Highlights KW 37

Jede ihrer Aktionen wird erfasst und dient den Inhabern der Plattform dazu, ihr System technisch und wirtschaftlich weiter zu optimieren. Sie unterscheiden sich damit nur noch graduell von den sogenannten End-Nutzern, jenen traurigen Gestalten, deren Leben Klick für Klick von Big-Data-Konzernen aller Art monetarisiert wird. Egal, welchen gesellschaftlichen Status sie nach außen hin bekleiden mögen, sie sind in diesen Momenten nicht einmal mehr Lizenzbürger, sondern sie sind ins Datenproletariat abgeglitten. Wie viel Geld sie auch immer mit ihrer Arbeit verdienen mögen, egal wie stark sich ihre individuelle Produktivität erhöhen mag: Jede ihrer Aktionen mehrt  Reichtum und Wissen der Plattformanbieter, den eigentlichen Besitzern der Produktionsmittel. Proletarisierung und Verlust an Privatsphäre gingen schon immer Hand in Hand.

Internetkultur: Der Aufstieg des Datenproletariats

According to our source, this is more than just a talent acquisition, or acquihire. The Path product will likely survive the acquisition and be incorporated, in whole or in part, into Apple’s newly refreshed messages app.

Eine Path-Renaissance würde mich freuen. Benutze das für eine spezielle Vieraugenkonversation leider zu selten. Eigentlich unverständlich.

Im Februar 2011 hält ein Polizeiwagen in der kleinen Wohnsiedlung in Ochsenfurt. Es klopft an Ostertags Tür, sein Sohn ist vor ein paar Minuten zur Schule gegangen. Ein Durchsuchungsbefehl, zwei Beamte und ein Gerichtsvollzieher betreten die Zweizimmerwohnung. Sie packen den Computer ein, Ostertags wertvollsten Besitz. Er ist ein Beweisstück. Gegen Uwe Ostertag liegt eine Anzeige vor. Der Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft Würzburg gegen ihn erhebt: Volksverhetzung. „Da war ich schon richtig baff“, sagt Ostertag. Mit einem Kommentar über körperlich Behinderte war er zu weit gegangen: „Aus einer Apfelkiste sortiert man auch die schlechten aus und wirft sie weg.“

Ostertags Krücken retten ihn. Er spricht von einer „Selbstpersiflage“, da er doch selbst schwerbehindert sei. Die Staatsanwaltschaft lässt ihm das durchgehen. Kein Verfahren, keine Strafe. „Seitdem bin ich ein Staatsfeind“, sagt er und grinst. Die Anzeige hat ihn nicht gebremst. „Ich habe gemerkt, dass ich noch viel weiter gehen kann“, sagt er. „Ich habe nichts zu verlieren, mir kann keiner was.“ Die Provokationen werden schärfer, die Beleidigungen entgleisen: Der Bundespräsident sei ein kriegstreiberisches Arschloch, die katholische Kirche eine „Kinderficksekte“, die Bundesregierung korrupt, Veganer faschistisch. Jeden Tag spuckt Uwe Ostertag seinen Hass ins Netz. Er kämpft gegen alles und nichts. Sein größter Wunsch: „So ein richtiger Shitstorm.“ Ostertag will das, wovor sich andere fürchten. Er will Streit. Er will Prügel.

faz.net/ besucht einen Vollzeittroll.

Jedes YouTube-Video wird eine halbe Million Mal angeklickt.

Nur so als Randnotiz zum überall recht kontrovers herumgereichten Interview mit Byung-Chul Han. In Linklisten Linklisten verlinken ist die neue Meinungsäußerung.

Nur noch jeder Zehnte traut sich offenbar, Filme illegal herunterzuladen. Bei einer kleineren „Neon-Umfrage“ zum Thema Digitaler Wandel aus dem Jahr 2012 hatten noch mehr der Befragten Angst vor Überwachung durch Staat und Unternehmen (jeweils 42 Prozent). Heute sind es trotz NSA-Affäre nur noch 33 (Staat) und 23 Prozent (Unternehmen). // Die Frage ist doch nicht, ob die Leute spießig sind. Die Frage ist, ob sie glücklich sind. Und die Umfrageergebnisse deuten darauf hin.

Forsa-Studie zu jungen Deutschen: Selbstbewusst, konservativ und ziemlich glücklich | stern.de/ (Was @sebaso sagt.)

Der Philosoph Herbert Marcuse, der den Achtundsechzigern einst die Stichwörter lieferte, war einigermaßen schockiert, als ihm aufging, wie geschickt Werbefachleute aus der Tabubruch-Rhetorik der sexuellen Revolution ihren Profit schlugen.

Wobei das Zitat zwar interessant ist, nicht aber zentral für das Artikelthema Postsexualität steht. Ihm würde ich allerdings – entgegen dem Artikeltenor (typisch zeit.de/) – uneingeschränkt zustimmen. Die Lektüre lohnt dennoch.

Als Hater braucht man das nicht. Die Liebe. Als Hater weiß man, dass man Hater ist. Als Hater sitzt man einsam und allein im Haterbunker und hatet, tagein, tagaus. Knallhammerhart. Und ab und zu nascht man natürlich Obst.

Das zweite große @nouveaubeton-Interview – jetzt noch größer! Wow! // Ich durfte dankenswerterweise das am 15. September erscheinende Dramadrama Sabyne – Eine Frau macht alles richtig! bereits vorab lesen. (out now)

To be sure, chef-style food has not charmed all residents. At Mercy Circle, old standards made from scratch, like grilled cheese, banana pudding and chicken salad, are more popular than dishes that push the culinary frontier. And a farmers’ market is a nice distraction, residents say, but they are not as enthralled as the people who organize it.

Grandma’s Meat Loaf? Hardly. Her Retirement Home Now Has a 3-Star Chef.

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