Verpackung

Je länger ich über das Wort Verarbeitung nachdenke, desto ungreifbarer, unbegreiflicher, begriffsstutziger wird es. Ver-arbeit-ung.

Der Duden schreibt über die Herkunft der Vorsilbe ver-/Ver und listet verwirrende acht verschiedene heutige Bedeutungen auf, die sich sehr formal auf die involvierte Wortart beziehen. Mich interessiert aber nicht der Unterschied zwischen ‘Verarbeitung’ und ‘verarbeiten’.

In “Bildungen mit Substantiven und einer Endung” drückt ver-/Ver aus, dass “sich eine Person oder Sache [im Laufe der Zeit] zu etwas (was im Substantiv oder Adjektiv genannt wird) hin verändert” oder “zu etwas gemacht, in einen bestimmten Zustand versetzt, in etwas umgesetzt wird”, heißt es dort.

Auf der einen Seite haben wir Worte wie Verschärfung oder Verstädterung – etwas wird schärfer gemacht, die Urbanisierung schreitet voran. Ein Mensch wird verbeamtet und ist dann ein Beamter. Auf der anderen Seite fallen mir die Begriffe Vergebung und Verteufelung ein. Oder Verschlimmbesserung.

Bei der ‘Verarbeitung’ werden Dinge ja nicht direkt zu Arbeit, aber sie werden in eine bearbeitbare Form gebracht – Daten. Und dieser prozessurale Charakter macht dann Arbeit: die sogenannte Weiterverarbeitung.


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