kommt zu nix

Hier als Liste, weil ich einfach nicht die Zeit finde, das Thema in der ihm gebührenden Ausführlichkeit zu behandeln. Da ruft ein lockerer Einstieg per Video doch wie gekommen.

Dieser sowie die folgenden Links verstopfen mitunter seit Monaten die vordersten Plätze der Tableiste meines Browsers. Mit dabei: die TAZ gleich im Doppelpack. Erstens hat sie anläßlich des Deutschlandstarts des Vice-Newsportal „Broadly“ bereits vor mehr als einem Jahr etwas grundsätzlicher über Leseangebote für Frauen geschrieben. Und zweitens sind Geschlechterrollen Hauptthema beim Interview mit der „Mädchen“-Chefredakteurin.

Wer es noch etwas systemkritischer mag, dem sei der Artikel „Werbung mit bitterem Beigeschmack“ aus der sozialistischen Zeitung ND ans linksschlagende Herz gelegt. Und nur falls man glaubt, für sowas seien nur große Konzerne von oben herab verantwortlich, dem schiebe ich noch „No Sex, Please — We’re Domestic Goddesses“ hinterher – vor fast fünf Jahren ist Laura Sandler nämlich schon aufgefallen, daß insbesondere weibliche Online-Influencer um Penislängen prüder sind als etwa Printveteraninnen wie Cosmopolitan & Co.

Passend dazu auch ein Radiobeitrag des DLF über Geschlechterklischees in der YouTube-Szene. Falls man keinen Bock hat, sich das anzuhören, dann findet man dort auch das Skript zur Sendung.

Und zum Schluß noch ein Link zu Broadly selbst, die darüber berichten „wie eine Frauenseite rechte Propaganda als weibliche Selbstermächtigung verkauft“.

Frau im Spiegel

Der Spiegel greift online das Thema Schleichwerbung von Pharmafirmen in Frauenmagazinen ziemlich breit auf. Neben dem eigentlichen Artikel dazu gibt es eine ganze Reihe beispielhafter Produktnennungen sowie einen eigenen Text zur Datenanalyse. Und eine Bilderklickstrecke darf natürlich auch nicht fehlen. Ganz schön viel Holz.

Schnell stehen die Kritiker von verschiedensten Seiten mit Häme parat. Die einen verweisen indirekt auf das Geschäftsmodell der Spiegeltochter bento.de, die anderen beklagen die willkürliche Auswahl des Untersuchungsgegenstands. Und eine dritte Gruppe freut sich fast über die Relativierung von Sündenfällen im Influencer Marketing.

Einschub // soweit ich das sehe, hat man bei SpOn lediglich Printausgaben von Für Sie, Brigitte Woman, Lisa, Bella etc. unter die Lupe genommen. Vielleicht interessiert mich das Thema nicht nur als (momentan vorwiegend klassischer) Werber auch deshalb besonders, weil ich mich neulich den Websites einiger dieser Zeitschriften gewidmet habe. // Ausschub

standderwerbung

Auch in den Kommentaren unter den SpOn-Artikeln wird nicht mit Hohn und Spott gespart. Tenor: Schleichwerbung in Klatschmagazinen? Superinvestigativ, erzählt uns was Neues… Oder es heißt: Nicht nur Medikamente, auch die privaten TV-Sender und erst das Internet… Dabei hat der Spiegel recht, wenn er an einer Stelle „es ist ein Unterschied, ob sich Frauen aufgrund solcher Platzierungen etwas Lidschatten kaufen oder ein Mittel gegen Tinnitus“ schreibt.

Nicht ohne Grund gelten für Medikamentenwerbung strengere Regelungen als für einfache Konsumprodukte. Prinzipiell okay, niemand möchte Massenabhängigkeiten von Pharmazeug. Das aber wiederum führt natürlich dazu, daß rezeptfreie Mittelchen ungleich stärker beworben werden. Besonders deutlich wird das beim letzten Artikel dieses Spiegel-Dossiers, einem Interview zr Homöopathie-Berichterstattung. Bloß weil sie „Alternativmedizin“ heißt, verzichtet sie doch nicht auf überdosierte PR-Tricks und Marketingkniffe.