Die Sonne geht auf.

Meine bevorzugte Kalender-App ist ja letztens von Microsoft gekauft worden. Vor zwei Jahren hätte ich noch groß LEIDER davorgeschrieben und Witze darüber gemacht, die wirklich praktische und dabei schicke Anwendung werde wohl demnächst zu einer Outlook-Schnittstelle degradiert.

Okay, die (für mich) wirklich wichtigen Features wie Google-Support inkl. Maps, Integration von FB-Events, Logbuch der Foursquare/Swarm-Checkins oder eine Chrome-Extension bzw. Desktop-App haben bereits vor der Akquise existiert. Aber Microsoft scheint nicht nur keine Anstalten zu machen, diese Funktionen zu beschneiden – für jemanden, der Facebook immer noch nicht den Wechsel der Instagram-Locations verzeihen kann, schon ein Gut an sich. Es wird sogar weiter an der Verbesserung der App gearbeitet.

So ist etwa das Notifications-Widget unter iOS brauchbar weiterentwickelt worden. Und Sunrise hat immer mehr abonnierbare Kalender hinzugefügt. Zuerst solch offensichtliche wie länderspezifische Feiertage und Schulferien oder die Spieltermine meines Lieblingsvereins. Löblich allein wegen der überwundenen US-Zentrierung, aber iCal-Subscribtions hätten das mit ein klein wenig mehr Umstand auch erledigt.

Heute morgen habe ich mir das dann noch einmal genauer angeschaut und mittlerweile haben die 25.000 Kalender-Abos zur Auswahl. Mein Favorit dabei: Jede verdammte Sendung jedes verdammten TV-Senders.

zdf

Update 2005-2015: Sunrise bietet jetzt mit Meet ein iOS-Keyboard zur schnellen Terminfindung – sieht sehr vielversprechend aus!

Doppelter Schuß

Meine momentane LieblingsApp sieht im Endeffekt so aus. Ihr Name lautet twor/ds.

Tworld this out! I’ve shared a #typography moment with a random stranger somewhere else on this big ass globe.

Darauf aufmerksam geworden bin ich über diesen Artikel auf wired.de/. Dort kann man auch nachlesen, wie die App funktioniert. Obwohl sie dermaßen simpel ist, daß man ruhig direkt ins kalte Wasser springen kann. Ein Thema, zwei Photos (plus deren Verortung) – das war’s.

Screenshot 2

Die Verbindung dieser beiden Aufnahmeorte, ist das einzige, was über die jeweilge Bildkombination hinausweist. Ansonsten macht die Sparsamkeit, die Beschränkheit gerade den Reiz des Services aus. Interessant ist, was twor/ds alles nicht sein will. Nachzulesen im InApp-Manifest (eine Website gibt’s nicht).

  • kein Kontext
  • kein Embedding
  • keine Profile
  • kaum Crossposting

In unseren übervernetzen Zeiten, in denen kaum eine neue Anwendung meint, ohne „Tweet this“ und „Share via Instagram“ auszukommen, nicht das schlechteste Alleinstellungsmerkmal.

auf Wand

Malte Welding findet deutliche Worte und ich finde, er hat recht. Über das überall die Runde machende Video kann ich nur sagen: Respekt. Wie der Fonsi den Christian Springer spielt, das macht er schon sehr gut. Stockende Sprache, wirre Frisur – wirkt alles furchtbar realistisch. Ich habe zwar die komplette TV-Sendung „Aschermittwoch der Kabarettisten“ während ihrer Ausstrahlung im Bayerischen Rundfunk nicht gesehen, weiß mithin nicht einmal, ob sie live über den Äther gegangen ist. Aber dieser Schnitt am Ende des Ausschnitts, das Publikum an der Klatsche, noch während der Busfahrer (?) mit seiner an den Fingernagel gehängten Uniformjacke abgeht, das sieht nicht gerade nach Standardregie aus, sondern soll wohl auch als Aufnahme aus dem Rahmen fallen. Hat irgendjemand mehr gesehen? Als überdosierter Medienmedizinmann wittere ich halt hinter allem und jedem eine Inszenierung; eher sogar vor als hinter. Aber zurück zu Malte, Zitat:

Guido Westerwelle findet für alles harte Worte, nur nicht für Steuerhinterzieher. Er hetzt gegen Menschen, die im Monat weniger zum Leben haben als er für Clearasil und Brillenpolitur ausgibt. Er lässt sich von Banken in Liechtenstein bezahlen und er macht Klientelpolitik, die so unverhohlen ist, dass die NPD seit einiger Zeit Praktikanten bei ihm einschleust: Was der mit Klasse kann, dass muss uns doch mit Rasse auch einmal gelingen.

Hier könnte man jetzt prima eine Überleitung mit „Endsieg- und Allheilmittel“ bringen, hiermit geschehen. Allein, ersten Umfragen zufolge haben Westerwelles oberflächschichtlich populistische Verbalattacken die FDPartei glücklicherweise bisher nicht aus dem Stimmungsmachetief ziehen können.

Dann via @derFreitag (mittlerweile vor)gestern noch der Hinweis auf einen Artikel über eine in Großbritannien wohl ziemlich gut laufende iPhone-App, die mittels Rückgriff auf regierungsseitige OpenData den Asozialitätsfaktor der Umgebung ermittelt. Geolocation based service to the rescue. Kann man kritisieren, muß man aushalten. Hier und jetzt Musik in Bild und Ton.


C4PJRAME7SZB
The first single „machine gun“ from the new NOISIA album „split the atom“, music video by „superelectric“. (via)