Was interessieren mich Deine patriotischen Seeadler von gestern?

American Football ist mir sowas von einerlei. Ich habe daher den Superbowl XLIX nicht gesehen und weiß auch nicht, welche Mannschaft gewonnen hat. Endlose Witzchen, entlegene Fakten etc. – das können die Sozialmedien. Aber ein amtliches Endergebnis wird in den seltensten Fällen getwittert.

Wofür das Internet allerdings gut ist (schließlich arbeite ich in der Werbung): sich einen halben Tag später die geschalteten Spots zum Spektakel anschauen zu können. Und mein Favorit ist tatsächlich T-Mobile.

Die agieren ja auf dem US-Markt verständlicherweise ein wenig anders als in Deutschland.

Obwohl mich der dritte TVC in der Reihe (Geier) doch sehr an das fonic-Lama erinnert; vielleicht noch mit einer Prise Skittles verfeinert.

Manchmal klappert’s

Und manchmal nicht. Das gehört zum Handwerk. Beispiel gefällig? Hier, Edeka/JvM haben ja in letzter Zeit einiges richtig gemacht: Kiffer, Supergeil, Kassenschlagermusik. Wobei die letzte Nummer schon nicht mehr ganz mein Fall gewesen ist; etwas zu gewollt, bißchen zu gestellt und ein ganzes Stück zu lang. Doch wenn man soviel Arbeit in eine Sache gesteckt hat, dann vertragen sich Stolz und Schere eben schwer. Letztendlich ist das Geschmackssache, ich bin ohnehin nicht so der Freund von Weihnachtskitsch.

Daß der neue Spot mit Scooters H.P. Baxxter sowas von drüber ist, steht aber wohl bei jedem außer Frage. // Andere Baustelle // Dann liest man diesen Artikel und denkt auf der Hälfte der Lesestrecke (also nach Anblick des ersten Videos): “Für diese Durchschnittsware mussten zwei renommierte Agenturen ein eigenes JointVenture Gründen?” Bis ich mir den zweiten Spots fürs Kino angesehen habe. Der ist wirklich so gut, daß ich mir die Wortspielclownerei mit ‘Lachnummer’ spare.

Ad of the Day: McDonald’s Refreshes ‘I’m Lovin’ It’ and Suddenly Feels a Lot Like Oreo | Adweek

innere Schweinewunde

Wenn Läden meinen, ihre Waren besonders pfiffig anpreisen zu müssen, dann bestelle ich die auch genau so. Bei Ditsch ordere ich keine Brezel, sondern »Ihren Klassiker«. Statt eines Kaffees zum Mitnehmen beauftrage ich die meist peinlich berührte Thekenkraft damit, mir einen »mobilen Muntermacher« einzuschenken.

Das tue ich meist erkennbar ironisch, weil es mir nicht gelingen will, eine solche Bestellung im allerernstesten Tonfall vorzubringen. Mißlingt der Versuch, sehe ich mich zum Hinterherschub eines übertriebhaft künstlichen Lachens gezwungen; das ist ja noch schlimmer.

Hier könnte Ihre Werbung stehen!

Bei all meiner diesbezüglichen Arschlochhaftigkeit – was kann schließlich die 400€-Aushilfe für die Verfehlungen der Marketingabteilung irgendeines Franchiseriesen – bilde ich mir ein, so ein wenig systematische Auswüchse an der Wurzel anzuprangern. Und ein Stück weit Selbstkritik zu üben; ich arbeite schließlich in der Werbung.

Mr. Anderson

Kleiner Servicepost für die Leser des fünften Heftes von »Pop. Kultur und Kritik«. Falls Sie dort auf den Seiten 52-56 den Artikel Werbe-Stil von Dietmar Kammerer gelesen haben, dann finden Sie untenstehend sämtliche TV-Commercials, auf die sich der Text bezieht.

Sollten Sie diesen Artikel nicht gelesen haben, können Sie sich die in der Mehrzahl recht unterhaltsamen Werbespots des Regisseurs Wes Anderson selbstverständlich trotzdem anschauen.

Ich habe keine Ahnung, ob die Spots chronologisch geordnet sind oder sonst einer systematischen Anordnung folgen. Ich habe sie hier einfach so aufgereiht, wie sie im Text vorkommen.

Und bitte, die mangelnde Qualität einiger der Clips zu entschuldigen. Ich habe sie wirklich nur eben hektisch in der Mittagspause zusammengegooglet. (Falls jemand bessere Exemplare findet: gerne als Hinweislink in den Kommentaren.)

Was soll ich zu Kammerers Artikel schreiben, wenn selbiger nicht zur Lektüre online steht? Er bedient sich für theoretische Überlegungen zum Thema Werbung einzig bei Roland Barthes.

Nur eine kurze Anmerkung: Ob man als Auftragsarbeiter ohne erkennbar eigene Handschrift wirklich schlechter im Werbegeschäft ist, möchte ich zumindest bezweifeln.

Der Spot mit Robert De Niro ist immerhin von Martin Scorsese inszeniert worden. Die Credits für den mit Kate Winslet finden sich hier. Beide können kaum mit Andersons Werk mithalten.

Ich habe die TVCs auch in einer Playlist zusammengefasst, damit man sie sich am Stück ansehen kann. Darin enthalten sind allerdings nicht diese Zugaben:
Wes Anderson’s Stop-Motion Sony Xperia™ TV Ad – “Made of Imagination” – YouTube
Wes Anderson: SoftBank Commercial with Brad Pitt – YouTube
Wes Anderson and Roman Coppola’s Stella Artois Commercial – YouTube
American Express M. Night Shyamalan (My Life, My Card) – YouTube
American Express – My Life. My Card. Ken Watanabe – YouTube

Rotlicht



Bei der Spielerei oben im Video mußte ich gleich an die Ampel Ubrierring, Ecke Mainzer Straße denken. Als ich das nächste Mal dort vorbeiging, war deren Lichtmodifikation allerdings bereits wieder entfernt worden. Aber zumindest von der beherzten Rotphase habe ich auf koelle-live.de/ noch ein Photo gefunden. Gelb- und Grünleuchten sahen ebenfalls anders aus. Sprechblase und/oder…? Ich kann mich leider nicht mehr erinnern.