Ich brauche auf LinkedIn und Xing eine Einstellungsoption, von Leuten mit der Jobbezeichnung „Entrepreneur“ nicht angeschrieben werden zu können.

Sonntag war wohl wenig los. Sonst wäre dieser Artikel über ein Kombiangebot Porsche+Jet auf Twitter nicht dermaßen steilgegangen. Ich hatte die Meldung bereits vor einer Woche in meinem kuratierten YellowPress-Flipboard verlinkt.

Es liegt wahrscheinlich weniger an den beiden Ausgangstexten als an den Tweets dazu. Vor sieben Tagen sah das bei der werben&verkaufen so aus:

2 RTs, kein Fav. Schon bitter, daß ein Wirtschaftsmagazin vorgestern dem Marketingorgan zeigt, wie man so etwas engagiger anpreist. Ein wenig Polarisieren im Text, schnittigeres Vorschaubild und eben der richtige Zeitpunkt fürs Posting.

Da wir gerade bei Kombis sind: In die Sitzbank eines Gränkeherstellers, unter die seine Kästen genau passen, würde ich sogar investieren.

пик Коммунизма

Ich habe den höchsten Berg der damaligen Sowjetunion vor über 25 Jahren als „Pik Kommunismus“ kennengelernt. Mein Diercke Weltatlas muss also zwischen 1962 bis 1998 gedruckt worden sein. Davor heiß er „Pik Stalin“ (пик Сталина). Nach dem Zusammenbruch der UdSSR liegt dieser 7495 m hohe Gipfel auf dem Staatsgebiet von Tadschikistan. Sein heutiger Name geht auf den Samanidenherrscher Ismail I. (Исмоил Сомонӣ) zurück, den die Tadschiken als Vater der Nation betrachten. Seit 1998 heißt der Berg also „Pik Ismoil Somoni“.

Und jetzt habe ich auf Wikipedia diese interessante Annekdote gelesen:

Bis 1928 wurde der knapp 90 km entfernte Pik Lenin (7134 m) für den höchsten Berg im sowjetischen Teil des Pamir gehalten. Eine Berechnung der sowjetisch-deutschen Alai-Pamir-Expedition unter Willi Rickmer Rickmers zeigte jedoch noch eine höhere Erhebung. Anfangs wurde der Ismoil Somoni mit dem Pik Garmo identifiziert; erst 1932 wurde durch weitere sowjetische Expeditionen klar, dass es sich um zwei verschiedene Berge handelt.

Da kommen mir sofort diese propagandistischen Säuberungen Stalins in den Sinn. In Ungnade gefallene Leute wir Trotzki aus Photographs entfernen. Klingt doch komisch, daß nach Lenins Tod plötzlich ein anderer Berg höher ist und somit nach dem aktuellen Machthaber benannt werden kann. Und dieser Berg taucht ja quasi aus dem Nichts auf, weil man ihn vorher mit einem anderen Gipfel verwechselt hat – der fast tausend Meter kleiner ist und übrigens kein Photo in seinem Wiki-Artikel besitzt.

Ich hätte das gerne als Staffel 2 von Chernobyl aufgearbeitet. Krasses Finale für die letzte Folge wäre jedenfalls gesichert.

Im Jahr 1933 erfolgte durch eine große sowjetische Expedition die Erstbesteigung des Pik Stalin. Man hatte erhebliche Schwierigkeiten wegen der Höhe und der extremen Kälte; von den sechs Bergsteigern der Spitzengruppe konnte nur Jewgeni Abalakow am 3. September 1933 die Erstbesteigung vollenden.

Garmo und gehören zum selben Gebirgszug, der auf den Namen „Kette der Akademie der Wissenschaften“ hört.

Faden verloren?

Was ich noch nerviger als Laber-Podcasts finde, das sind Threads auf Twitter. Habe ich wohl auch schon das eine oder andere Mal erwähnt. Damit es nicht ganz so schlimm ist, gibt es einen praktischen Service namens Thread Reader App. Hier drei lohnende Bespiele:

Die konnte man früher doch sogar embedden, oder? Aber muss ja nicht sein, Links tun es auch. Schön ist Thread Reader App nicht, voller Werbung und bei bildreichen Threads besonders mit unterschiedlichen Formaten schnell unübersichtlich. Aber beliebt, man muß oft gar nicht selbst @threadreaderapp mit „unroll“ replyen – oft hat das direkt unter dem Thread bereits jemand anders getan.

Viel schicker ist sicher die App Threader. Und wird deshalb sicherlich irgendwann eingestellt werden. So wie eine ganze Reihe vielversprechender delicious-Nachfolger mittlerweile wieder weg vom Browserfenster sind. Während ich immer noch leidlich gut mir diigo fahre.