Keinen Mucks weit nach rechts

Das ist natürlich dumm gelaufen. Jahrelang rechtfertigen viele Medien ihre ständige Berichterstattung über jeden AfD-Furz mit der Begründung, nur so könne man Höcke & Co entlarven. Und spätestens mit der gestrigen Landtagswahl in Thüringen sollte wohl jedem klar sein: Die Partei wird nicht trotz, sondern wegen ihres Rechtextremismuses gewählt.

Gerade öffentlich-rechtliche Journalisten von Plasberg bis Maischberger, die sich von Reichsbürgern und ähnlichem Gesocks ihre Zwangsgebührenfinanzierung vorwerfen lassen, sorgen mit jeder Talkshoweinladung von AfD-Polikern dafür, daß deren kackbraunes Gedankengut Verbreitung findet. Sie helfen so bei der Normalisierung ihrer menschenverachtenden Meinungen und rassistischen Forderungen. Da ist nichts mit „Ha, ertappt“, sondern bei zu vielen kommt „Endlich sagt’s einer“ an.

Dazu kommt die unsägliche Eigen-PR auf ihren deppenverstärkenden Social-Media-Kanälen. Interviewer und Autoren wollen Applaus für jede achsokritische Frage, die sie stellen und überbieten sich in einem Wer-zeigt-am-klarsten-Kante-Contest. Lassen sich von ihren Leuten feiern, es „denen“ mal wieder richtig gegeben zu haben. Dabei ist das mehr Selbstversicherungsritual als alles andere.

Preaching to the already converted. Ich twittere, mit ganz wenigen Ausnahmen, sehr bewusst nicht über die AfD. Außerdem riskiere ich so nicht, mich mit einem ganzen Haufen drunterkommentierender Schmeißfliegen rumschlagen zu müssen. Auf diese „Auszeichnung“ verzichte ich gerne.