Alter!

Find’s immer wieder geil, wie die Werbebranche seit gefühlt mindestens zehn Jahren mit jeder NEUen Pressemitteilung, mit jedem NEUen Whitepaper und NEUem Fachartikel auf’s NEUe die Entdeckung von Silver-Agern als der NEUen Zielgruppe wie den allerersten, weltrevolutionierenden Schritt gegen Altersdiskriminierung – und damit natürlich auch pro Diversity – feiert.

Dabei ist man doch einfach mangels geklauter fehlender junger Kaufkraft von Gen X über Millennials bis Gen Z geradezu gezwungen, auf Boomer zu setzen. Dem vergreisenden Kapitalismus bleibt gar nichts übrig.

Konfliktgenerationen

Das ist keine Kritik an den Millennials. Sie ist hier allerhöchstens Nebensache.

In erster Linie geht es darum, wie Toplevelwerber und Marketingverantwortliche Millennials sehen: nämlich als Zielgruppe. Das Video entlarvt dies über den Umweg der Selbstbespiegelung, die auf den Halter des Spiegels zurückfällt – wobei der doch eigentlich unsichtbar bleiben sollte. Doch so etwas mißbehagt den Babyboomer-Entscheidern zutiefst, wie Leo Fischer recht drastisch aufzeigt, wenn er vom „gekränkten Narzissmus der Wutgreise“schreibt:

Die einzige Sorge, die diese Generation kennt, ist, nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, wie sie es von Jugend an kennen.

(Hier gedanklich als Symbolbild bitte die grauen Haare der Birgit S. einfügen.)