Erzähl nich!

Oh Mann, wie viele persönliche Newsletter nach ein paar Ausgaben zu so rummeinenden Labertapeten werden, die pflichtschuldigst ihren Senf zu allen in der zurückliegenden Woche durchs global village getriebenen Themen dazugeben. Da denkt man sich: Hast Du keine Freunde Findest Du keine Gesprächspartner, mit denen Du diesen ganzen Kram diskutieren kannst?

„Get a podcast!“ ist das gar nicht mehr so neue „Get a blog!“

Hab ich gehört

Der sehr gute Maler Oskar Kokoschka hat ein ziemlich schlechtes Theaterstück namens Mörder, Hoffnung der Frauen geschrieben. Das soll demnächst als „Podcasts, Hoffnung der Blogger“ für die sogenannte Gegenwart adaptiert werden.

5PR3 cover

Die Geschäftsführerin von BAS11, Emily Unverwandt, trat derweil Gerüchten entgegen, der Chemiekonzern wolle durch die Übernahme irgendeines Labels in den Audiomarkt einsteigen.

Auf taube Ohren

Das Thema Podcast hatte ich ja neulich schon einmal in einer Zitatwiedergabe verwurstet, weil ich den bereits etwas länger anhaltenden, dabei kaum abflauenden Hype darum so überhaupt nicht nachvollziehen kann. (Aber ich fand Hörbücher auch schon vor neun Jahren scheiße.)

„Spotify is spending up to $500 million on podcast startups including Gimlet, Anchor“ – Recode

Kann natürlich sein, daß der MusicStreamer sich nach der endgültigen Beerdigung seiner Video-Ambitionen einfach auf die nextbeste dorfdurchtriebene Sau stürtzt, bevor diese auf den Bäumen ist. Irgendwo müssen Wachstumsaussichten ja herkommen; Podcasts aus Verzweiflung.

„Wie Spotify macht, was Soundcloud nicht gelungen ist, und mit Gimlet und Anchor zum ‚YouTube für Audio‘ wird“ – Neunetz

Marcel Weiss erklärt das mit den Werbeinteressen recht gut. (Und Soundcloud war mir fast von Beginn an unsympathisch.) Dennoch fehlt mir in dem Text die etwas größere Perspektive über die rein ökonomische Interessen hinaus.

„…in einem Rutsch ihren Podcast bei itunes, Spotify, Stitcher, Alexa, Google Home usw. einzureichen. Diese verschiedenen, von einander unabhängigen Endpunkte für Podcasts werden nicht wieder verschwinden.“

Wir können ja in, sagen wir, drei Jahren mal checken, ob diese Liste noch vollständig ist oder sich sogar merklich vergrößert hat.

Kann nämlich aber auch sein, daß wir später einmal rückblickend hier den Anfang vom Ende eines weiteren offenen Webstandards bewundern können. So wie (heute) (fast) niemand (mehr) RSS nutzt, so werden sich die großen Audio-Plattformen irgendwann in naher Zukunft die Abo-Option an sich – mehr noch, als die eigentlichen Hörinhalte – unter die Sargnägel gerissen haben.

Und wenn wir schon beim Thema Tod sind, doch etwas überraschend: Es gibt immer noch ein paar Leute, die tatsächlich Radio zu hören scheinen.
„Fritz soll wie Funk werden“ – taz.de

SPAMBLOCKCHAIN!

Niemand hört sich deinen Podcast an. Nicht deine vermeintlichen Freunde aus der Schule oder dem Internet, nicht deine Mutter, und erst Recht nicht irgendwelche wildfremden Leute, die dich überhaupt nicht kennen. Du kannst es also direkt sein lassen und dir ein richtiges Hobby suchen. Oder einen Job, denn wenn du dir erhoffst, mit deinem Podcast wie nebenbei auch noch reich zu werden, muss ich dir leider direkt sagen, dass das wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

via AMY&PINK

Nicht ohne mein Mindset
Das Mindset der Lämmer
Mindsets tragen keine Karos
Die Nacht der reitenden Mindsets
Spiel mir das Lied vom Mindset
Reservoir Mindsets

Warum nicht für zwei Tage ins Ausland fliegen, um zu hören, wie du „Ja, ich will“ sagst? Die Hochzeit soll angeblich der beste Tag des Lebens sein, aber das dehnt sich nun mal nicht auf die Gäste aus. Wir lächeln verkrampft in unbequemen Outfits, in Gedanken bei unserem Dispo, damit Heiko und Annette „Erinnerungen fürs Leben“ zusammenkriegen.

via Vice