Düsseldolph Lundgren, Nicht ohne meinen IT-Berg

39 // Man muß sich den Düsseldorfer Handtaschenberg wie das Reifenfeuer von Springfield vorstellen. In den 90ern wurden dort George, Gina & Lucy entsorgt, dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts sehr lange Longchamps. Nun landet seit einiger Zeit immer mehr von Michael Kors auf diesem Haufen.
Bei gutem Wetter kann man die sich zwischen Gerresheim und Grafenberg in schwindelerregende Summen Höhen stapelnden IT-Bags sogar vom anderen Rheinufer in Oberkassel aus sehen.

I put the fahr in Erfahrung.

Mehr als 4,5 Jahre Pendeln zwischen Köln und Düsseldorf gehören nun bald der Vergangenheit an. Zeit also, weniger ÖPNV-superkräftige Leute an meinem Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen.

Hinweg ist einfach.

Morgens entweder zur Haltestelle Chlodwigplatz (Kind früher zur Kita bzw. jetzt zur Schule gebracht) oder Ubierring. Dort entweder in die 15 oder die 16 steigen.
– 16 vorne, weil sie bis zum Hauptbahnhof fährt und man von dort schneller an den Zügen ist.
– 15 hinten, weil man dann beim Umstieg schneller an der 18 ist.
Am Barbarossaplatz Richtung Hauptbahnhof immer vorne einsteigen, sowohl in die 18 als auch in die 16. (15 und 18 fahren häufiger als die 16, aber es kann natürlich trotzdem passieren, daß beim Umstieg die erste Bahn eine 16.)
Am Hauptbahnhof Richtung Düsseldorf eher hinten einsteigen, dann hat man es nicht so weit zu den Treppen.
In die Straßenbahnen 708 oder 709 hinten einsteigen, man ist näher an den Ampeln zur Breite Straße.

Rückweg ist kompliziert.

Erster Schritt ab Graf-Adolf-Platz ist derselbe, 708 oder 709 hinten einsteigen – also falls man noch Brezeln kaufen oder im Hauptgang auf die große Anzeigentafel schauen möchte. Wenn nicht, ist man beim Ausstieg vorne schneller am Nebengang.
Jetzt kommt es darauf an, wohin man in Köln fährt, Messe/Deutz oder Hauptbahnhof. Abends nehme ich immer den ersten, der kommt.
– Nach Deutz vorne einsteigen, man ist zu Fuß schneller an der Haltestelle Lanxess-Arena.
– Zum Hbf kommt es zusätzlich noch darauf an, in welchen Zug man steigt. Ist es ein RE, steigt man besser vorne ein. Bei einem ICE sollte man eins der hinteren Abteile wählen. Bei ICs ohne E ist mir in all den Jahren keine Regelmäßigkeit der Ankunftsgleise aufgefallen.

Hintergrund: Spätestens ab Gleis 7 ist es praktischer, die U-Bahn ab Breslauer Platz via Hinterausgang zu nehmen. Bei Gleisen näher am Hauptausgang ist man schneller an der Haltestelle Dom/Hbf. In beiden Fällen nimmt man allerdings die 16 oder 18 Richtung Bonn – je nachdem, welcher zuerst kommt.
– Die 16 bis Bad Godesberg fährt ohne Umstieg bis zum Chlodwigplatz (falls noch Erledigungen anstehen) bzw. Ubierring (direkt nach Hause).
– Bei der 18, wie auf dem Hinweg auch, ist noch ein Umstieg am Babarossaplatz nötig. In dem Fall vorne einsteigen, um einen kürzeren Fußweg zur 15 zu haben.

Bonusmaterial

Bei Ankunft Messe/Deutz in der Regel vorne aussteigen, weil man schneller bei den U-Bahnen ist. Es sei denn, man möchte noch was im Bahnhof kaufen, dann besser so mittig.
U-Bahntechnisch empfehle ich je nach Wetter zwei Optionen:
– Gut: An der Haltestelle Lanxess-Arena die 3 oder 4 nehmen (Einstieg vorderer Wagen hintere Tür), an der Severinstraße in die 17 umsteigen (hinterer Wagen vordere Tür für Ausgang Alteburger Wall) und bis Bonner Wall fahren. (Es sei denn, die nächste Abfahrt ist in neun Minuten, dann lieber den Rest komplett laufen – denn das Wetter ist ja gut genug.)
– Regen oder schlechter: An der unterirdischen Haltestelle die 1 oder 9 und am Rudolfplatz in die 15 steigen und bis Ubierring fahren (beide vorne).

So, das war’s. Ab 02. Januar geht’s von der Südstadt aus statt nach Düsseldorf nach Ehrenfeld.

Who put the Prost in was wohl?

Der verkackte Craftbeerstore würde es allen einfacher machen, wenn man seine riesigen Gratisaufkleber nicht zerschneiden müßte, bevor sie auf die ekligen Warnbilder der Kippenpackungen passen.

