90 % des Artikels habe ich dann doch wieder gelöscht, bevor ich auf „publish“ geklickt habe.

Amazon-Ads all over breitbart.com – da muß ich wohl froh sein, die meisten meiner Weihnachtsgeschenke vor Tagen zufälligerweise woanders geordert zu haben. Fühle mich gleich als viel besserer Mensch.

#keingeldfürrechts

Am geilsten sind übrigens Unternehmen, die entsetzt so tun, als hätten sie gerade erst durch Hinweise aus der Bevölkerung davon erfahren, daß ihre Bannerwerbungen auf rechten Websites laufen. Firmen, die Trumps Wahlkampf mit hohen Summen unterstützt haben.

Frau im Spiegel

Der Spiegel greift online das Thema Schleichwerbung von Pharmafirmen in Frauenmagazinen ziemlich breit auf. Neben dem eigentlichen Artikel dazu gibt es eine ganze Reihe beispielhafter Produktnennungen sowie einen eigenen Text zur Datenanalyse. Und eine Bilderklickstrecke darf natürlich auch nicht fehlen. Ganz schön viel Holz.

Schnell stehen die Kritiker von verschiedensten Seiten mit Häme parat. Die einen verweisen indirekt auf das Geschäftsmodell der Spiegeltochter bento.de, die anderen beklagen die willkürliche Auswahl des Untersuchungsgegenstands. Und eine dritte Gruppe freut sich fast über die Relativierung von Sündenfällen im Influencer Marketing.

Einschub // soweit ich das sehe, hat man bei SpOn lediglich Printausgaben von Für Sie, Brigitte Woman, Lisa, Bella etc. unter die Lupe genommen. Vielleicht interessiert mich das Thema nicht nur als (momentan vorwiegend klassischer) Werber auch deshalb besonders, weil ich mich neulich den Websites einiger dieser Zeitschriften gewidmet habe. // Ausschub

standderwerbung

Auch in den Kommentaren unter den SpOn-Artikeln wird nicht mit Hohn und Spott gespart. Tenor: Schleichwerbung in Klatschmagazinen? Superinvestigativ, erzählt uns was Neues… Oder es heißt: Nicht nur Medikamente, auch die privaten TV-Sender und erst das Internet… Dabei hat der Spiegel recht, wenn er an einer Stelle „es ist ein Unterschied, ob sich Frauen aufgrund solcher Platzierungen etwas Lidschatten kaufen oder ein Mittel gegen Tinnitus“ schreibt.

Nicht ohne Grund gelten für Medikamentenwerbung strengere Regelungen als für einfache Konsumprodukte. Prinzipiell okay, niemand möchte Massenabhängigkeiten von Pharmazeug. Das aber wiederum führt natürlich dazu, daß rezeptfreie Mittelchen ungleich stärker beworben werden. Besonders deutlich wird das beim letzten Artikel dieses Spiegel-Dossiers, einem Interview zr Homöopathie-Berichterstattung. Bloß weil sie „Alternativmedizin“ heißt, verzichtet sie doch nicht auf überdosierte PR-Tricks und Marketingkniffe.

erben und versaufen

Gerade eben wollte ich mich darüber mokieren, daß man auf dieser W&V-Unterseite den Content vor lauter Bannern nicht findet. Wie der Screenshot zeigt, kann man ohne zu scrollen gerade einmal die Überschrift lesen.

Zur besseren Auffindbarkeit habe ich die Headline „Kreativstar Maria Garcia Campos: Werbung wird sterben“ mit einem roten Kästchen markiert.

Oh, the irony.

Zum Glück habe ich gezögert. Denn beim Lesen des Textes ist mir aufgefallen, daß es natürlich einen Aufhänger für die Veröffentlichung dieses Interviews gibt. Campos wird nämlich auf einer demnächst anstehenden Konferenz sprechen. Womit man die ganze Nummer hier als effektheischeriche Promo verstehen kann.

Now playing: Ad Boys 4 Life (Kuschelrock-Promo).

digital marketing quappsch & co.

Wenn ich InvestigativQualitäts… Techjournalist wäre, würde ich ja mal die zitierten App-Rezensionen auf den verschiedenen Länderseiten von WHERE TO? miteinander vergleichen. Beste:

I used this app on a 1200 mile car trip and it found all I needed using my thumb while driving (gas, food, tire repair). Great app! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das findet sich tatsächlich so auf der US-Website. Liest sich ja fast, als wäre im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Smartphonenutzung am Steuer erlaubt. Auf der deutschen Site findet es sich nicht. Die ist allerdings auch keine wörtliche Übersetzung: Während US von „an easy, fun new way“ spricht, heißt es auf D „intelligente, lokale Suche“. US sagt „no typing or map-reading skills required“, bei D wird „Reiseführer“ auf den letzten beiden Silben betont.

Eine wirklich beeindruckende Leistung! Selbst hier oben in Norwegen wird die letzte Pizzabude hinterm allerletzten Felsen gelistet! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Spezifische Ansprachen hin oder her – für eine Nachspürreportage durch die 130 deutschsprachigen App-Rezis fehlt mir die Zeit zum Gegencheck, ob das nicht doch eine Hinübersetzung aus dem Norwegischen ist.

(Wohin? Triff mich morgen http://dmexco.de.)