1255 – Nummern Revue Nummern

Lego ist so ein dankbares Produkt, um dafür Werbung zu machen. Einige der besten Beispiele sieht man hier versammelt.
Selbstläufer hin oder her, man sollte für seine Marke auch etwas im Netz tun. Gerade wird auch wieder über Firmen und Twitter diskutiert (Kommentare). Kundenbindung ist wichtig, wenn das Produkt allein nicht überzeugt und mit Motion scheint das einfacher denn je zu sein, wie das folgende Video zeigt.

Und dann gibt es da noch diese schöne Präsentation zum Thema:

Paar Links, paar Links
Werbung für Rauchwaren ist ja verboten.
Ganz ohne Überleitung: Artikel auf stefan-niggemeier.de/.
Leute streiten, weil Google sich mit Presseagenturen verbündet.
Jetzt erst einmal Dropbox testen – hört sich ja fast zu gut an.
Amir Kassaei gibt ein Interview.

Kein BILD von einem Mann

Der Rasurmittelhersteller Gilette hat Männertypen in fünf Gruppen eingeteilt, wie bild.de berichtet. Falls es Sie interessiert, entscheiden Sie selbst, ob Sie zu den Front Runners, Modern Traditionalists, Relaxed Masters, Contented Misters oder Hopeless Hopefuls gehören. Oder das alles für ganz großen Schwachsinn halten. Und wer ist überhaupt Marian Salzmann? Und wie würde dieser Typ wohl dabei abschneiden?

Links
Clay Shirky denkt.
re:publica widget
Thor Steiner an arabische Investoren verkauft

Der hat gesessen!

Also ich habe gesessen, wenn auch (diesmal) nicht im Knast. Insgesamt zwölf Stunden am Wochenende, auf Sitzgelegenheiten, die sich „Sessel“ zu nennen die Frechheit besitzen. Aber der Sitzreihe nach:
Am Samstag Abend bin ich ins Kino gegangen, Der seltsame Fall des Benjamin Button sollte um 19.30h beginnen, unterstützt von einer langen Kassenschlange bin ich dann um zehn vor 20h endlich im Saal, da hat der Film noch nicht einmal angefangen. Werbung kann man ja ruhig verpassen. Die 166 Minuten des Films selbst laufen dann angenehm unspektakulär ab. Zwar drängen sich mir irgendwie Vergleiche mit Forrest Gump auf und ich habe das unbestimmte Gefühl, aus dieser außergewöhnlichen Grundidee hätte man mehr machen können. Doch dieser ruhige Erzählfluß hat mir sehr gefallen, muß ich sagen. Mal wieder ein guter Fincher.
Danach ein Bier getrunken und direkt in den nächsten Kinosaal gesetzt. Zwei Filme zu einem Preis, das habe ich das letzte Mal vor über fünf Jahren gemacht; damals allerdings mit einem Freund und einem ganzen Rucksack voll Bier – die Studentenzeit. Watchmen hat mich, wie zuvor 300 vom selben Regisseur, nicht wirklich überzeugt. Viel mehr als ein paar gelunge Bilder gibt es nicht zu sehen. Die Story bleibt wieder auf der Strecke. Noch ganz nette Unterhaltung, aber der Comic von Alan Moore ist um Längen besser. Kurz ist der Film auch nicht – als ich letztendlich aus dem Kino komme, ist es nach 02h nachts.

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Am Sonntag also doch eine Veranstaltung der lit.Cologne, nämlich diese hier. Die Schauspielerin Corinna Harfouch liest Textcollagen zu drei archetytypischen Frauenbildern der Antike: Medea, Elektra, Phaedra. Drei Blöcke à 90 Minuten, dazwischen jeweils halbstündige Pausen.
1) Die Auswahl der Texte ist sehr gut, umklammert von Heiner Müllers Medeamaterial gibt es Ausschnitte von Christa Wolf und den antiken Autoren. Das wird von Frau Harfouch alles ein wenig zu wild und chargierend vorgetragen, weniger Schauspielerin und mehr Vorleserin hätte gutgetan.
2) Schwächere Zusammenstellung, besonders der Bataille-Text ist für eine solche Veranstaltung (zu) schwere Kost. Mit seinen assoziativen Motivspielereien lädt er immer wieder zum gedanklichen Abschweifen ein. Die Musikuntermalung macht es ebenfalls nicht einfacher, dem auch insgesamt weniger schwungvollen Vortrag stetig zu folgen.
3) Die Harfouch läuft zu großer Form auf, sie sitzt an einem Tisch und spieltspricht sämtliche Figuren von Racines ‚Phaedra‘. Das Stück ist zwar auf den Kern zusammengekürzt, aber darin liegt auch die Crux des letzten Teils. Der Text ist für diese Eindimensionalität trotz der Lesekünste einer der besten Schauspielerinnen Deutschlands immer noch zu lang, da hätte die Schere noch ein wenig mutiger sein können.

Wir lieben Bücher!

Wir lieben Bücher!

Heute ist mein erster Hörbuchverriß bei den Seitenschubsern erschienen. Todesmutig werde ich dieses Projekt weiterführen und mir in den nächsten Tagen ein neues Audiobook aussuchen, anhören und abstrafen.

was mit Medien und Druckk(n)öpfen

Wenn selbst wuv.de/ glaubt, sich angesichts der Berichterstattung über den Amoklauf kritisch äußern zu müssen, dann spricht das keine Bände, sondern ist wahrscheinlich einfach nur der Tatsache geschuldet, daß der Autor des Artikels in Winnenden wohnt. Und sich durch die in solchen Fällen einfallende Medienkarawane wohl beim Brötchenholen gestört gefühlt hat.

