Abonnierenschaden

Ich halte Paywalls für einen großen Segen, ihr Wert für die Menschheit ist nicht zu überschätzen. Diese ganze unsägliche Diskussion über Filterbubbles wäre ohne den Irrweg, einfach Gratis-Content ins Internet zu kippen, niemals geführt worden.

Ich sehne mich dem Tag entgegen, an dem man nicht mehr alles gesehen und gelesen haben muß. Früher hatte man die seiner PeerGroup und den eigenen Interessen nächstgelegene Tageszeitung abonniert, ab und an ein paar Magazine gekauft. Und als vernünftiger Mensch seinen Büchergeschmack gerade am Anti-Mainstream ausgerichtet. Soweit zu den Lesegewöhnlichkeiten.

Gucken war anders: Wenn etwas Interessantes im TV lief, dann war das auch früher schon Talk of the Town – so wie jetzt auch Serien. Kino ist da nicht mehr der Vorreiter, aber adressiert immer noch die große Masse. Insofern hinkt der Vergleich natürlich nicht nur etwas.

Das wollte ich nur kurz anmerken, bevor ich die Artikel in der NZZ lese „Paywalls: Schaden sie der Demokratie?“ Ich sehe es prinzipiell eigentlich nicht ein, daß ein wenig Distinktionsgewinn hier und etwas Elitebildung da gleich demokratiezersetzend sein sollen, aber nun gut…

Da schreit doch bei Opernsubventionen auch kaum einer nach. Aber Musik ist ja sowieso egal geworden.

It’s the örgsonomy, stupid!

Das sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Also hier bitte Kopf oder Zahl einfügen:

The Millennial home economy: Consumer homes into work spaces

Beim Trendbeobachter WGSN klingt das alles noch erträglich. Auch wenn man den Weichzeichner der Marketingbrille aus jedem Absatz herauslesen kann.

The sharing economy is going to innovate us into the Victorian Era

The Outline liefert dann sozusagen die harte Realität. Vielleicht sollte ich mal wieder in Hauptmanns Die Weber reinschauen.

dreiviertel

Demnächst Gaika-Konzert in Köln. Yay or nay? Ist ja noch etwas hin, am Wochenende jetzt erst einmal The Screenshots.

Nachdem es das insgesamt eher artsyfartsy komplette Visual Album When I Get Home (immer noch?) nur bei Apple Music zu sehen gibt, ist jetzt mit Binz das lockerste Teilstück als Einzelvideo draußen. Es ist auch eins der besten Lieder der Platte, die bei mir derzeit auf Heavy Rotation läuft.

In den YT-Shownotes unter dem Video ist Apple Music auch prominent gelistet, da ist mir klar geworden, daß die Streamingabteilung aus Cupertino zum Angriff übergeht.

Und kurz darauf lese ich, daß es das neue Billie-Eilish-Video von niemand Geringerem als Takashi Murakami(s Team animiert) ebenfalls nur bei Apple Music zu sehen gibt.


Habe mich vor knapp einem Jahr bereits gefragt, wie es entweder „Listen to XY on Spotify“ oder „Hear album XY on Apple Music“ auf die Musikplakate und Konzertankündigungen schaffen. Wenn nicht beide gleich groß abgedruckt sind, dann steckt da doch bestimmt auch so ein Subventionssystem hinter wie früher Intel bei den Printanzeigen von PC-Schmieden oder der Douglasrahmen bei Parfumwerbung für Beteiligung an den Mediaspendings.

(Wollen wir wetten, daß Samsung demnächst Spotify kauft?)

Düsseldolph Lundgren, Nicht ohne meinen IT-Berg

39 // Man muß sich den Düsseldorfer Handtaschenberg wie das Reifenfeuer von Springfield vorstellen. In den 90ern wurden dort George, Gina & Lucy entsorgt, dann zu Beginn des neuen Jahrhunderts sehr lange Longchamps. Nun landet seit einiger Zeit immer mehr von Michael Kors auf diesem Haufen.
Bei gutem Wetter kann man die sich zwischen Gerresheim und Grafenberg in schwindelerregende Summen Höhen stapelnden IT-Bags sogar vom anderen Rheinufer in Oberkassel aus sehen.