Verortung von LIEBE in Frauenmagazinen

Beruflich texte ich schon immer viel für Kosmetik. Da habe ich mir, während Ihr gestern die Bambi-Verleihung gesehen habt, mal auf den Internetseiten diverser Zeitschriften für die weibliche Zielgruppe angeschaut, wo dort in der Navigation der Themenkomplex „Liebe“ auftaucht. Angefangen bei meinem Einstieg ins Social Web vor zehn Jahren, vor Facebook und Twitter habe ich nämlich zu Recherchezwecken regelmäßig das Beauty-Forum der Glamunity aufgesucht.

glamour.de/

Hauptnavigationspunkt mit den Unterpunkten „Männer verstehen“, „Sex-Tipps“, „Kamasutra“, „Sex der Sternzeichen“ und „GLAMOUR Tarot“.

cosmopolitan.de/

„Liebe“ ist hier ebenfalls Hauptnavigationspunkt mit den handfesteren Unterpunkten „Sex“, „Beziehung“, „Flirten“, „Männer“ und „Hochzeit“ – nicht zu verwechseln mit „Vernunftehe“. Die würde wahrscheinlich unter „Wirtschaft“ fallen, wenn es so eine abwegige Rubrik in einer Frauenzeitschrift gäbe. Die Cosmo hat noch nicht einmal einen Punkt „Karriere“, stattdessen gibt es einen Unterpunkt „Erfolg“ unter dem Hauptpunkt (ja, Sie lesen richtig) „Trends“.

brigitte.de/

Hat eine sehr umfangreiche Sitemap, wahrscheinlich auch den meisten Content. „Liebe“ ist dabei eine Oberkategorie mit Themaverfehlungen wie „Persönlichkeit“ nebst passenden Tests. Und Werbung auf Navi-Ebene. Schön auch die Teaser rechts mit Headlines in bester Clickbaiting-Manier.

wunderweib.de/

Das Portal habe ich immer noch nicht ganz durchschaut. Es bündelt notdürftig die Onlinepräsenzen klassischer Frauenzeitschriften des Bauer Verlags wie Tina, Bella, oder Laura. Während Joy mit eigener Redaktion vertreten ist und die junge InTouch noch einmal ganz anders daherkommt.

Die Startseite hingegen verfügt über das übliche Themenspektrum. „Liebe“ in Reihe 1 mit den Unterpunkten „Beziehung“, oha: „Trennung“, „Sex“ und einer Gewinnspiel-Aktion.

bildderfrau.de/

Beim Springerblatt geht’s kurz & knapp. Hier hat der Hauptpunkt „Liebe“ nur die beiden Unterkategorien „Partnerschaft“ sowie „Liebe & Sex“. Mit Betonung auf dem „&“, obwohl der Oberpunkt allein „Liebe“ hießt.

freundin.de/

Sidenote im Vergleich zur „Bild der Frau“ davor, bei der „Kochen & Backen“ und „Diät“ getrennte Themen sind: Hier heißt der Punkt neben unserem Hauptaugenmerk „Liebe“ zusammengefasst „Kochen & Diät“.

Dafür gibt es auch hier „Liebe & Sex“, Tests wie bei Brigitte (nur eben psycho statt persönlich), „Männer verstehen“ wie bei der Glamour und „Flirten“ wie bei der Cosmo. Nur das spezifischere „Sexstellungen“ (Diskussionen der Redaktion imaginieren, welcher Artikel jetzt zu „Sex“ und welcher zu „Stellung“ gehört) verwundert ein wenig. „Trennung“ à la Wunderweib hat die Freundin freundlicherweise umformuliert in „Liebeskummer“.

Allerdings gibt es trotz Überschneidungen einen Bonuspunkt für den expliziten „Orgasmus der Frau“.

stern.de/

Kein reines Frauenblatt, aber sicher mit hohem Anteil weiblicher Leserschaft. Hier versteckt sich das etwas verschämt verklausierte „Liebes Leben“ als Unterkategorie von „Lifestyle“. Man beachte auch die Trennung zum gesponsorten „Besser Leben“.

emotion.de/

Hier versteckt sich die Rubrik „Liebe & Sex“ nicht etwa unter „Leben“ oder „Schönes“, sondern unter dem Navipunkt „Psychologie“. Wo sonst?

bunte.de/

Bei meiner Lieblingsklatschpostille gibt es nur den Unterpunkt „Stars & die Liebe“. „Royals“ lieben nicht.

Auf dem bunten Vorbild gala.de/ taucht „Liebe“ überhaupt nicht als eigener Punkt auf, soweit ich das erkennen kann.

Männerliebe

Habe ich mir heute Morgen der Illusion von Vollständigkeit halber auch angesehen, aber da gibt es gar nicht mehr viel. Fällt also recht kurz aus.

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