Im Verzug

Das Pendeln zwischen den Hauptbahnhöfen Köln und Düsseldorf ist ein besonderes. Weil ein RE – laut Fahrplan – „nur“ zehn/elf Minuten länger braucht als ein IC oder ICE (33 zu 23/24 Min.), nehme ich oft den langsameren Regionalzug und bin trotzdem schneller zuhause. Je nachdem, wann ich am Bahnhof ankomme. Theoretisch. In der Praxis sieht das so oder so aus:

  1. Ich erreiche Gleis 16, der RE1, der eigentlich um 18:39 Uhr Abfahrt hat, fährt ein um 18:42 Uhr. Ich steige nicht ein, denn für 18:48 Uhr steht ein ICE im Fahrplan – und laut Anzeige am Bahnsteig ist er pünktlich. Also lasse ich den überfüllten RE stehen, um eine Zigarettenlänge auf den ICE mit quasi Sitzplatzgarantie zu warten. Ich zünde mir eine Kippe an, die Türen des Regional-Express’ schließen sich und just in diesem Moment – der RE hat sich gerade in Bewegung gesetzt – ertönt die Durchsage, „wegen Verzögerungen im Betriebsablauf hat der ICE nach München über Köln und Frankfurt aktuell etwa 20 Minuten Verspätung.“
  2. Ich bin pünktlich am Gleis 16 für den IC um 19:21 Uhr, der wie üblich Ankunfts- mit Abfahrtszeit verwechelt. Solche Verspätungen um zwei bis drei Minuten werden nicht einmal erwähnt. Noch bevor ich einsteigen kann, fährt der ICE für 19:27 Uhr überpünktlich ein. Welcher der beiden Züge wird wohl schneller in Köln sein? Das Bahnpersonal kann die Frage nicht beantworten, mehr als ein „Der IC fährt zuerst ab“ bekommt man nicht heraus. Also einsteigen, zügig abfahren, dann im Schneckentempo durch Deutz gondeln – und schließlich kurz vor dem Hauptbahnhof auf der Hohenzollernbrücke zum Stehen kommen. Während der Durchsage „Weil unser Ankunftsgleis noch belegt ist, verzögert sich unsere Einfahrt noch wenig“ sehe ich den vorhin abgewägten ICE an mir vorbeifahren.

Meinten Sie: Opfer-Passage

Das sind wirklich keine Sonderfälle, irgendwas ist immer – Personen im Gleis, Stellwerksschaden, technische Störungen, Polizei- oder Noteinsatz am Gleis, verzögerte Bereitstellung des Zuges, Verspätung durch einen vorausfahrenden Zug oder meine Lieblingsdurchsage: „Verspätung im Ausland“. Dabei sind die Durchsagen mit holländischem Akzent im ICE International von bzw. nach Amsterdam die besten.

Aber es vergeht keine Woche ohne Zwischenfälle und Komplikationen. Und wenn bei der DB alles glatt läuft, dann hakt es entweder bei der Rheinbahn oder der KVB.

Dusseldorf <3

Reason No. 38:

(Bleibt so ein ÖR-Schnipsel für immer im Netz oder muß das Video auch demnächst wieder depubliziert werden?)

Reason No. 37 why Dusseldorf is a Pretentious Fuck

Wartehalle

Hey, Landeshauptstadt!
Das hier ist ein simpler Haltestellenunterstand, der bei auch nur einem bißchen Wind noch nicht einmal ausreichend vor Regen schützt. Aber Du kannst das in Deiner Phantasie gerne als »Wartehalle« bezeichnen – nur isses dann halt kackanmaßend und scheißdünkelhaft.

Haltestellenunterstand

ökostrom unterwegs

Das bahn’sche Pendel

Ausschlag // Irgendwann ist es dann auch gut mit dem Regionalverkehr, denkt man sich. Die REs sind laut, überfüllt und langsam. Zu den Hauptzeiten muß man froh über jeden ergatterten Sitzplatz sein, an das Aufklappen eines Laptops ist bei dieser Art der Fortbewegung nicht zu denken. Im Sommer ist die Luft schlecht, im Winter ließe sich dieses Lamento endlos fortsetzen.

Also vielleicht sein Monatsticket etwas aufstocken? Das Ding kostet im VRS (Stufe 5) ohnehin schon stolze 231,00 Euro, dafür darf man dann aber auch in ganz Köln und Düsseldorf Mitte/Nord sowie dazwischen rumgurken. Und da noch einmal draufzahlen? Das wären beim IC/EC-Zuschlag monatlich immerhin 64,80 Euro, die jeweils dazukommen. Machte also insgesamt eine Summe von 295,80 Euro. Da ist die ICE-Nutzung nicht inklusive und kann auch nicht für einzelne Fahrten dazugebucht werden.

Also andersrum: Das DB-Monatsticket für das Fahren mit ICE zwischen Köln und Düsseldorf kostet 238,00 Euro. So kommt man natürlich nur von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof. Wenn man in den beiden Städten auch noch Straßen- und U-Bahnen nutzen möchte, dann braucht man noch ein sogenanntes NRWplus-Ticket zum Monatspreis von 56,00 Euro. Rechne ich nun zusammen, komme ich auf einen Gesamtpreis von 294,00 Euro im Monat und damit zu dem Schluß, daß für einen Pendler zwischen Köln und Düsseldorf das Fahren mit IC/EC teurer ist, als mit dem ICE. Und das kann doch nicht sein, oder?

ökostrom unterwegs

Mit dem ICE-Ticket ist es natürlich möglich, auch IC oder sogar RE zu fahren, wenn es die Situation erfordert. Obige Vergleichsrechnung berücksichtigt in beiden Fällen keine verbilligten Abonnements. Und vom generellen Wucher für eine weniger als 50mal im Monat zurückgelegte Strecke von etwa 40 Kilometern so oder so fast 300,00 Euro zu nehmen, fange ich gar nicht erst an.

NACHSCHLAG // Die Deutsche Bahn hat mich an den Verkehrsverbund verwiesen. Der wiederum gibt zu, daß die Zahlen so stimmen, hält die beiden Angebote allerdings nicht für vergleichbar, weil man mit seiner Variante ja noch in Leverkusen Bus fahren könnte.