sprach schatz meister schaft

Wenn ich privat ins Internet schreibe, dann benutze ich immer noch die alte Rechtschreibung. In der Regel verwende ich dabei auch das generische Masuklinum – teils aus reiner Faulheit, teils aus unermesslicher Ich-Bezogenheit. Als Mann bin ich natürlich Egozentriker und selbstverliebt dazu.

Um nicht als komplett misogynes Arschloch abgestempelt zu werden, ändere ich beim Mitteilen von Alltagsbeobachtungen oft das Geschlecht der beschriebenen Person (Also Obacht, wenn einer meiner Tweets mit „Typ vor mir…“ oder so beginnt.) Auf diese Weise wirke ich nur noch wie ein sarkastischer Menschenhasser.

Womit wir beim Thema wären: dem Verein Deutsche Sprache und seinem Aufruf Schluss mit dem Gender-Unfug! Was für eine Liste dämlicher Erstunterzeichner da von „Widerstand“ faselt, da bekomme ich schon reflexhaft Lust, mich doch noch auf die Seite von Stern*chen und Binnen-I zu schlagen.

Mache ich dann aber doch nicht, weil siehe oben.

Deutsch Thinking

Hatte ich schon getwittert, glaube ich: Die SZ kennt „einen Trend, der sich von Berlin aus im ganzen Land verbreitete“. Oho. Weil sich „die alternde Gesellschaft … nach Vertrautem sehne“ und man gleichzeitig „als Unternehmen aus der Masse hervorzustechen“ versucht. Da kann Hinterherrennen bestimmt nicht schaden.

Aus einem Artikel in der brand eins, den man im besten Sinne des Wortes als ketzerisch bezeichnen kann:

Design Thinking ist eine gigantische Ersatzhandlung, eine millionenschwere Verlegenheitsgeste, eine zur Methode aufgeplusterte Übersprungshandlung.

Dazu zwei Interviews:
– direkt / Streitgespräch über Sinn und Unsinn des DT
– indirekt / „Design ist nicht immer die Lösung“