In Richtung

Typ hat sich vor der ICE-Tür breitgemacht mit Rollkoffer, dickem Rucksack und einer Tüte Wegzehrung. Kurz vor dem Halt Düsseldorf Hbf fragt er die Schaffnerin, auf welcher Seite der Ausstieg sein werde. Sie antwortet „rechts“ – seine Seite. Also steht er auf und fängt an, seine Siebensachen zusammenzuklauben, um die Tür freizumachen. Derweil schiebt die Schaffnerin ein „glaub ich“ hinterher und wenige Sekunden später erscheint in den Fenstern zur linken Zugseite schon der Bahnsteig. Also beginnt sich die Schaffnerin mit Gestammel wie „sonst immer anders“ und „heute wohl ausnahmsweise links“ für ihre Falschauskunft zu rechtfertigen.

Noch beim Aussteigen klopfe ich mir innerlich auf die Schulter, daß ich nicht besserwisserisch meinen Senf dazugegeben habe. Schließlich fahre ich mitunter diesen ICE 545 von Köln Hbf nach Berlin Ostbf seit mehr als vier Jahren und der fahrplanmäßige Halt in D’dorf befindet sich seitdem (glaub ich) an Gleis 18, was bei dieser Fahrtrichtung eben links bedeutet. Welchen Sinn hätte es gehabt, die Schaffnerin noch dümmer dastehen zu lassen?

Außer dem Typen, der so freundlich war, mit seiner Gepäckmenge nicht die anderen Reisenden – um diese Uhrzeit in der Mehrzahl Pendler wie ich – in den Abteilen zu nerven, die ganze Rumräumerei zu ersparen, wie mir eine Minute später eingefallen ist.

Notes KW 25/17

I’d noticed that my clients weren’t asking product questions anymore. Everyone seemed a little afraid to even say what they wanted to design. Clients who in 2003 or 2004 were saying “We need a strategy and information on user behavior to inform the design of a TV with a remote control,” were now asking me “What’s the future of entertainment?” Or my clients in the cosmetics industry would ask “What’s the future of beauty?” Obviously they’re doing the right thing by future proofing, but it seems like a big shift from knowing what you want to not being able to imagine everyday interactions with things.

Die Dinge, die uns definieren | Pro2koll. Tillmann zitiert Paula Zuccotti.

In America, a woman’s body seemed to belong to everybody but herself. Her sexuality belonged to her husband, her opinion of herself belonged to her social circles, and her uterus belonged to the government. She was supposed to be a mother and a lover and a career woman (at a fraction of the pay) while remaining perpetually youthful and slim.

America Made Me a Feminist – The New York Times

Ein großes Missverständnis der BGE-Bewegung: Sie verwechselt Geld mit Wohlstand.

Missverständnisse zum Bedingungslosen Grundeinkommen — ein Rant | Notizblog mit einer lesenswerten Einordnung zum Thema.

Die Zeit, in der die subjektive Sicherheit als kriminalpolitische Größe ins Spiel kommt, ist die Zeit, in der man beginnt, den Wohlfahrtsstaat zurück- und umzubauen.

„Soziale Probleme werden in Sicherheitsprobleme umkodiert“ | Die Zeit

Neither Spicer nor deputy press secretary Sarah Sanders responded to queries about the changes to the briefings. Asked why the briefings are now routinely held off-camera, White House chief strategist Steve Bannon said in a text message “Sean got fatter,” and did not respond to a follow-up.

The White House Press Briefing Is Slowly Dying – The Atlantic

Zwangsverpreußung

Von oben nach unten bauen – 100 Jahre Gegenwart Journal

Roar / Boah

Ich gratuliere Scholz & Friends recht herzlich zu ihremn vollkommen verdienten Cannes Lions für „Newspaper Stack“. Für alle, die die Arbeit im Auftrag des Tagesspiegels nicht kennen, zeige ich sie hier noch einmal.

