Follow drikkes on Twitter Habe so eine Vermutung, wer die Tür vom Stromhäuschen gegenüber tapeziert hat. /cc



schon wieder revolution?

Gerade die Rezension des neuen Buchs von Slavoj Žižek bei antjeschrupp.com/ gelesen, in dem der slowenische Kulturphilosoph u.a. auf eine Szene aus dem Film Die üblichen Verdächtigen zu sprechen kommt. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das folgende Zitat aus Heinrich von Kleists Drama Die Hermannsschlacht hinweisen, 1. Akt, 3. Auftritt.

Wolf (umarmt ihn).
Du Lieber, Wackrer, Göttlicher –!
Wahrhaftig, du gefällst mir. – Kommt, stoßt an!
Hermann soll, der Befreier Deutschlands, leben!

Hermann (sich losmachend).
Kurz, wollt ihr, wie ich schon einmal euch sagte,
Zusammenraffen Weib und Kind,
Und auf der Weser rechtes Ufer bringen,
Geschirre, goldn’ und silberne, die ihr
Besitzet, schmelzen, Perlen und Juwelen
Verkaufen oder sie verpfänden,
Verheeren eure Fluren, eure Herden
Erschlagen, eure Plätze niederbrennen,
So bin ich euer Mann

Wolf.                                   Wie? Was?

Hermann.                                               Wo nicht –?

Thuiskomar.
Die eignen Fluren sollen wir verheeren –?

Dagobert.
Die Herden töten –?

Selgar.                             Unsre Plätze niederbrennen –?

Hermann.
Nicht? Nicht? Ihr wollt es nicht?

Thuiskomar.
Das eben, Rasender, das ist es ja,
Was wir in diesem Krieg verteidigen wollen!

Hermann (abbrechend).
Nun denn, ich glaubte, eure Freiheit wärs.
(Er steht auf.)

Nachtrag // Wer nicht das ganze Buch lesen will: Žižek hat gerade einen thematisch sehr ähnlichen Artikel über die Lohnsklaverei in der London Review of Books veröffentlicht.

Autor: drikkes, Datum: 24. Januar 2012 um 14:16 Uhr, Kategorie(n) und Schlagworte: filed under Über Lesen and tagged , , , , . Um sich bisherige Kommentare anzusehen oder selbst einen zu hinterlassen: Permalink.

zur zeit in mode

Harald Martenstein schreibt im aktuellen ZEIT-Magazin wieder einmal ein paar richtige Dinge über Journalisten, die sich – wie jüngst wieder im Fall Wulff – in ihren Artikeln und Kommentaren als absolute ethische Instanz gerieren, in den meisten Fällen an ihre eigene Person und Arbeit weit niedrigere Maßstäbe anlegen. Dann plaudert der Kolumnist aus dem Nähkästchen, freilich ohne Namen zu nennen, und berichtet über die gängige Praxis, wie etwa Rezensionen zustande kommen, welche Annehmlichkeiten man im Austausch dafür erhält und wie die Schere im eigenen Kopf bestimmte Sätze streicht, einzig aus dem Grund, sie könnten jemand anderem nicht gefallen. Vetternwirtschaft eben, hier in Köln heißt das Klüngel.

Damit will ich nicht etwa sagen, dass der Journalismus in Deutschland korrupt und moralisch verkommen sei. Das ist er nicht. Er ist nicht besser oder schlechter als der Rest der Gesellschaft. Die Medien werden halt nicht so genau kontrolliert wie die Politik.

So weit, so gut. Ich blättere in der Printausgabe ein paar Seiten weiter und dann das: “Im aktuellen ZEITmagazin, das von den Deutschen der Modewelt handelt, haben wir Model und Schauspielerin Jessica Joffe beim Check-in fotografiert” – und erwähnen weder während der achtseitigen Bilderstrecke, noch im Kurzinterview auf Seite 28, welches die “die Münchnerin” immerhin als eine der vierzehn wichtigsten Deutschen im Business vorstellt, daß sie die Tochter von Josef Joffe ist, zufälligerweise Herausgeber der ZEIT.

zwei Seiten der ZEIT

Es wird echt Zeit, das Abonnement dieses Presseerzeugnisses zu kündigen. (Nicht, daß andere besser wären – s.o.)

Autor: drikkes, Datum: 21. Januar 2012 um 16:02 Uhr, Kategorie(n) und Schlagworte: filed under Allgemein, Über Lesen and tagged , , , . Um sich bisherige Kommentare anzusehen oder selbst einen zu hinterlassen: Permalink.

late brunner

Erst wollte ich hier noch meinen Semf dazugeben. Dass mich delicious seit dem Verkauf durch Yahoobesserohneausrufezeichen genervt hat, der Service nach dem dem Redesign einige Zeit holperte, beispielsweise das Bookmarklet sponn. Dass ich noch vor der Avosübernahme zu diigo gewechselt bin, allerdings die gespeicherten Links automatisiert weiterhin auch zu delicious laufen lasse. Was den Nebeneffekt hat, dass der bekanntere Service nach außen hin verlinkt werden kann. Dass ich das Bookmarking jetzt auch nicht so wichtig nehme, als dass ich bereit wäre, Geld für pinbord zu bezahlen.

