unsaubere Sache

Wenn man marlboro.de in die Adresszeile des Browsers eingibt, passiert gar nichts. Auf marlboro.com komme ich nur mit einem Account weiter. Und die Website des Mutterkonzern Philip Morris gibt pmi.com auch nicht viele Infos her. Deshalb zitiere ich mal smokersplanet.de – liest sich jedenfalls so, als hätten sie die offizielle Pressemitteilung zur Handelseinführung der MARLBORO ADVANCE BLUE ohne Änderungen einfach irgendwo abgeschrieben.

Die innovative ClearSense™ Technologie besteht aus drei Features: Der nach innen versetzte ClearTip™ FILTER sorgt für weniger Kontakt mit dem Filter und bietet durch die dreifache stabile Ummantelung einen sauberen Weg die Zigarette auszudrücken. Speziell ausgewählte ClearSelect™ TOBACCOS stehen für angenehmen Geruch und das neuartige, extraweiße ClearWrap™ PAPER sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch noch für weniger lockere Asche.

Begleitet wird die Einführung dieser „absoluten Neuheit auf dem deutschen Tabakmarkt“ mit einer OOH-Kampagne, zu sehen hier auf einer sich automatisch drehenden Litfaßsäule am Kölner Barbarossaplatz.

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Wenn Begriffe wie „light“ etc. im Zusammenhang mit Zigaretten aus gutem Grund seit 2003 verboten sind: Wer hat dann die Headline

A CLEARER SMOKING PLEASURE

hier durchgewunken? Ist das Kundenwunsch oder Agenturidee gewesen? Vielleicht einfach mal beim Deutschen Werberat nachfragen. Wäre ja schließlich nicht das erste Mal, daß Marlboro-Werbung zu Beanstandungen führt. (siehe Updates hier)

don’t be smart

Man kann speziell die Auflösung der neuen Marlboro-Kampagne „No more maybe“ (Bilder von hier und da) sicher kritisieren. Und das ist auch schon getan worden. Aktuell macht eine ganze Reihe von mehr oder weniger gelungenen Adbusting-Remixen die Runde. Ge-Lungen, haha, verstehste?

Was meines Erachtens allerdings noch keine Erwähnung gefunden hat, ist der total schwache Abklatsch, den Marlboro – bzw. die ausführende Agentur Leo Burnett – im Hinblick auf die letztes Jahr überaus erfolgreiche ebenso kontroverse Diesel-Werbung „Be stupid“ hingelegt hat. Kategorie klassischer Weichspüler. Maybe not enough balls, Philip Morris?

Update 10.10.2013 // Das Landratsamt München hat ein Werbeverbot über die Maybe-Kampagne verhängt. Das ist denn doch etwas albern.

Update-Update 01.12.2015 // Das Verbot ist jetzt doch wieder aufgehoben.