Die Raubtiere hören nicht auf, sich über ihre Benennung zu beschweren. Erst waren es nur die deutschen Raubtiere, dann die im Zoo gefangen gehaltenen exotischen Raubtiere. Raub ist nach dem Gesetz eine Straftat1, deshalb fühlt sich eine ganze Säugetiergattung verunglimpft.
Wie cool ist dagegen bitte der Begriff Predator im Englischen? Löwen und Tiger überlegen schon, eine Petiton gegen diese pauschalisierende Bezeichnung zu starten. Mit Verweis auf die unzähligen Anglizismen fordern sie, Raubtiere von nun an eingedeutscht Predatoren zu nennen.
Ist das wirklich die beste Lösung? Vorschläge für eine alternative Neubenennung gerne als Reply oder Kommentar.
- Der Raubtatbestand schützt das Eigentum und die Willensfreiheit des Opfers. Wegen Raubs macht sich strafbar, wer eine fremde bewegliche Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben wegnimmt. § 249 StGB steht in engem sachlichen Zusammenhang zu den Erpressungsdelikten (§ 253, § 255 StGB), die Nötigungen unter Strafe stellen, die in Bereicherungsabsicht begangen werden. Da dies begrifflich die Nötigung zur Duldung der Wegnahme, also zur Duldung von Raubhandlungen, mit einschließt, bestehen Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen Raub und Erpressung, die bis heute nicht aufgelöst wurden. Große Bezüge zum Raub weisen ebenfalls der räuberische Diebstahl (§ 252 StGB), der räuberische Angriff auf Kraftfahrer (§ 316a StGB), der erpresserische Menschenraub (§ 239a StGB) und die Geiselnahme (§ 239b StGB) auf. Beim sog. Kunstraub handelt es sich dagegen um ein historisch-empirisches Phänomen und rechtspolitisches Schlagwort, nicht aber notwendig um einen Raub im rechtstechnischen Sinn. ↩︎
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