Dann wollte ich, wie hier ja schon angesprochen, auf ifttt zu sprechen kommen. Was man damit alles anstellen kann, hat Ethem letztens ausführlich beschrieben. Von meiner Seite nur soviel: Ich nutze diesen Service vor allem für Backups und selektives Crossposting. Also nicht automatisiert alles überall hinpacken, sondern beispielsweise taucht ein Instagram-Bild nur dann auf einer Facebook-Seite auf, wenn es mit einem bestimmten Tag versehen worden ist.

Dann wollte ich noch sagen, daß ich Google+ relativ ignoriere. Und daß mir niemand böse sein soll, weil ich ihn auf Path nicht akzeptiert habe. Nutze den Service nur als wirklich privaten SMS-Ersatz.

Und dann habe ich das gelesen.

In den letzten Tagen über zwei Links zu einem meiner Lieblingsfilme gestolpert. Hier das Sketchbook zu Blade Runner, da der Zigarettenwerbespot, den man im Film ständig auf Häuserwände und Luftschiffe projiziert sieht.

Autor: drikkes, Datum: 12. Januar 2012 um 22:53 Uhr, Kategorie(n) und Schlagworte: filed under Netzeug, Über Schaubares and tagged , , . Um sich bisherige Kommentare anzusehen oder selbst einen zu hinterlassen: Permalink.

nobel/macke

Das Jahresende naht, da heißt es auch im Backend des Blogs aufräumen. Dieser Artikel hat als Entwurf ein halbes Jahr auf dem Buckel. Gerade noch – gelinde gesagt – Unverständnis über die Wahl Toby Maguires zum neuen Testimonial für Prada Menswear geäußert, fällt mir ein, daß ich jetzt wenigstens einen halbwegs passablen Aufhänger für diesen Link habe, dessen offener Tab bereits seit einigen Tagen in meinem Browser rumlungert.
Der Tab ist dann irgendwann doch geschlossen worden, nicht ohne den Text vorher bei Instapaper abgespeichert zu haben. Zwischen den Jahren bin ich nun endlich dazu gekommen, ihn komplett zu lesen. Wie Prada sich die Fakes der eigenen Produkte nutzbar macht und letztendlich das eigene Image in Abgrenzung dazu aufbaut und schärft, liefert echte Einsichten. Ich habe viele Texte im Instapaper-Archiv angelesen gelöscht, diesen Artikel auf slate.com/ nicht. Lohnt die Lektüre auch heute noch.

Noch eine olle Kamelle. Dieser Text auf brandeins.de/ schlug vor einigen Wochen einige Wellen, er wurde mir mehrmals in die verschiedenen Timelines gespült und ich selbst habe ihn auf quote.fm/ geteilt. Allerdings nicht zustimmend, wie mein Kommentar verdeutlichen sollte. Lange schlug ich mich mit dem Plan rum, ausführlich darzulegen, was an dem Artikel alles falsch ist. Das kann ich mir jetzt sparen, denn wenn man dieses Interview mit Juli Zeh auf tagesanzeiger.ch/ liest, bekommt man eine ziemlich gute Vorstellung davon.

Autor: drikkes, Datum: 30. Dezember 2011 um 16:41 Uhr, Kategorie(n) und Schlagworte: filed under Netzeug, Reklamierung, Über Lesen and tagged , , , , . Um sich bisherige Kommentare anzusehen oder selbst einen zu hinterlassen: Permalink.

Dialog, post-christmas

Der Dialog unten ist ein willkommener Anlaß gewesen, den Aggregatordienst Storify noch einmal auszuprobieren. Ich hatte ihn schon einmal benutzt, das dann aber trotz des offensichtlichen Nutzens nicht weiterverfolgt, weil die embedded story im RSS feed nicht angezeigt worden ist. Diesmal hat das geklappt. Was allerdings den einzigen Gewinn der neuen Eingebundenheit darstellt. Zumindest, wenn man direkt aus Storify bloggt, statt den embed code zu übernehmen und händisch in den Blogpost einzufügen, wird der Name der Story automatisch zum Artikeltitel. Okay. Aber das Wegfallen der Stats und Sharing options ist gar nicht nach meinem Geschmack. Natürlich könnte man einwenden: Du hast diese Funktionen doch unter jedem Post, sollen die Leute doch statt der embedded story Deinen Artikel weiterverbreiten. Und wenn jemand die Story selbst einbinden will, dann muß er eben auf die Website gehen, ist doch nur ein Klick.

Und ich kann kein vernünftiges Argument dagegenbringen, es gefällt mir trotzdem nicht hundertprozentig. Ist aber auch nicht so schlecht, als daß ich es bei nächster Gelegenheit mal wieder mit der indirekten Codeübernahme probieren werde, statt es direkt von Storify aus zu verbloggen. Man schreibt ja doch gerne noch was dazu, das Publizieren ging mir wohl ein bißchen zu direkt. Wenn man das allerdings weiß, kann man es beim Erstellen der Story (Beschreibung etc.) berücksichtigen.

Die Mailschwemme “Storify Digest” mußte ich hingegen abbestellen. Das war mir zuviel.

Autor: drikkes, Datum: 27. Dezember 2011 um 13:26 Uhr, Kategorie(n) und Schlagworte: filed under Netzeug, Tweet des Monats and tagged , , . Um sich bisherige Kommentare anzusehen oder selbst einen zu hinterlassen: Permalink.

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