Wirtschaftsteil

Daß Sharing Economy und Gig Jobs Euphemismen für Ausbeutung sind, ist mittlerweile immer mehr Menschen klargeworden. Der gute Alexis Madrigal bringt es im Atlantic allerdings mal wieder besonders fein auf den Punkt: What All Those Uber-for-X Companies Did to the World.

An unkind summary, then, of the past half decade of the consumer internet: Venture capitalists have subsidized the creation of platforms for low-paying work that deliver on-demand servant services to rich people, while subjecting all parties to increased surveillance.

Jemandem im Intro eines nirgendwo anders als in der Elbphilharmonie geführten Interviews zu bescheinigen, sie würde „den Elfenbeinturm der Wissenschaft immer wieder gerne verlassen“, das ist schon gehässig Nicht wahr, Manager Magazin?

Viele fühlen sich erst „überfremdet“, seit Fatma und Ali nicht mehr als Putzfrau und Müllmann arbeiten, sondern Lehrer werden oder in die Chefetagen schielen.

In der taz erfährt man von Ferda Ataman, wie Integration und Karriere zusammenhängen.

Düsseldolph Lundgren, Nicht ohne meinen IT-Berg

39 // Man muß sich den Düsseldorfer Handtaschenberg wie das Reifenfeuer von Springfield vorstellen. In den 90ern wurden dort George, Gina & Lucy entsorgt, dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts sehr lange Longchamps. Nun landet seit einiger Zeit immer mehr von Michael Kors auf diesem Haufen.
Bei gutem Wetter kann man die sich zwischen Gerresheim und Grafenberg in schwindelerregende Summen Höhen stapelnden IT-Bags sogar vom anderen Rheinufer in Oberkassel aus sehen.

sprach schatz meister schaft

Wenn ich privat ins Internet schreibe, dann benutze ich immer noch die alte Rechtschreibung. In der Regel verwende ich dabei auch das generische Masuklinum – teils aus reiner Faulheit, teils aus unermesslicher Ich-Bezogenheit. Als Mann bin ich natürlich Egozentriker und selbstverliebt dazu.

Um nicht als komplett misogynes Arschloch abgestempelt zu werden, ändere ich beim Mitteilen von Alltagsbeobachtungen oft das Geschlecht der beschriebenen Person (Also Obacht, wenn einer meiner Tweets mit „Typ vor mir…“ oder so beginnt.) Auf diese Weise wirke ich nur noch wie ein sarkastischer Menschenhasser.

Womit wir beim Thema wären: dem Verein Deutsche Sprache und seinem Aufruf Schluss mit dem Gender-Unfug! Was für eine Liste dämlicher Erstunterzeichner da von „Widerstand“ faselt, da bekomme ich schon reflexhaft Lust, mich doch noch auf die Seite von Stern*chen und Binnen-I zu schlagen.

Mache ich dann aber doch nicht, weil siehe oben.

verraucht

Der Stern macht mit einer Forsa-Umfrage auf und spitzt deren Ergebnisse auf Tabakwerbung zu. Daß es in der Bevölkerung auch eine Mehrheit für ein Verbot von Alkoholwerbung gibt, wird dagegen nur am Rande erwähnt.

Nils Markwardt hat einen hell- und weitsichtigen Text über den Tabakkonsum geschrieben, auch mit historischen Bezügen. Einen Abgesang auf das Rauchen allerdings hat Constantin Seibt bereits vor bereits vor zwölf Jahren geschrieben: Zeitalter der Zigarette erlischt: Eine Kultur löst sich in Luft auf. Und ich rauche immer noch; bin damit aber wohl hoffentlich eine aussterbende Spezies. Man hält sich ja gerne für was Besonderes.

Die eigene Pubertät wird beschrieben als ein unvergleichliches und einzigartiges Weltereignis von absoluter Niedagewesenheit.

Sigrid Löffler: Haben wir da etwas übersehen?