Auf die Plätze

Wenn Ihr derzeit die Olympischen Winterspiele auf Eurosport bzw. HBO Max verfolgt, dann werdet Ihr folgenden Werbespot für die Sneakermarke Salomon bestimmt kennen. Habe im Internet leider nur die US-Version dieses TVCs gefunden.

Wen der eigentliche Inhalt interessiert, findet hier eine Beschreibung/Kritik der ungewöhnlichen Bildgewaltätigkeit. Mir geht es nur um einen Aspekt: Für den deutschen Markt läuft das mit übersetztem Voiceover als gekürzter 30″. Aber weil wir alle heutzutage so schrecklich internationale Konsumentys sind, soll der englischsprachige Claim natürlich weltweit überall gleich funktionieren.

Was soll’s, ist ja auch nur eine Aneinanderreihung dreier recht willkürlicher, unbedingt positiv konnotierter Schlagwörter, die im besten Fall positiv auf das Brand Image einzahlen sollen, oder? Marketing-Sprech eben. (Ja, so reden wir wirklich.)

Sorry für die schlechte Qualität, musste die Endcard des DE-Spots vom Fernseher abphotographieren.

So ganz scheint man den Braten beim Schuhhersteller Salomon (und der mit der Adaption beauftragten Agentur) dann doch nicht zu trauen, weshalb man mit Sternchentext eine deutsche, sehr wortgetreue Übersetzung von SHAPING NEW FUTURES klein unten rechts einblendet. Die berühmt-berüchtigte, mittlerweile über zwanzig Jahre alte Studie zum hiesigen Verständnis von Claims wie “come in and find out” wirkt in der Branche eben immer noch nach.

*Fand ich irgendwie witzig.


2 responses to “Auf die Plätze

  1. Lauwarmer Take: Ich behaupte einfach mal, diese Studie mit gerade einmal 1.000 Teilnehmys würde keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten und zeigt höchstens, daß Menschen der Webung bedeutend weniger Beachtung schenken, als mir und meinen Kollegys lieb ist.
    Ich halte die Ergebnisse für überspitzt um des PR-Effekts willen. Den alten Sat1-Claim “powered by emotion” mit der Nazi-Parole “Kraft durch Freude” in Verbindung zu bringen, das ist einfach ein zu aufmerksamkeitserregender Aufhänger.
    Mein Take-away: Wenn Werbebotschaften derart beliebig und austauschbar sind (siehe oben), dann ist es fast egal, in welcher Sprache sie kommuniziert werden.

  2. Das gehaucht-gesungene Soundlogo am Ende der #Allianz Werbespots ist jedenfalls zehnmal schlimmer.

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