Ritter unsportlich

Okay, wir haben einen Claim Slogan mit einem Bekanntheitsgrad von 90 % und einer laut Umfrage (von 2005) „hohen Übereinstimmung zwischen dem Produktversprechen und den tatsächlichen Produkteigenschaften, was wiederum die Glaubwürdigkeit und Sympathie fördert.“
Frage: Was können wir dem hinzufügen, um diese tighte Message etwas beliebiger und mehr schwammig zu machen?

Die Schokolade?

Was der neue Marketingleiter eigentlich meinte: Produktinnovationen, schön und gut. Aber wie kann ICH denn hier meine Duftmarke hinterlassen, wenn ich den seit 1970 unverändert bestehenden Slogan nicht antasten darf?

Kaufflausch

Eine Websuche nach „collect experiences not things“ ergibt Unmengen von Treffern. Doch trotz Minimalist Living, Unclutter-Trend und dem ganzen Less-is-more-Rotz ist das System Kapitalismus seltsamerweise noch längst nicht am Ende.

Im Gegenteil, es ist ja anpassungsfähig. Stumpfe Einkaufstouren sind out, es muß mindestens Eventshopping sein. Da treffen klotzige Malls draußen auf der grünen Wiese nicht mehr den Zampano1 der Zeit. Urban ist angesagt.

Was @tante sagt. Bzw. was dem stationären Handel gegen die Online-Konkurrenz so einfällt. Oder andersrum.

Derweil testet der amerikanische Modehändler Nordstrom ein neues Store-Concept, bei dem gar keine Kleidung vor Ort. Bis die vom Kunden zusammen mit einem Stylingberater ausgewählten Klamotten zur Anprobe geliefert werden, kann man sich in der store-eigenen in Kauflaune saufen.

Rettungsunfallschirm

Die Nachricht, daß ein chinesisches Regenschirm-Sharing-Startup binnen Wochen nahezu sämtlicher seiner 300.000 Schirme verlustig gegangen ist, hat ja schon vor einigen Wochen die Runde gemacht.

Ich wollte hier nur mal kurz festhalten, daß ich mich seit Jahren mit der Idee für ein ähnliches System rumschleppe. Nur, daß es werbefinanziert funktionieren würde. Der Regenschirmstoff wäre also gebrandet, die Schirme somit eine Art Giveaway. Ausleih-, okay: Mitnahme-Stationen an Bahnhöfen und großen Haltestellen. Irgendwann hätten die Leute wohl genug Werbeschirme zu Hause, daß sie vielleicht auch mal den einen oder anderen wieder in die – ebenfalls mit Werbung zugepflasterte – Station zurücklegen würden. Deren Stoff könnte man dann wieder mit neuen Kunden-Designs bedrucken. Und so weiter.

Genau durchgerechnet habe ich das natürlich nie. Und noch nicht einmal damit angefangen, einen Businessplan dafür zu schreiben. Und das werde ich wohl auch nicht.

Nachbarschaf

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, über den Horizont-Artikel zur McDonald’s Lieferservice-Werbung herzuziehen. Zur Deutschgrottigkeit der „Webserie“ selbst hat sich schon jemand anderes geäußert.

Gaulands Äußerung liegt tatsächlich bereits mehr als 14 Monate zurück.

Kontext: Kritik an Coral. Dazu habe ich ja schon was gesagt. Doch vielleicht erklärt mir Lisa Gondorf die minimalen Unterschiede ihrer beiden Artikel zum Thema auf Meedia und Absatzwirtschaft? (Ja, ich weiß, daß beide Websites zum Handelsblatt gehören.)

Mit „gerade“ meint Nilz übrigens Anfang April. Geschenkt, das ist hier nicht der Punkt.

Laut Sprecher 🔈🔉🔊

Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Spotify Outdoor Ad Campaign vom Ende letzten Jahres. Viele haben gesagt, das wäre ja mal ein origineller Ansatz, um aus plattformeigenen Datensätzen Insights zu generieren und diese in kreative Execution zu überführen. Ich fand die Kampagne ja eher überwachungsmäßig creepy.

Die neuen OOH-Motive, die seit einigen Tagen in der hiesigen ÖPNV-Gegend rumhängen, sind allerdings noch schlimmer als ein paar vage Stalker-Assoziationen. Ich habe allein gestern drei verschiedene CLPs gesehen. Alle schön bunt, aber eine Headline schlimmer als die andere.

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Lokalpatriotismus geht immer, besonders in Köln. Das hat man sich am deutschen Standort im fernen Berlin wohl so gedacht. Zumal die doch auch so eine eigenständige, untote lebendige Musikkultur haben. Hier also die inoffiziellen Kölschen Spotify-Charts1, Stand Juli 2017:

  1. Brings – Polka, Polka, Polka: 3.693.931
  2. Cat Ballou – Et jitt kein Wood: 3.066.732
  3. Höhner – Viva Colonia: 2.624.645
  4. Kasalla – Pirate: 2.572.064
  5. Querbeat – Nie mehr Fastelovend: 2.173.931
  6. Bap – Verdamp lang her: 1.510.625

Daß hier in Köln jeder zweite mit (eben:) „Köln“ wirbt, ist vielleicht nicht ganz bis tief in den Osten gedrungen. Nicht nur regionale Unternehmen, sondern auch große Strom-, Auto-, Zigaretten-, Schnaps-, und Wasweißichnichtalles-Anbieter haben sich bereits auf diese Unart um Aufmerksamkeit bemüht.2

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Ich fahre auch nur zum Arbeiten nach Düsseldorf, einen anderen Grund gibt es für mich nicht. Aber mit mehr als einem Motiv auf das Klischee der rheinischen Städtefeindschaft abzuzielen, das dann aber noch einmal doppelt schwach. Ob Spotify in anderen deutschen Städten gerade mit nordischen Shantychören oder bayrischer Blasmusik wirbt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Nachschlag // Die Kampagne von Spotify (W&V) läuft in neun deutschen Städten.

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Gerade erst gesehen // Echo und Music Unlimited: Warum Amazon mit bekannten Songzeilen Outdoor-Werbung macht. Finde ich um einiges gelungener.