Reisepläne

Um Weßlings Zeit-Text „Wer noch ins Flugzeug steigt, ist ein Klimasünder“ gab es wohl ein wenig Aufregung. Trifft bei so einigen anscheinend einen empfindlichen Nerv – einfach mal die Drunterkommentare checken. Ich muss ihr total recht geben: Fliegerei gehört generell geächtet.

Denn es wird immer mehr in der Welt herumgeflügelt. Weshalb auch immer neue Reiseführer-Webseiten auftauchen – als ob es davon nicht schon wirklich genug geben würde. Doch allein in den letzten Wochen sind mit Dorsia, Trippin und Wandering Through gleich drei recht ähnliche Angebote auf meinen Radar erschienen – schick designte Tipps für Städtetrips. Könnt Ihr selbst ganz gut am Beispiel New / York / City vergleichen, für das natürlich jede Seite noch so alternative Insider-Guides im Angebot hat.

Nach Diktatur verreist

SpOn vermeldet, daß es (Spoiler!) mit München und Dessau zwei deutsche Orte auf die Liste mit den diesjährigen Reisezielempfehlungen der New York Times geschafft haben.

Viel interessanter finde ich allerdings den Hinweis darauf, unter welcher Prämisse 52 Places to Go in 2019 zusammengestellt worden ist. Die Leiterin des Reiseressorts hat nämlich einen Artikel über die Entstehung der Liste verfasst, den SpOn in seiner Meldung anführt:

Die Liste bündele auch Orte, die bedroht sind… Die Redaktion habe den „Klimawandel zur Priorität“ erkoren. „Bei welchen Orten laufen wir Gefahr, sie zu verlieren?“, lautete eine der Leitfragen – wegen der globalen Erwärmung, dem steigenden Meeresspiegel und heftigeren und häufigeren Stürmen.

Das kann man sich nicht ausdenken. Erst vor einem Monat konnte man ebenfalls auf SpOn lesen, was man persönlich gegen den Klimawandel tun könne. Dort heißt es sogar groß in einer Zwischenüberschrift: „Flugreisen zerhauen die CO2-Bilanz komplett“. Und wir brauchen wohl kaum über den kausalen Zusammenhang von Treibhauseffekt und Erderwärmung zu diskutieren.

Und da wird allen Ernstes vorgeschlagen, schnell zu ein paar bedrohten Sehenswürdigkeiten zu jetten, bevor diese endgültig den zum Großteil benzingefüllten Bach runtergehen? An genau 52 Orte, damit man jedes Wochenende einen Kurztrip machen kann. Schön Kerosin ins Feuer gießen.

Erinnert natürlich stark an diese Winterlochdebatte „Grünen-Politiker im Urlaub“. Zum Symbolbild dafür wurde dieser Post von Katharina Schulze erkoren. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayrischen Landtag stellt gerne Forderungen zum Klimaschutz – allerdings ohne sich selbst einzuschränken, wie es scheint.

Schulze hat das Photo nicht gelöscht, aber die Kommentare abstellen (müssen). Für einige Tage nach Kalifornien fliegen und dort plastikverpacktes Eis essen – Shitstorm unredlich verdient, würde ich sagen.

Es wäre allerdings weit weniger schlimm, wenn es sich hierbei um einen ungeschickten Einzelausrutscher handelte. Doch dem ist beileibe nicht so, wie die Statistik zeigt. Zumindest gibt es wenig Gründe anzunehmen, diese über vier Jahre alten Zahlen (wieder SpOn) hätten sich geändert.

Zur Info: Die Verbrennung eines Liters fossilen Brennstoffs erzeugt ungefähr drei Kilogramm CO2. Richtig gelesen, das dreifache des eigenen Gewichts wird in Treibhausgas umgewandelt. Wieviel man selbst davon verschuldet, kann man beim Flight Emissions Calculator nachrechnen.

Fliegen ist zwar nach dem Beheizen einer geräumigen Altbauwohnung der mit Abstand zweitgrößte Klimakiller mit persönlicher Verantwortung, siehe oben, aber eben nicht die einzige Öko-Sünde. Neben Schulzes Photo gab es zum Jahresende einen weiteren Shitstorm in den sozialen Medien, bei dem sich meiner nicht ganz so völlig subjektiven Einschätzung zufolge am meisten diejenigen über diesen Tweet auf, die regelmäßig zum Relaxen nach Südostasien jetten und mehrmals pro Jahr für Citytrips durch Europa düsen. Es ist diese spezielle Blase, die gerne über die Ewiggestrigkeit von allem außer Onlinehandel und Elektroautos spricht, während die Realität so aussieht.

Es ist natürlich wahr, die angesprochenen Streitpunkte stehen für mehr als Umweltverschmutzung. Es geht auch um Verkehrstote und Tierquälerei – während ein Thailandurlaub lediglich Kinderficker quersubventioniert.

Ich fürchte, in zwanzig Jahren auch so ein unverstanden gefühlter Alterweißermann zu werden. Aber wenigstens kann ich dann so ignorant sein, Euch dafür die Schuld zu geben.

