren ist Laura Sandler nämlich schon aufgefallen, daß insbesondere weibliche Online-Influencer um Penislängen prüder sind als etwa Printveteraninnen wie Cosmopolitan & Co.

Passend dazu auch ein Radiobeitrag des DLF über Geschlechterklischees in der YouTube-Szene. Falls man keinen Bock hat, sich das anzuhören, dann findet man dort auch das Skript zur Sendung.

Und zum Schluß noch ein Link zu Broadly selbst, die darüber berichten „wie eine Frauenseite rechte Propaganda als weibliche Selbstermächtigung verkauft“.

Ritter unsportlich

Okay, wir haben einen Claim Slogan mit einem Bekanntheitsgrad von 90 % und einer laut Umfrage (von 2005) „hohen Übereinstimmung zwischen dem Produktversprechen und den tatsächlichen Produkteigenschaften, was wiederum die Glaubwürdigkeit und Sympathie fördert.“
Frage: Was können wir dem hinzufügen, um diese tighte Message etwas beliebiger und mehr schwammig zu machen?

Die Schokolade?

Was der neue Marketingleiter eigentlich meinte: Produktinnovationen, schön und gut. Aber wie kann ICH denn hier meine Duftmarke hinterlassen, wenn ich den seit 1970 unverändert bestehenden Slogan nicht antasten darf?

Kaufflausch

Eine Websuche nach „collect experiences not things“ ergibt Unmengen von Treffern. Doch trotz Minimalist Living, Unclutter-Trend und dem ganzen Less-is-more-Rotz ist das System Kapitalismus seltsamerweise noch längst nicht am Ende.

Im Gegenteil, es ist ja anpassungsfähig. Stumpfe Einkaufstouren sind out, es muß mindestens Eventshopping sein. Da treffen klotzige Malls draußen auf der grünen Wiese nicht mehr den Zampano1 der Zeit. Urban ist angesagt.

Was @tante sagt. Bzw. was dem stationären Handel gegen die Online-Konkurrenz so einfällt. Oder andersrum.

Derweil testet der amerikanische Modehändler Nordstrom ein neues Store-Concept, bei dem gar keine Kleidung vor Ort. Bis die vom Kunden zusammen mit einem Stylingberater ausgewählten Klamotten zur Anprobe geliefert werden, kann man sich in der store-eigenen in Kauflaune saufen.

Rettungsunfallschirm

Die Nachricht, daß ein chinesisches Regenschirm-Sharing-Startup binnen Wochen nahezu sämtlicher seiner 300.000 Schirme verlustig gegangen ist, hat ja schon vor einigen Wochen die Runde gemacht.

Ich wollte hier nur mal kurz festhalten, daß ich mich seit Jahren mit der Idee für ein ähnliches System rumschleppe. Nur, daß es werbefinanziert funktionieren würde. Der Regenschirmstoff wäre also gebrandet, die Schirme somit eine Art Giveaway. Ausleih-, okay: Mitnahme-Stationen an Bahnhöfen und großen Haltestellen. Irgendwann hätten die Leute wohl genug Werbeschirme zu Hause, daß sie vielleicht auch mal den einen oder anderen wieder in die – ebenfalls mit Werbung zugepflasterte – Station zurücklegen würden. Deren Stoff könnte man dann wieder mit neuen Kunden-Designs bedrucken. Und so weiter.

Genau durchgerechnet habe ich das natürlich nie. Und noch nicht einmal damit angefangen, einen Businessplan dafür zu schreiben. Und das werde ich wohl auch nicht.