Coordinated Universal Time (UTC) +2

Einer meiner Junior Writer ist jetzt nach Portugal gezogen, einfach so. Hat seine Wohnung in Berlin möbliert untervermietet, sein Auto vollgepackt und ist nach Silvester runtergefahren. Für seine Unterkunft im dortigen Südwesten, ein kleines Häuschen mit zehn Minuten Fahrtweg zum Strand, bezahlt er weniger als in Deutschland. Das soll nicht für immer sein, aber ein Enddatum hat er sich nicht gesetzt. “Mal gucken, wie lange das so geht.” Seine Freundin ist mit von der Partie.

Jetzt habe ich ja Familie, insofern steht so eine Relokation für mich nicht zur Debatte, aber keine Frage: Wenn es zu meiner Zeit als relativ ungebundener Junior schon die Möglichkeit für remote work from anywhere gegeben hätte, ich wäre sowas von dabei gewesen. Fast drei Jahre HomeOffice zeigen mir, daß man für meinen Copywriter-Job keinesfalls in einem Großraumbüro sitzen muß.

Portugal wäre für mich als Spätaufsteher – und vor allem: Late Worker – allerdings die falsche Richtung bzw. Zeitzone. Athen, Beirut oder sogar südafrika fielen mir da spontan ein, stelle ich mir zumindest nicht so teuer wie Helsinki oder Israel vor. Für mich allein wären wahrscheinlich sogar zwei Stunden später aufstehen drin, aber nach Moskau, Saudi-Arabien und Somalia zieht mich nicht so viel. Anderes Ende der Welt ginge im Tagesgeschäft jedenfalls nicht, das haben mir Jobs vor Augen geführt, für die ich mich mit Leuten in San Francisco oder Kuala Lumpur abstimmen musste.

Was allerdings schon ein Bundesland weiter nervt: die unterschiedlichen Feiertage. Meine Freunde in NRW wollen z.B. am langen Fronleichnam-Wochenende einen Kurztrip an die holländische Nordsee machen, dafür muß ich mit meinem Berliner Arbeitgeber gleich mehrere Urlaubstage investieren. Doch ich will nicht meckern, es gibt auch Vorteile:

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