Quitter

Der @assbach hat mir diesen Link in die Timeline getwittert: Here’s why people actually delete social media. Alles irgendwie nachvollziehbar, was die Leute bei Mashable da so für Gründe anführen. Das tollste Zitat musste ich auch gleich als Reply zurückschicken.

Es gibt allerdings noch Argumente, die in dem Artikel unerwähnt bleiben:

  • So können sie besser ignorieren, was ihre „echten Freunde“ für homophobe, rassistische und misogyne Typen sind.
  • Sie können die klischeetriefenden Stockphotos aus den Previews der überall verlinkten Artikel nicht mehr ertragen.

Ich selbst bin nun schon seit mehr als anderthalb Jahren bei Instagram raus. Zuviel Werbung und das Ende der chronologischen Timeline waren damals die Gründe. Und bei Facebook spiele ich hin und wieder mit dem Gedanken, zumindest die App vom iPhone zu löschen. Bisher hat es allerdings nur mit dem Verschieben auf einen der hinteren Homescreens geklappt. In Verbindung mit dem Abstellen sämtlicher FB-Notifications reicht das aber eigentlich auch.

t-shit print

Die Influencer auf Instagram sind nicht so wichtig für die Trendentstehung, wie alle annehmen. Wenn sie kreative Ideen hätten, dann vielleicht. Aber sie ziehen meistens nur das an, was sie von ihren Stylisten bekommen, und das ist nichts Neues. (…) Jeder schaut heute nur noch auf Instagram und hält das für die absolute Wahrheit, deshalb sieht auch alles gleich aus. Die wahre Avantgarde hat sich längst wieder von dieser Plattform abgewendet. Wir alle dachten am Anfang, Social Media bringt mehr Vielfalt, aber im Grunde bringt es eher Gleichförmigkeit.

Andererseits ist sich Lidewij Edelkoort auch sicher, „Socken sind der neue Mega-Trend.“ Naja.

so ganz pauschal

Amateur-Tipp: Wenn Ihr unter Eure Touri-Instas noch Hashtags wie #travellerbyheart oder #traveladdict klischiert, dann wirkt Ihr nicht wie ein weltgewandter jetsetting Globetrotter, sondern wie der Inbegriff eines langweiligen Alltagsspießers, der für ein paar Wochen im Jahr versucht, seinem armseligen Angestelltenleben zu entfliehen.

tl;dr: Reisen ≠ Hobby ≠ Beruf

Wählen gähnen

Der mittlerweile schon klassisch zu nennende Wahl-O-Mat geht erst am 30. August online. Die Leute sharen derweil munter das (nach Eigenaussage) „Quiz“ DeinWal.de. Viele preisen es allerdings als „Alternative“ zum Wahl-O-Mat an, wobei sie das abweichende Konzept mitunter recht offen als überlegen hervorheben. Denn statt der Wahlprogramme von Parteien stellt DeinWal vergleichende Fragen zum zum wirklich geleisteten Abstimmungsverhalten der letzten Jahre.

Mal abgesehen davon, daß ich – ganz subjektiv – die Fragen mitunter etwas tendenziös formuliert finde, scheint mir das Demokratieverständnis dieser Aufbereitungsart doch recht problematisch. Oder sagen wir genauer: die Art und Weise, mit welchen Worten das Tool auf Facebook und Twitter geteilt wird. Da werden die Programme der Parteien als Wahlversprechen gewertet, wobei diese oft noch nicht einmal komplett in einer Legislaturperiode umzusetzen sind, selbst wenn die jeweilige Partei am Abend der Bundestagswahl auf 100 % Zustimmung käme. Eingegangene Kompromisse durch Koalitionsvereinbarungen werden pauschal als Verrat hingestellt. Aus der Opposition heraus läßt es sich hingegen völlig folgenlos, dafür aber öffentlichkeitswirksam dagegensein; man muß ja selbst nicht zeigen, wie man es besser machen würde.

Ich möchte da nur drauf hinweisen, nicht anfangen von Einladung zur Politikverdrossenheit schreien. Aber wenn man sich so vor Augen führt, daß beispielsweise die SPD in den letzten Jahrzehnten jeder einzelnen Verschärfung der Asylgesetze zugestimmt hat… Da gucken wir uns doch vielleicht lieber bunte Bildchen an. Oder lassen das jemand anders für uns machen.

Ich habe übrigens noch eine App ausprobiert: den „tinderleichten“ WahlSwiper. Der gefällt mir einfach nicht, weil er auf den Beispielscreenshots im AppStore die FDP vorne hat. Und außerdem ist da ein blödes Ergebnis bei mir rausgekommen. So.