Verspielte Muster

1) In der Spielewelt sind Skins mittlerweile Standard. Von Minecraft bis Fortnite kann man seinen Spielfiguren ein individuelleres Aussehen verleihen. Wobei „leihen“ das falsche Wort ist – viele Gamer lassen sich einen besonderen Look mittlerweile sogar etwas kosten:. Sie bezahlen mitunter für rare und coole Skins.
Jungs achten auch im Internet auf ihr aussehen.

2) Virtuelle Lookbooks haben eine lange Online-Tradition. Zwar hat das Flagschiff Polyvore letztes Jahr dichtgemacht, aber seinen Stil über die Wahl der Kleidung zur Schau zu stellen, ohne die Klamotten dafür kaufen zu müssen, ist und bleibt verlockend. Nur hat sich das User-Verhalten in Zeiten von Social Media eben geändert.
Mädchen reicht für Instagram ein Photo aus der Umkleidekabine.

3) eCommerce versucht bereits länger, das Kauferlebnis echter Geschäfte nachzuahmen. Brillen aufsetzen bei misterspex.de, jede Make-up-Marke hat mindestens eine Beauty-App und der heißeste Sneaker-Drop sold out ist, bleibt einem immerhin noch ein Screenshot.
Kunden kaufen halt immer noch ungern die Katze im Sackkleid.

4) Fast Fashion, nur mit weniger Müll: Digital Clothing ist das Ding der Stunde. Man schickt z.B. Carlings ein Bild von sich und die maßprogrammieren einem ein Kleidungsstück aus ihrer Kollektion direkt auf den abgebildeten Leib.

Das alles kommt immer mehr zusammen.

Man konnte damals schon in Second Life mit seinen Designs Geld verdienen. Es hat etwas gedauert, aber durch Mobile Gaming auf dem Smartphone ist das so langsam keine Nische mehr. Klares Anzeichen dafür: Die großen Luxus-Marken steigen jetzt ins Geschäft ein.

In China sind sie ja immer mindestens einen Schritt weiter. Dort ist Ada bereits auf dem Markt – nicht nur einem Avatar Klamotten anziehen können (für Credits), sondern diese auch real kaufen können. Wobei hier sogar die Kleiderständer mitverdienen. (Wir reden hier nicht über Amazons Speaker.)

“You’re not buying Alexa,” von Guttman says a little peevishly. “You’re engaging with her. Instead of dressing your avatar, you create an outfit for Alexa.” The way it works is that you can access their avatar (with the featured celebrity taking a rake, obviously), dress them up in whichever collection they’re fronting, and then take a virtual selfie with your newly hired virtual friend.

In Europa muß man sich derweil mit einer ähnlichen App namens Drest begnügen. Hier sind nicht so viele Marken mit an Bord und nach einigen Rumgespiele bin ich alles andere als überwältigt. Und das nicht, weil es in der App nur um Frauensachen geht.

Die UX ist dürftig, die Aufgaben sind manchmal unklar und die Bewertungen meistens random. Beim Look gingen die einzelnen Kleidungsstücke offenbar einem stimmigen Gesamtbild voraus. Und man ist schnell mit seinem Startkapital am Ende. Ob das reicht, um das „Haben Wollen“ in Gewinne umzumünzen? Für die App-Macher ist da hoffentlich mehr drin als ein paar Affiliate-Prozente von Farfetch.

Keinen Mucks weit nach rechts

Das ist natürlich dumm gelaufen. Jahrelang rechtfertigen viele Medien ihre ständige Berichterstattung über jeden AfD-Furz mit der Begründung, nur so könne man Höcke & Co entlarven. Und spätestens mit der gestrigen Landtagswahl in Thüringen sollte wohl jedem klar sein: Die Partei wird nicht trotz, sondern wegen ihres Rechtextremismuses gewählt.

Gerade öffentlich-rechtliche Journalisten von Plasberg bis Maischberger, die sich von Reichsbürgern und ähnlichem Gesocks ihre Zwangsgebührenfinanzierung vorwerfen lassen, sorgen mit jeder Talkshoweinladung von AfD-Polikern dafür, daß deren kackbraunes Gedankengut Verbreitung findet. Sie helfen so bei der Normalisierung ihrer menschenverachtenden Meinungen und rassistischen Forderungen. Da ist nichts mit „Ha, ertappt“, sondern bei zu vielen kommt „Endlich sagt’s einer“ an.

Dazu kommt die unsägliche Eigen-PR auf ihren deppenverstärkenden Social-Media-Kanälen. Interviewer und Autoren wollen Applaus für jede achsokritische Frage, die sie stellen und überbieten sich in einem Wer-zeigt-am-klarsten-Kante-Contest. Lassen sich von ihren Leuten feiern, es „denen“ mal wieder richtig gegeben zu haben. Dabei ist das mehr Selbstversicherungsritual als alles andere.

Preaching to the already converted. Ich twittere, mit ganz wenigen Ausnahmen, sehr bewusst nicht über die AfD. Außerdem riskiere ich so nicht, mich mit einem ganzen Haufen drunterkommentierender Schmeißfliegen rumschlagen zu müssen. Auf diese „Auszeichnung“ verzichte ich gerne.

Taktgefühl

Seit nun vier Tagen schlage ich mich beim Pendeln mit diversen KVB-Sperrungen und Umleitungen rum. Während der Herbstferien werden zwischen Poststraße und Appellhofplatz die Gleise erneuert, der Bahnverkehr wird um den sonst so zentralen Knotenpunkt herumgeführt.

Das hat natürlich Auswirkungen auf meinen Weg vom Chlodwigplatz zu den Bahnhöfen. Die Strecke zum Hbf wird länger, weil die Linien 16 und 18 nicht am Barbarossaplatz abbiegen, sondern die Ringe hochfahren. Ich steige also erst am Friesenplatz um, kann dort gerade aber nicht nur die Linie 5 nehmen, sondern wegen der Umleitungen auch die 3 und die 4. Und das finde ich gar nicht so schlimm, stimme da Anja nämlich vollkommen zu:

Der etwas weitere Weg wird durch die höhere Taktfrequenz der Bahnen mindestens ausgeglichen. Anders sieht es leider beim Weg nach Deutz aus. Nach der 17 kann man derzeit an der Severinstraße nicht direkt in die Linien 3 oder 4 umsteigen. Es fährt eine Shuttlebahn nur über die Brücke und zurück, man muß noch einmal an der Suevenstraße das Gefährt wechseln, nur um eine Station weiter um Bahnhof zu gelangen.

Wahrscheinlich wäre es auch hier besser, mit der 15 oder 16 zum Rudolfplatz zu fahren und von dort mit der 1 oder 9 nach Deutz? War auf dem Rückweg gestern allerdings auch nicht optimal. Morgens werde ich es nicht mehr ausprobieren können, denn die zweite Ferienwoche werde ich nicht in Köln sein. Und wenn ich wiederkomme, sind die Arbeiten hoffentlich planmäßig erledigt.