Highlights KW 03/15

Das ist es also, was man sich von Herrn Maibaum erzählte. Er war ein allein stehendes russisches Walross, das aus dem Tierpark Hagenbeck ausgebrochen war und sich zur Tarnung als HSV-Fan ausgab. Natürlich gab es Menschen, die das für Humbug hielten. Alles erfunden, sagten sie. Doch nach dem Tod von Herrn Maibaum wurden sie eines besseren belehrt.

Wo die Dinge ein Ende finden: Maibaums Keller

Die Erinnerung sagt, dass damals die Jeansblousons im Moon-Washed-Look gegen sogenannte Anoraks ausgetauscht wurden, die in Wahrheit auch eher Blousons waren, aber gefüttert. Dieses Meer von Anoraks und Deutschlandfahnen, von dem Helmut Kohl in jenem Dezember vor 25 Jahren vor der Ruine der Frauenkirche den Auftrag zur Herstellung der deutschen Einheit durch atmosphärisches Erspüren empfangen haben wollte, während selbst die, die es nur mit dem vorsichtigeren Zeitplan der SPD hielten, als rote Socken durch die Stadt gejagt wurden.

Schlund | Peter Richter – sehr guter Text. Zur Jackenfrage siehe bitte auch Katz & Goldt | Auf dem Weg zur Stiftung Lesehemd.

Interviews können natürlich große Relevanz haben, der Playboy schafft es nur mit Interviews, seine Leser an sich zu binden.

Frau Meike sagt: Krautreporter und die Suche nach der Relevanz – Ich rufe KR nie anlaßlos von selbst auf. Und ehrlich gesagt kann ich die Artikel, die mir in die Timeline gepült wurden, an einer Hand abzählen. Wobei über die Hälfte von der hier auch schon verlinkten Theresa Bäuerlein kamen. Und ich dann immer noch zwei Finger für ein Peacezeichen übrig hätte. (Aber das sagt sich so leicht, wenn man weder etwas von dem Projekt erwartet, noch sechzig Euro dafür bezahlt hat.)

Perhaps not coincidentally, some men on the internet are also treating women like bots. With the exception of my friends and colleagues, many men who try to talk to me online seem like they would be a lot happier if I automatically responded with a series of properly deferential stock phrases. And I’d be a lot happier if they’d talk to a pile of code instead.

The internet is so damn unpleasant. Do we need fewer humans and more bots? | Jess Zimmerman

Mit den ungeschriebenen Gesetzen, die es schreibenden Frauen nahelegen, im Hinblick auf Politik und Gesellschaftskritik Abstinenz zu üben, die es schreibenden Frauen nahelegen, statt größerer Zusammenhänge lediglich winzige Beobachtungen zu schildern, die es schreibenden Frauen nahelegen, statt Widerspruch und Protest Einverständnis zu zeigen, versucht man, Autorinnen mundtot zu machen.

Autorinnen im literarischen Ghetto – Der Verbrecher Verlag hat jetzt ein Blog.

„It would be unacceptable if representatives of countries that silence journalists were to take advantage of the current outpouring of emotion to try to improve their international image and then continue their repressive policies when they return home,“ RWB secretary-general Christophe Deloire said in a statement.

One student’s epic Twitter attack on hypocritical world leaders at Paris march #CharlieHebdo – Sorry, das finde ich wichtiger, als Frauen/Männer/Merkel/Sarkozy aus irgendwelchen Bildern raus- oder rein zu montieren. Klassische Trollerei.

Ganz egal, Hauptsache jeder hat schon mal davon gehört, dann sind die Chancen größer, dass man mit seinem Hass nicht alleine ist und Mitstreiter gewinnen kann. Warum die Menschen das tun, ist schnell erklärt: weil sie ihren eigenen Hass leichter ertragen als ihre eigene Angst. Denn das Dilemma ist ja, dass man feststeckt in der Gegenwart. Eingeklemmt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Man kann weder vor noch zurück, da kann man schon mal Panik kriegen. Und anschließend wütend werden.

Woher der Hass? Die Zukunft – Leben – jetzt.de

Zugaben:

Loading Disqus Comments ...

1 comment

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.