Dann doch lieber so. Guter Text zum Thema, gefunden via spreeblick.com/.

Wieder aufgehängt: Twitter

Vor ein paar Monaten habe ich mich gefragt, warum der von mir geschätzte ZEIT-Kolumnist Harald Martenstein nicht twittert. Vor ein paar Tagen hat er mir geantwortet. Er mag sich nicht mit Twitter anfreunden. Muß ich mich allerdings nicht drum kümmern, in ihren Blogs haben Thomas Knüwer und Sascha Lobo schon getan. Aber Martenstein ist eben Martenstein. Und in einem Punkt muß ich ihm sogar recht geben, weshalb ich einen der Diskussionspunkte doch aufgreifen möchte..

Mir ist aufgefallen, dass die finsteren Visionen von Romanen wie 1984 und Schöne neue Welt allmählich Wirklichkeit werden. Da herrscht auch permanente Beobachtung. Ich halte es für widersprüchlich, wenn man gegen Videokameras in Umkleidekabinen ist und gleichzeitig die totale Vernetzung als Fortschritt feiert.

Dieser Aussage des ZEIT-Autors entgegnet Lobo mit dem berechtigten Hinweis darauf, daß staatliche Überwachungauf der einen und Selbstkontrolle auf der anderen Seite doch zwei Paar Schuhe sind; und die meisten wiederum seiner Kommentatoren stimmen darin mit ihm überein. Schließlich gelte es, den Unterschied festzuhalten, daß man Letzteres in Eigenverantwortung tut und damit auch mal sein lassen kann – einfach mal das Handy ausschalten, niemandem seinen Standpunkt verraten und auch das Twittern für einen Tag sein lassen.
Nebenbei: Der ebenfalls in den Kommentaren getätigten Aussage, gerade bei diesen lauffeuernden Breaking News wird Twitter unbenutzbar, kann ich nur uneingeschränkt zustimmen.

Ich habe während meines Studiums eine Hausarbeit zum Thema „Internalisierung der Abschreckung“ geschrieben, sie trägt den prägnant polemischen Titel Vom Gesetz zum Gewissen und ist leider nicht mehr in digitaler Form verfügbar. Weil ich zu faul bin, den Text auf Papier jetzt rauszusuchen, hier nur die Quintessenz auf zwei Namen reduziert: Freud und Foucault.
Das Recht auf Selbstbestimmung ist ja gut und schön, aber gegen den durch die neuen Kommunikationsformen entstehen gesellschaftlichen Druck anzukommen, ist gar nicht so leicht. Da entstehen schnell Zwänge („Wie Du bist nicht auf Facebook?“), denen man sich schwer entziehen kann. Denn bei aller Individualität will man ja doch nichts verpassen.

Vogelperspektive

Bei stern.de/ kann man Twitter nicht leiden. Man zwitschert zwar selbst, um schön auf der Hypewelle mitzuschwimmen, aber nimmt dann doch den Amoklauf von (hier bitte den Namen irgendsoeines süddeutschen Kaffs mit „W“ eintragen, dessen korrekte Schreibweise ich gerade zu faul zum Googeln bin) zum Anlaß, sich über die Geschwätzigkeit des Microbloggingdienstes zu mokieren. sueddeutsche.de/ schlägt in dieselbe Kerbe und der Deutsche Journalisten-Verband sekundiert mit seiner Kritik an der Selbstinszenierung mancher Berichterstatter.
Dabei sieht man an diesem Screenshot sehr (un!)schön, wie zumindest die Boulevardabteilung des professionellen Journalismus damit umgeht – nämlich keinen Deut pietätvoller und noch ein paar Kellen reißerischer.

Ich bin mein eigener Berichterstatter.

Es hat aber auch Kritik aus den eigenen Reihen gegeben, wenn man das Ganze denn auf den üblichen Grabenkampf zwischen Journaille und Blogosphäre beziehen möchte. In ihrem Blog themenriff.de/ prangert @PickiHH das Stammtischniveau an, welches sich am Tag der Bluttat in etlichen Tweets ansonsten vernünftiger und -ständiger User Bahn gebrochen hat.
Ich will hier zynische bis menschenverachtende Äußerungen zu diesem Amoklauf im Speziellen und Katastrophen im Allgemeinen bestimmt nicht gutheißen, kann die Entrüstung darüber aber nun auch nicht verstehen und teile daher eher die Meinung eines anderen Bloggers zum Thema.
Ich bin kein Journalist. Ich will auch keiner sein. Und meine (speziell die lesend passive) Twitternutzung läßt sich nicht mit dem Konsum anderer Informationsmedien vergleichen.

Vogelgezwitscher

Innerhalb des Metamediums Internet gibt es eine Vielzahl verschiedener Kommunikationskanäle – Twitter ist einer davon. Allgemein formuliert, aber sicher auf diesen Umstand bezogen, habe ich das gestern bei wirres.net/ gelesen. Und Ihr von sueddeutsche.de/ wisst das doch auch, wie Ihr beim „Schreiben für das eBook“ unter Beweis stellt. Soviel Transferleistung muß sein.

Albern wird die Sache nur, wenn Meldungen zur Munition im oben genannten Grabenkampf degenerieren. Während spiegel.de/ die Quelle einfach unerwähnt läßt, wird Twitter bei meedia.de als Investigativinstrument abgefeiert. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und der schale Beigeschmack ganz vorne auf dem Zünglein.

Der Vollverständigkeit halber

Den Artikel auf stefan-niggemeier.de/ dazu habe ich nicht gelesen. Der ist wahrscheinlich was für Frühaufsteher, die bestimmt auch Retweetratschläge beherzigen – wer’s braucht…

Ich lache zweimal drüber, tiefschwarz:
Ha. Ha.