Pick Data

Damit in Deutschland etwas als Mißstand anerkannt wird, muß immer erst mindestens ein unbescholtener Bürger darunter leiden, der »seit Jahren bei einem renommierten Weltunternehmen in Baden-Württemberg angestellt, verheiratet ist und sich ehrenamtlich bei einer Hilfsorganisation engagiert.« Erst dann hat man den richtigen Aufhänger, um über Zusammenarbeit mit umstrittenem Anbieter: Bahn gibt Kundendaten weiter zu berichten.

Den von der Datensammelei am härtesten Betroffenen wird in den seltensten Fällen eine Stimme gegeben. Die rühmliche Ausnahme bildet hier z.B. ein lesenswerter Artikel aus The Atlantic | How Big Data Harms Poor Communities.

Das braucht man gar nicht als US-amerikanische Zustände von sich schieben. Schließlich sind wir ja alle Weltbürger. Wobei das Wort für internationale Jetset-Elite und vor Krieg bzw. Armut Geflüchteten sicherlich ganz unterschiedliche Bedeutung hat. Wo es auch hinführt.

Keiichi Matsuda hat das Setting im Vergleich zu seinem letzten Video zu dem Thema vor immerhin sechs Jahren richtigerweise internationalisiert. Wer das nun als Horrorvision einer weitweit entfernten Zukunft abtun möchte, der sei auf die Probleme von Public Face Recognition in Russia hingewiesen – und zwar im Hier und Jetzt.

Sharing is Göring

Hihi, „Oral University“. Und dann auch noch „Christian“.

Selbst die größten Datenschützer fallen im Social Web übrigens dadurch auf, daß auch sie die Tracking-Endungen bei Links vor dem Teilen nicht entfernen. Hier also die URL aus Evgeny Morozovs Tweet ohne das

?_osource=SocialFlowTwt_CHBrand

am Ende: http://www.nbcchicago.com/news/national-international/Oral-Roberts-University-to-Track-Students-Fitness-367128961.html
Wie lange er noch mit seinem „Only in America“ Recht behält, wird sich zeigen müssen. Nach der Lektüre etwa dieses SZ-Artikels über die geplante Zusammenarbeit von IoT/SmartHome und Versicherungsbranche kommt man da schon ins Grübeln.

ToDo: Gestern frisch in der U-Bahn eine Werbung für NetCologne gesehen – mit der Headline „Dein Daten-Bodyguard“. Im Netz dazu (noch) nichts gefunden. Probiere heute Abend, ein Photo davon nachzureichen.

Und um noch einmal zum christlichen Anfang zurückzukommen: Anordnung über den kirchlichen Datenschutz – Wikipedia