Ganz schön forsch, VW

Kannste Dir nicht ausdenken.

Die Volkswagenstiftung lässt in einem Text den Geschäftsführer einer Werbeagentur über die fehlende Selbstkritik in der Wissenschaft sinnieren. Volkswagen. Dieselgate. Selbstkritik. Aber es kommt noch besser. Gegen Ende des Artikels, ich zitiere:

Neue Unabhängigkeit: Die Wissenschaft muss sich von der Politik emanzipieren und runter von ihrem Schoß.

In Zeiten der Drittmittel… eine etwas abstruse Forderung. Im ganzen Punkt 2) Bitte mal „Politik“ durch „Wirtschaft“ oder „Volkswagenstiftung“ ersetzen und sehen, was für ein Quatsch dabei rauskommt.

Und wenn man dann liest, wie Bundesbildungsministerin Karliczek eine „marktgängigere Wissenschaft“ mit Rechtfertigungszwang fordert (Tagesspiegel), dann kann einem schon anders werden…

Beautybranche

How bloggers are paying up to £20 for EMPTY bottles | Daily Mail Online

‚This trend for buying empty bottles to showcase a premium lifestyle is indeed resourceful, but not necessarily authentic, and questions the necessity to create an unrelenting and unrealistic image of what society deems to be a „perfect life“.

The above issue … is just one layer of many around the potential detrimental impact of social media exposure, when the viewer is not questioning the authenticity of what they are seeing.‘

(Hervorhebungen von mir.)

The Amazon Sample Box Shop Is the Best Discovery I Ever Made | Glamour

Single-use lipsticks in little square foil pouches? Be mine. Fancy serums and antiaging creams I’d never actually buy but am happy to test out for the heck of it? I’m hoarding a bunch in a zip-lock in my bathroom at this very moment. OK, several zip-locks.

Hallo, Amazon? Ich brauche die Luxury Men’s Grooming Box sofort in Deutschland.

Willkommen in Diver City, Einwohnerzahl 2

Was lese ich da? SinnerSchrader und Scholz & Friends schaffen Management-Jobs für Gender & Diversity. Da wird dann schon in Headline vom „Ende der Alphatiere“ fabuliert, der Artikel kommt natürlich supermotiviert daher, es wird wahnsinnig viel empowert, ist von Mentorinnen-Programmen, Gender-Workshops sowie Diversity-Taskforces die Rede und dann gehe ich auf die Websites der Agenturen, da sieht es dann so aus:

Screenshots aus dem Feigenblätterwald: oben SinnerSchrader, unten S&F. Oder auch: allein auf weitem Vorstandsetagenflur.

Ohne hier groß zu Spoilern: Wenn Sie auf der Website der freundlichen Scholzen auf die Namen klicken, kommen dahinter – wie bei den sinnierenden Schraders – natürlich 11 weiße Männer und 1 weiße Frau zum Vorschein.

Es stimmt ja: getan werden muß etwas, mehr als nur das. Zwei Pöstchen und jährliche Workshops werden da nicht reichen. Den propagierten Unternehmenskulturwandel (genauer: lediglich dessen Einleitung, siehe oben) in erster Linie als HR-Thema zu verstehen und diesen PR-technisch auszuschlachten, ist ebenfalls zu kurz gedacht. Aber alles andere würde wohl echtes Investment erfordern.

Now playing: Gangstarr

Filterbalsam

Hier die wichtigsten Zitate aus Michael Seemans Artikel über Wework:

»…schlaue Köpfe hinter Computern…«
»…dahinter arbeiten Startup-Menschen fleißig an ihrem nächsten heißen Ding…«
»…schlaue Köpfe hinter Desktop-Displays…«
»…nur schlaue Köpfe hinter Laptop-Displays…«
»…die neuen Kreativarbeiter ihre Laptops aufklappen…«

Ich habe mich nicht mit copy/paste verhaspelt. Die stehen da wirklich so von oben bis unten drin. Zugegeben, der Text ist ziemlich lang. Aber manchmal sind es eben die unbewußt übernommenen Formulierungen, die am weit größeren Narrativ stricken, als der (auch kritische) Artikel eigentlich thematisiert.