See you later, Instapaper

Ich glaube, ich habe Instapaper schon früher benutzt, nur eben ohne angemeldeten Account. Wenn ich jetzt an den Anfang meines Archivs zurückgehe, dann ist der zweite Artikel, den ich dort gespeichert habe vom Juli 2011:
Google Tried To Buy Color For $200 Million. Color Said No. | TechCrunch

Anfang diesen Jahres hat der von Marco Arment gegründete Speicherdienst seinen 10. Geburtstag gefeiert. Wobei der Initiator schon länger nicht mehr an Board ist – das Ding hat sich Pinterest irgendwann einverleibt. Bis dahin hatte ich sogar für Instapapers Premium-Features Geld bezahlt.

Es ist ja kein Geheimnis, daß mir dieser Service wegen seiner ungeheuren Praktikabilität einer der liebsten ist. Es gab bis letztes Jahr auch hier im Blog eine wöchentlich gepostete Link- und Zitatesammlung auf Instapaper-Basis. Doch nun ist plötzlich Schluß: vor fünf Tagen kam diese Mail.

Seit drei Tagen funktioniert der Dienst tatsächlich nicht mehr. Und seine vagen Ansagen lassen nichts Gutes befürchten. Wie im Tweet angekündigt bin ich nun also zu Pocket gewechselt. Daß die mittlerweile zu meinem bevorzugten Browser gehören, ist natürlich ein Vorteil. Dennoch fällt mir die Umgewöhnung schwer. Wieso gibt es Highlights nur in den Apps, nicht am Desktop? Und 4,99 € pro Monat für das Premium-Upgrade sind mir zu teuer.

Wen interessieren diese ganzen alten Blogs? Mit Instapaper hat die europäische Datenschutzgrundverordnung ein Opfer, um das es wirklich schade ist. Da hilfen auch kein Eindämmen der Newsletterflut.

Get your GDPR shit together and come back, Instapaper. Pleeeeease!

Notes KW 47/17

aus: How I Got My Attention Back · Wired · by Craig Mod

It’s become common to talk of the “weaponization” of attention. As in: The attention of Americans was weaponized to make facts out of falsities. I think this framing does a disservice to the crux of the problem. It’s not that our attention has been weaponized, a word that vanishes in hyperbole, but rather, mechanized. As in: Our attentions have been wrest from our control, like a flock of android starlings, or a million IP enabled toasters. We were reasonably autonomous things. Now we’re indifferently synchronous, easily manipulated.

Obigen Text habe ich tatsächlich komplett gelesen, von vorne bis hinten. Hat sich rückblickend allerdings nicht ganz gelohnt. Das obige Zitat ist schon der Hitparagraph aus einem ansonsten recht vorhersehbaren Artikel.

Was sich dagegen so in den letzten Wochen auf der Leseliste angestaut hat:

Zum Jahresende also quasi eine Wiederbelebung meiner Links-Serie unter geänderten Vorzeichen. Eben keine nach Konsum für gut befundenen Tipps, sondern eine Erinnerung an mein zukünftiges selbst. Vielleicht komme ich ja zwischen Weihnachten und Silvester zum abarbeiten.

In Klammern die Angabe der ungefähren Lesedauer laut Instapaper. Bin dem Service seit der Übernahme durch die Pest Pinterest gegenüber ja skeptisch eingestellt. Jetzt, da ich browsertechnisch von Chrome zurück zu Firefox bin, könnte ich eigentlich auch gut zu Pocket wechseln, oder?

Heißt es Taschenspüler- oder Taschenspoilertrick?

A bag is not a pocket, and pockets — more than pants, more than ties, more than boxer-briefs, even more than suits — are the great clothing gender divide.

Men’s dress is designed for utility; women’s dress is designed for beauty. It’s not a giant leap to see how pockets, or the lack thereof, reinforce sexist ideas of gender. Men are busy doing things; women are busy being looked at.

The Sexist, Political History of Pockets | racked.com/

RE: Instasorgen

Ich mag meine Bookmarks pur. Nachdem ich del.icio.us ewig die Treue gehalten habe, bin ich letztens doch zu Refind umgezogen) . Dieser noch relativ neue Service kann eine ganze Menge neben der Möglichkeit, gespeicherte Links mit Tags (z.B. meine #pixel) versehen zu ordnen. Allein, ich nutze sie nicht, denn dafür gibt es natürlich wiederum schon Spezialdienste.

Zitate

So sieht das aus, wenn man bei Refind nicht nur die Links ganzer Webseiten sichert, sondern einzelne Sätze davon. Guckst Du. Das ist ganz okay gemacht, an der Browser Extension habe ich nichts auszusetzen, andere könnten kommentieren etc. Aber wie gesagt, ich benutze es nicht.

Eigentlich gehöre ich ja zu den Leuten, die quote.fm insgeheim immer noch ein wenig vermissen. Doch neulich sind auf meinem Schirm zwei neue Player aufgetaucht.

Ich habe beide relativ halbherzig getestet und war mit keinem richtig zufrieden. Der eine ist saulahm auf dem iPhone, der andere sieht besser aus. Aber die Umständlichkeit ist es noch nicht einmal, die mich am meisten stört, es ist das Silodenken. Von del.icio.us zu Refind konnte ich einfach umziehen; hier Bookmarks exportieren, dort Bookmarks importieren – fertig. Highly hat immerhin (für mich nutzlose) Evernote-Anbindung, ist aber irgendwie spammy. Liner schneidet Textshots einfach ab.

Dabei ist alles, was ich will, eine funktionierende IFTTT-Anbindung, damit ich mir meine Services teilweise nach eigenen Vorstellungen zusammenbasteln kann.

Instapaper

Langer Vorlauf, kommen wir zum Titel dieses Posts. Das Read-Later-Tool meiner Wahl ist Instapaper. Ich habe mein Leseverhalten total daran angepasst. Alles, was vor dem Feierabend noch an Tabs offen ist (nicht nur Texte, auch Videos) wird dort gesichert und vor Antritt des Heimwegs noch schnell im Büro-WLAN synchronisiert. Das funktioniert so gut, daß ich für den vollen Leistungsumfang sogar 0,79 € im Monat bezahle.1

Bei Instapaper landen aber auch Texte, die ich gelesen habe, doch irgendwie noch weiterverwenden will. Deshalb haben Zitate mit Einführung der Highlights/Notes-Funktion hier ein Heim gefunden; nicht zuletzt wegen der Option eines Markdown-Exports. Hier müßten Liner/Highly meiner Meinung nach ansetzen: bei der Möglichkeit, Textstellen direkt hier crosszuparken, ohne die Gesamtseite zuvor umständlich bei Instapaper speichern zu müssen. Manche Artikel liest man eben doch sofort.

So hätte man einen Fuß in der Tür, falls sich Dinge plötzlich ändern. Etwa nach dem Verkauf von Instapaper an Pinterest. Denn das PR-blabla glaubt wohl kaum jemand. Marcel Weiß macht sich Sorgen, wahrscheinlich zurecht. Vielleicht doch wieder Pocket?