Passivsport

By drikkes on 04/01/2022 — 2 mins read

Was Kottke hier über englischen Fußball sagt:

I don’t have a favorite team, I just like watching the best players in the world play football at a high level. I know this particular way of being a sports fan is often offensive to Real Sports Fans™ because you need to have a team and get upset and rend your garments when they lose and beat up the other teams’ fans, but my parents didn’t happen to live within 20 miles of an English soccer stadium when I was born, so I can do what I like.

Das gilt auch für mich und die NBA. Beinahe jeden Abend schaue ich mir die Zusammenfassungen der Spiele aus der Nacht davor an. Die kann man umsonst in der App gucken und dann streame ich die paar 90-Sekünder über Chromecast auf den Fernseher. Die spielen echt jeden Tag und sowas wie eine Winterpause gibt es nicht. Aber gut, wenn man sich nicht nur für 12 Lieblingsteams interessiert und stattdessen den gesamten europäischen Top-Fußball verfolgt, dann ist der Kalender auch ziemlich voll.

Wenn mein Sohn mitschaut, dann möchte er mehr noch als die Spiele selbst vor allem die Ranking-Videos „Top-Dunks from December“ oder „Top-Plays of the week“ sehen. Gucke ich mir nach den Match-Zusammenfassungen auch gerne an, obwohl ich die einzelnen Aktionen dann natürlich schon kenne. Einfach, weil manches echt spektakulär ist.

Und doch ist es mehr als „watching the best players in the world play basketball at a high level.“ Es geht auch um Ergebnisse, ich fiebere mit, auch wenn ich zu keinem bestimmten Team halte. Und es gibt einfach Mannschaften, die kann ich weniger leiden; da freue ich mich, wenn die verlieren. Mit der „Hide Scores“-Funktion in der App bin ich vor Spoilern geschützt, aber der zeitversetzte Konsum ist natürlich ein Problem. Deshalb habe ich aufgegeben, irgendwelchen NBA-Stars oder Basketball-Kommentatoren auf Twitter zu folgen. (Manchmal schaue ich noch einen Morgen später auf dem NBA-Flipboard vorbei.) Das funktioniert im deutschen Internet soweit ganz gut, weil die NBA hier in den seltensten Fällen ein Thema für die Titelseiten ist.

Zum Allstar-Wochenende oder spätestens zum Beginn der Playoffs werde ich mir wieder ein DAZN-Abo gönnen, obwohl die es letztes Jahr beim Finale dermaßen verkackt haben. Da kam die Preiserhöhung für mich als willkommener Grund zur Kündigung. Wenn man sonst nichts als die NBA guckt, dann sind 150 Euro jährlich einfach zu teuer. Egal wie unglaublich gut die Jungs mit dem Ball zaubern können.

Posted in: Über Schaubares