Apropos „nicht kennen“. Ich weiß auch nicht, was S&F zu ihrer Kreation inspiriert hat.

Die genauen Entstehungsdaten der Originale kenne ich nicht, aber die per Schnellsuche gefundenen Posts auf Twitter und Reddit sind meistens drei bis fünf Jahre alt.

Auch die gestapelten Tagesspiegel gingen vor Wochen haufenweise durchs Netz, allerdings nur das Bild ohne die Copy unten rechts in der Plakatecke.

Noch einmal: Herzlichen Glückwunsch, S&F!
Update nach im Kommentar unten verlinktem Artikel: „The campaign won a gold Lion and two silver Lions across the Print and Outdoor categories.“ Und das, obwohl die beiden anderen Motive deutlich schwächer als Trump sind.

Bloggerparade der UNO-Geflüchtetenhilfe zum Weltgeflüchtetentag

20. Juni: „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“

Die UNO-Geflüchtetenhilfe, der deutsche Partner des Geflüchtetenhilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Blogger-Community in Deutschland eingeladen, sich am 20. Juni, dem Weltgeflüchtetentag, an einer Bloggerparade zu beteiligen. (Bei einer Bloggerparade wird bundesweit gleichzeitig an einem Tag zu einem Thema berichtet.)

„Mit der Unterstützung der Bloggerinnen und Blogger in Deutschland wollen wir erreichen, dass sich noch mehr Menschen mit dem Thema Flucht auseinandersetzen und eine Petition des UNHCR an die Regierungen der Welt unterzeichnen“, so der Geschäftsführer der UNO-Geflüchtetenhilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Mit der UNHCR-Petition unter dem Motto „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“ werden die Regierungen dazu aufgerufen, sicherzustellen, dass jedes geflüchtete Kind eine Ausbildung erhält und jede geflüchtete Familie an einem sicheren Platz leben kann. Jede Geflüchtete soll die Chance erhalten, zu arbeiten oder einen Beruf zu erlernen, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können. Die Petition läuft, bis ein globaler Geflüchtetenpakt, ein sogenannter Global Compact, 2018 unterschrieben wird.

Durch Konflikte und Verfolgung erreicht die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen ein trauriges Rekordniveau: Jeder 113. Mensch auf der Welt ist entweder asylsuchend, im eigenen Land vertrieben oder Geflüchtete. 65,3 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und sind weltweit auf der Flucht. 33.972 Menschen fliehen im Durchschnitt pro Tag aufgrund von Konflikten und Verfolgung. 51 Prozent der Geflüchteten weltweit sind jünger als 18 Jahre.

„Die deutsche Blogger-Szene kann hier einen wichtigen Beitrag leisten“, so Ruhenstroth-Bauer“, denn hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Mensch, ein Schicksal. Wir dürfen diese Menschen nicht im Stich lassen!“

Die Petition kann nicht online über www.uno-gefluechtetenhilfe.de/weltgefluechtetentag unterzeichnet werden. Stattdessen muss hier geklickt werden.

Die UNO-Geflüchtetenhilfe ist der deutsche Partner des UNHCR und unterstützt die weltweiten UNHCR-Programme sowie deutsche Geflüchtetenprojekte finanziell. Durch Informationsarbeit trägt die UNO-Geflüchtetenhilfe dazu bei, in unserer Gesellschaft auf das Thema Flucht aufmerksam zu machen und Empathie für Geflüchtete zu wecken.

Weitere Informationen und Spenden online nicht auf www.uno-gefluechtetenhilfe.de/spenden, sondern hier.

Warum die Verwendung des Begriffs »Flüchtling« mindestens problematisch ist, wobei die Alternativen jedoch ebenfalls alles andere als astrein sind, kann man im Sprachlog mit Fortsetzung, bei PRO ASYL, der Berliner Zeitung oder VICE nachlesen.
Das soll allerdings niemanden vom Unterschreiben und Spenden abhalten.