adbust a move

Ich weise auf Twitter oder Linkedin ja öfter mal auf Adbusting-Content hin. Wer das mal selbst ausprobieren möchte, findet hier und da nützliche Hinweise. Und wer nicht lesen möchte, kann sich diese Video-Doku von des Leftstyle-Magazins Supernova ansehen.

Wenigstens für die gesteigerte Unerkennbarkeit durch Mund-Nase-Bedeckungen ist Corona bei solchen Aktionen gut.

Ich verstehe nicht, wie man das Thema so ernst nehmen kann. Werbetreibende sollten es sportlich sehen oder sich in manchen Fällen sogar geehrt fühlen, daß man ihr Motiv eines Bustings für würdig erachtet. Zumal die rechtliche Einschätzung der Strafbarkeit nicht so eindeutig, wenn nicht sogar zweifelhaft ist.

Mit der Polizei suchen sich die Buster hier aber natürlich auch einen unangenehmeren Gegner als mit Unternehmen wie Nestlé oder Marlboro.

very on brand

Für linke Adbuster ergibt sich eine weitere Herausforderung: Die PR-Experten großer Konzerne oder Institutionen reagieren mittlerweile betont gelassen auf die Verfremdungen ihrer Kampagnen. Bundeswehr-Oberstleutnant Marcel Bohnert beispielsweise, ehemals Projektleiter der Bundeswehr-Webserien, sammelt auf seinem Instagram-Account regelmäßig Bilder von Werbetafeln, die von Militärgegnern verändert wurden. »Danke für die Plakatumgestaltung ihr Scherzkekse – damit verschafft ihr uns eine Menge zusätzlicher Aufmerksamkeit«, schreibt er dann.

Wie Adbuster mit einem Sechskantschlüssel die Stadt erobern – Supernova

Ja, der Streisand-Effekt hat sich mittlerweile bis zum allerletzten Kommunikationshansel rumgesprochen. Aber „Even bad news are good news“ ist nur eine Seite. Aktionen wie der AfDventskalender zielen nicht nur auf die Wahrnehmung durch die Allgemeinheit, hoffen auf die multiplikatorische Verbreitung als Photos im Netz. Haben sie einmal die Wahrnehmung einer größeren oder auch nur bestimmten Öffentlichkeit erreicht, sollen sie auch als Hebel dienen, den Firmen und Marken Haltungsbekenntnisse abzuringen.

Spätestens da hätte man sich als Brand wohl gerne früher mit einem passenden Purpose beschäftigt.

Now reading: Trust Me, I’m Lying: Confessions of a Media Manipulator