Elvis has entered the building

Vor einigen Wochen hat Ryan Holiday im Observer sehr interessante Einblicke in eine von ihm selbst 2009 mitentwickelte Werbekampagne gegeben: I Helped Create the Milo Trolling Playbook—Stop Playing Right Into It. Durch Vandalismus an ihren eigenen (absichtlich geschmacklosen) Plakaten, durch von ihnen selbst ins Leben gerufene Boykottgruppen und ähnliche Mittel, haben Holiday und seine Mitstreiter es geschafft, trotz sehr bescheidener Mittel ein überproportional großes Maß an Publicity zu generieren.

It’s easy to sound smart and provocative when you’re the underdog. It’s easier to be reckless when you have nothing to lose. It’s also easier to create a united front when you really are being persecuted or attacked—when you’re an outsider.

Wie die Überschrift des Artikels andeutet, ist seine Lektüre nicht nur für professionelle Marketer interessant. Denn im Internetzeitalter der allgemeinen Aufmerksamkeitsökonomie gibt es gute Gründe, Reiz/Reaktion-Schemata zu analysieren. Nicht umsonst gehört Holidays Bestseller „Trust Me, I’m Lying“ zu den Lieblingsbüchern der Alt-Right Propagandaabteilung, die es statt als Warnung eben einfach als Anleitung verstehen.

Auch wenn sich der neue US-Präsi nicht gerade überschwänglicher Beliebtheit erfreut – selbst unerwünschter Erfolg hat noch eine ganze Menge Väter. So liefert jedenfalls eine Websuche nach „accidentally helped Trump“ eine recht lange Liste an entweder distanzierenden Schulterklopfern oder vorsatzlosem Täter-Blaming.

Beispielsweise Timothy O’Leary zum Einfluß seiner 90er-Infomercials, ein wirklich abgefeimtes Stück Eigenwerbung. Oder die Liberal Media Outlets sind schuld. Oder gleich die Vorgänger-Politik Obamas. Oder Algorithmen.

Ich muß ich letzter Zeit oft an Folgendes denken: Elvis‘ manager sold „I Hate Elvis“ badges to make money from those who otherwise wouldn’t have parted with their cash for Elvis merchandise.

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