Die Welt retten wollen, aber nicht bei sich selbst anfangen. Man steht ja über den Dingen. So wie Al Gore durch die ganze Welt fliegen, um überall Vorträge über Umweltverschmutzung zu halten. Das ist nicht witzig. Weil es eben ehrlicherweise wahr ist.

Warum ist Sioux Falls das angebliche Herz von Amerika und einen Besuch wert?

Beginnen Sie jetzt mit Ihrem ESTA-Antrag, wenn Sie einen Aufenthalt in Amerika in Erwägung ziehen. Die Reisegenehmigung ist für Urlaubs-, sowie auch für Geschäftsreisende notwendig und erst einmal viel wichtiger, als ein Mietwagen oder das Buchen einer passenden Unterkunft. Mit dieser elektronischen Reisegenehmigung in der Tasche können Sie dann problemlos durch Amerika reisen und nicht nur Sioux Falls kennenlernen.

Im amerikanischen Bundesstaat South Dakota gibt es noch einige Indianerreservate, was schon alleine ein guter Grund ist, dieser aufregenden Gegend einen Besuch abzustatten. Hier fanden auch die Drehaufnahmen für den Film „Dances with Wolves“ (Der mit dem Wolf tanzt) statt, einer der meistgesehenen Kinofilme in Deutschland, mit Kevin Costner in der Hauptrolle.

Sioux Falls ist die größte Stadt von South Dakota und laut ihrem Spitznamen soll es auch die beste Kleinstadt in den USA sein. Sie liegt an den schönen Wasserfällen vom Big Sioux River und somit auch im Herzen Amerikas. Der Name der Stadt geht auf die Sioux Indianer zurück, die fast ganz Süd-Dakota dominierten. Auch wenn heutzutage Indianer nur noch selten anzutreffen sind, ist Sioux Falls auf jeden Fall einen Besuch wert. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen u.a. der über 1600 Jahre alte Friedhof der Ureinwohner, der fast 50 ha große Falls Parks mit seinen spektakulären Wasserfällen, sowie auch zahlreiche historische Stätten.

Wie kommt man nach Sioux Falls?

Mit einem gültigen ESTA-Antrag werden Sie keine Probleme haben, Sioux Falls entweder mit dem Flugzeug oder mit einem Leihwagen zu besuchen. Der regionale Flughafen Joe Foss Field liegt ganz in der Nähe von Sioux Falls und zählt mit zu den bedeutendsten Airports in South Dakota mit rund 185 Flugbewegungen täglich, von denen ca. 10 % Linienflüge sind. Nächstgelegene Flughäfen sind der Minneapolis-Saint Paul International Airport, sowie auch das Eppley Airfield vom knapp 300 km entfernten Omaha.

Ansonsten gibt es in Sioux Falls auch gute Bus- und Zugverbindungen, wie z.B. nach Chicago oder Winnipeg. Am nördlichen Stadtrand verläuft die Interstate 90 und im Westen die Interstate 29. Im Stadtgebiet treffen sich die South Dakota Highways 11, 42 und auch die 115.

Die nördlichen Staaten überzeugen die Besucher vorwiegend durch interessante Geschichte und aufregende Naturlandschaften. Auch finden Sie hier noch keinen typischen Massentourismus, so dass sich die Gegend sehr gut zum Entspannen und Erholen eignet. Günstige Flüge lassen sich mit Apps finden, die teilweise sogar bei der Reiseplanung behilflich sein können.

Fazit

Sioux Falls in South Dakota stellt eine hervorragende Alternative zum Massentourismus dar und ist ein sehr guter Ausgangspunkt für einen Rundtrip durch die umliegenden Naturparks wie z.B. den Wind-Cave oder den Badlands-Nationalpark. Aber auch ein Besuch beim weltberühmten Mount Rushmore National Memorial Denkmal in den Black Hills Bergen sollte nicht vergessen werden. Denken Sie bei der Reiseplanung unbedingt an die ESTA Genehmigung, die Sie übrigens auch für Familienmitglieder, Partner oder für andere Reisebegleiter zusammen elektronisch beantragen können. Da die meisten Anträge in der Regel innerhalb von 12 Stunden genehmigt werden, steht einer weiteren Reiseplanung in das Herz Amerikas dann eigentlich nichts mehr im Wege.

Abflug

Das ist schon wirklich eine beeindruckende Zahl. Mehr als ein Viertel.

Die New York Times liefert den passenden Artikel dazu. Obwohl ich nicht glaube, daß sich am Verhältnis großartig etwas ändern wird. Car-Sharing wird größer, klar. Aber das Verkehrsknotenpunkte-Business wird schon für irgendwas Gebühren erfinden, von Parkplätzen bis Drop-off-Genehmigungen.

Am Ende zahlt der Kunde, der Passagier. Richtig so. Fliegen ist einfach (noch) zu billig. Ich bin ja sowieso dafür, „Reisen“ als Hobby ehrlicherweise in „den Planeten zerstören“ umzubenennen.