Kollekte 2.0

The YouVersion Bible App is on more than 300 million devices around the world. It claims to be the No. 1 Bible app and comes with over 1,400 Bibles in over 1,000 languages. It also harvests data as if the Rapture is coming tomorrow.

Notable permissions the app demands are full internet access, the ability to connect and disconnect to Wi-Fi, modify stored content on the phone, track the device’s location, and read all a user’s contacts.

It’s not immediately clear why the app needs all this data. One can only assume that it’s reporting it all to your deity of choice. Well, that or ad agencies.

Delete These Now: The Worst Apps for Privacy in 2019

#dhdl

Da braucht man gar nicht erst mit App-Müdigkeit und so weiter anfangen. Der elitäre Techzirkel ist und bleibt eine Startup-Blase. Entrepreneurship reimt sich nicht für jeden auf hip. Als billiges Entertainment macht es viel eher Sinn.

Für alle, die wollen, daß Digitalkram vielleicht sogar auf längere Sicht funktioniert, nervt sowas einfach nur. Selbst mir macht es keine Spaß mehr, ständig dem neuen hycen Shyce hinterherzurennen. Nach dem Ende von Mailbox habe ich mich noch einmal für einen Wechsel zu Polymail aufgerafft. Wenn die dichtmachen, entscheide ich mich wahrscheinlich für Apples nativen Client.

Obwohl heute der letzte Tag von Sunrise ist, habe ich immer noch keine rundum vernünftige Vertretung gefunden. OneView noch nicht als iPhone-App am Start, Moleskine-Planner recht teuer, Fantastical häßlich. So wird es wahrscheinlich auf die Kalender-App von Google hinauslaufen. Ich nutze Snapchat kaum und habe PokemonGo noch nicht einmal installiert.

„Besser schlechte PR als gar keine PR“ kann aber auch nicht die Lösung sein, denke ich. Man kann sehr wohl eine Menge falsch machen.

Benachrichtigung / Bevormundung

Einstieg // Das Update auf Unicode 8.0 wird neue Emojis bringen, unter anderem Einhörner und Metalgesten. Instagrams Engineering Blog liefert nach dem Klick auf die Graphik ein paar erstaunliche Zahlen zur Emojinutzung.

Umstieg // Dirk von Gehlen meint, wir hätten „noch nicht so richtig verstanden, wie man das Internet einsetzt. Wir versuchen uns in Techniken … wir betrachten das Netz wie ein Medium, das klassisch verbreitet wird.“ Er schmeißt dabei fröhlich die Digitalisierung, das www und andere Begriffe durcheinander. Oder verengt zumindest die Perspektive unsachgemäß.

Dazu The Awl mit einem langen Text über die auf „mobile first“ aufbauenden Smartphone-Entwicklungen, von Apps hin zum Betriebssystem unter dem Stichwort „parent platform“. Die deutsche Schmalspurversion des Artikels gibt es auf ZEIT ONLINE.

Das ist als Beschreibung sich abzeichnender Technik- und Usertrends scharf beobachtet und wohl auch ziemlich richtig. Und von Gehlen würde sicher zustimmen. Nur beschreibt es eben lediglich einen Ausschnitt – mag er auch die Speerspitze sein. Aber das ist nicht alles, wie Jeremy Keith in Journal—Web! What is it good for? festhält.

There will always be some alternative that is technologically more advanced than the web. First there were CD-ROMs. Then we had Flash. Now we have native apps. Each one of those platforms offered more power and functionality than you could get from a web browser. And yet the web persists. That’s because none of the individual creations made with those technologies could compete with the collective power of all of the web, hyperlinked together.

Der Permalink ist eine tolle Sache. Universelle Erreichbarkeit ist etwas, das man nicht leichtfertig für die nächste Techmode aufgeben sollte. Nicht mehr funktionierende URL-shortener, Spotify als gated community oder – um etwas Positives zu bringen – DuckDuckGo sind Beispiele dafür.

Das muß nicht heißen, man könne nicht über Browser hinausgehen bzw. -wachsen, aber man sollte immer eine Access Backdoor zumindest mitdenken. Das hat auch nicht wirklich etwas mit der von Martin Weigert diagnostizierten Webnostalgie zu tun. Die besten Features aus der Pionierzeit in die Zukunft hinüberretten zu wollen, bedeutet nicht gleichzeitig Fortschrittsfeindlichkeit.

Twitter etwa ist für Vieles zu kritisieren. Doch trotz Apps und Notifications ist jeder einzelne Tweet auch per Link erreichbar – ohne Account, auf jedem Device. Sie haben die Archive zugänglich gemacht und – naja – die Suchfunktion verbessert. (Zum Brocken Facebook dann vielleicht mal gesondert ein paar Worte, wollte eh noch was zum IndieWeb schreiben.)

Ausstieg // Christoph Kappes: Sieben Sünden der Internetgesellschaft – plus interessanter Anmerkungen dazu von Hack und Bov.