Zurück in die Zukunft

Man soll ja eigentlich nicht alles mit dem Rechtsruck erklären, aber das von Dirk angesprochene Phänomen geht weit über eine “ausgelaugte Popkultur” hinaus. Vielmehr ersteckt sich die Abwesenheit neuer Ideen umfassend über so viele Bereiche, daß sich die Kulturproduktion dem allgemein vorherrschenden Credo “Keine Experimente!” nicht entziehen kann, wie die ständige Film-Abfolge von Sequels und Remakes zeigt.

Einige Beispiele:

  • Die Leute wählen nicht nur rechter (ob das wirklich “konservativer” ist, steht auf einem anderen Blatt), das Erstarken der AfD lässt sich auch durch die Ideenlosigkeit der restlichen Parteien erklären.
  • Die beliebteste Farbe bei Neuwagen – die sich auch von der Form her kaum unterscheiden – ist Grau, gefolgt von Schwarz und Dunkelblau. Knallrote Lackierungen sieht man nur noch an Oldtimern und millionenteuren Sportwagen.
  • Werbung ist nicht mehr originell, das fordert im Zweifelsfall nur Shitstorms heraus. Stattdessen wird durch endloses A/B-Testing auf die aktuellen Trend-KPIs hinoptimiert.
  • YouTube-Autoplay, Spotify-Playlists und Netflix’ Wiedererfindung des linearen TV-Programms mit seinen Always-on-Channels.
  • Überhaupt Social-Algorithmen.
  • In der Mode sind Retro-Trends ja schon lange gang und gäbe. Wenn man die Berichterstattung dazu über Jahre verfolgt hat, dann klingt das “die 80er zurück”, “Hüfthosen sind wieder da” immer ritualiserter.
  • Body-Positivity war gestern, jetzt gibt es Ozempic. Den Tradwives gefällt das.

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