{"id":9764,"date":"2015-08-15T10:42:45","date_gmt":"2015-08-15T09:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.com\/?p=9764"},"modified":"2015-08-14T16:43:12","modified_gmt":"2015-08-14T15:43:12","slug":"notes-kw-3315","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=9764","title":{"rendered":"Notes KW 33\/15"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>\n<blockquote><p>\n  Auch hier ist der Spielplatz nun von denen bev\u00f6lkert, vor denen ich damals geflohen war. Menschen, die S\u00e4tze sagen k\u00f6nnten wie: Guten Tag, ich bin Koordinatorin, mein Mann Kommunikator und unser Kind bekommt seine Freiheit. Dauertelefonierende Erwachsene, die sich kleiden, als steckten sie in der finstersten Pubert\u00e4t, die den Mist der achtziger Jahre wieder auftragen und ihren Kindern doch leicht antiquierte Namen wie Konrad, Anton, Luise und Charlotte gegeben haben oder einen, den man beim ersten Aussprechen nicht versteht. Man fragt nach, und diese lieben, veganen, zuckerfreien Kinder sind daran gew\u00f6hnt, ihren Namen mindestens zwei Mal sagen zu m\u00fcssen, eh er verstanden wird, und sie tun es mit einem lieben, unterzuckerten L\u00e4cheln. Es ist niemand mehr da, der ein Bollwerk dagegen errichten, den Kampf aufnehmen k\u00f6nnte. Es fehlt die Frau, die quer \u00fcber den Spielplatz br\u00fcllte: \u201cMELISSA, MELISSAAAA, MUTTI MUSS PISSEN WIE\u2019N ELCH UND JETZE ABMARSCH!\u201d\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/ift.tt\/1GQVBl5\">Freitext: Endstation Reiswaffelmutter<\/a> | Genau so. (Nur da\u00df es nat\u00fcrlich nicht hilft, den Wandel allein zu beklagen. Man ist trotzdem Teil des Gentrifizierungsproblem.)<\/p>\n<blockquote><p>\n  Alle wollen sie doch eine Oper schreiben, die auch geh\u00f6rt, gemocht und nachgespielt wird. Aber dazu m\u00fcsste sie halt ein wenig besser und origineller sein als das grotesk d\u00e4mliche, immer wieder die Parodie und den sauren Kitsch nicht nur streifende Elaborat namens &#8220;Adriana&#8221;, das sein Publikum eher erheiterte denn r\u00fchrte. Denn die Heidenreich scheint hier eine Art Soap-Opera als ernst gemeintes Musiktheater getextet zu haben, im Vergleich zu der sich jeder schamlos gef\u00fchlsduselige Broadway-Musical-Heuler als Inbegriff der Komplexit\u00e4t erweist und selbst eine &#8220;Sturm der Liebe&#8221;-Folge viel mehr hermeneutischen Tiefsinn und intertextuelle Raffinesse offenbart. Die Worte und die Figuren f\u00fcr &#8220;Adriana&#8221; sind einfach nur platt und bl\u00f6d.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/buehne-konzert\/article144987451\/Nur-nicht-hurzen-Frau-Heidenreich.html\">Elke Heidenreichs Oper mit Premiere in Rheinsberg<\/a> Der Verri\u00df in der WELT ist sicher verdient, ein wenig leid tut mir Frau Nachbarin aber doch.<\/p>\n<blockquote><p>\n  Videos \u00fcber ein Videospiel, dessen gr\u00f6\u00dftes Feature Videos sind. Die Zukunft ist nah!\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/superlevel.de\/spielkram\/gamescom-2015-videogame-boreout\/\">gamescom 2015 | Superlevel<\/a> fand die Digitalspielemesse jetzt nicht so pralle.<\/p>\n<blockquote><p>\n  Key to any gentrification process are successive waves of pioneers who gradually reduce the perceived risk of the form in question. In property gentrification, this starts with the artists and disenchanted dropouts from mainstream society who are drawn to marginalised areas. Despite their countercultural impulses, they always carry with them traces of the dominant culture, whether it be their skin colour or their desire for good coffee.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/aeon.co\/magazine\/technology\/how-yuppies-hacked-the-original-hacker-ethos\/\">How yuppies hacked the hacker ethos \u2013 Aeon<\/a> | Brett Scott zieht interessante Parallelen zwischen den kulturellen Entwicklungen von Hacking und Gentrifizierung. Leider zieht er den Text auch etwas in die L\u00e4nge.<\/p>\n<blockquote><p>\n  Peter Fischli: \u201eEs hat noch nie jemand das Grab eines Kurators besucht.\u201c\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/ift.tt\/1IwOqQJ\">Die Kunst und das Internet<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\n  Nichts hat der EU eine solche Legitimit\u00e4t verschafft wie die Freiz\u00fcgigkeit. Sich \u00fcberall in Europa niederlassen zu d\u00fcrfen ist der Kern der europ\u00e4ischen Einigung. Wer dieses Recht von Bedingungen abh\u00e4ngig macht und es befristet, verst\u00fcmmelt ein europ\u00e4isches Erfolgsprojekt zu einem besseren Touristenvisum. \/ Im November letzten Jahres \u00e4nderte die deutsche Regierung das \u201eGesetz \u00fcber die allgemeine Freiz\u00fcgigkeit von Unionsb\u00fcrgern\u201c, im Januar trat die neue Regelung in Kraft. Schon vorher konnte ausgewiesen werden, wer seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann \u2013 nun auch, wer l\u00e4nger als sechs Monate einen Job sucht.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/taz.de\/!5218958\/\">Krisenjugend in Europa: Keine neue Heimat f\u00fcr Marta &#8211; taz.de<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\n  Die Mittelschichtsb\u00fcrger, die ein bisschen Verm\u00f6gen haben und dieses, weil sie auf dem Sparbuch nichts mehr bekommen, an der B\u00f6rse anlegen, sind mit daf\u00fcr verantwortlich, dass bestimmte Jobs immer prek\u00e4rer werden.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/43404\/1\/1\">Freiheit ist kapitalistischer Mainstream.<\/a> | Im Interview mit dem SZ-Magazin mach Cornelia Koppetsch mal wieder das ganz gro\u00dfe Gesellschaftsfa\u00df auf &#8211; auf Seite 2 auch mit ein paar treffenden Worten zu &#8220;Kreativberufen&#8221;. Umbl\u00e4tterklicken lohnt sich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/43423\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/upl\/images\/user\/388004\/thumbs_text\/81040.jpg\" width=\"640\" height=\"450\" class=\"alignnone\" \/><\/a><\/p>\n<p>Interaktive Karte der Woche: <a href=\"http:\/\/www.vox.com\/a\/police-shootings-ferguson-map\">Police killings since Ferguson<\/a><\/p>\n<blockquote><p>\n  Der Fu\u00df des Mannes jedenfalls geh\u00f6rt in Gesellschaft, zumal im Arbeitsleben, bedeckt. Daran \u00e4ndert auch die Tatsache, dass die alten R\u00f6mer sowie Jesus Sandalen trugen, nichts. Wer \u00fcber Wasser laufen kann oder ein Weltreich schafft, der m\u00f6ge auch im B\u00fcro sowie in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone Sandalen tragen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/ift.tt\/1Mh1NL1\">Herrenschuhe im Sommer: Nur der Vandale tr\u00e4gt Sandale<\/a> | Passend zum Fashionthema rutscht auch im Qualit\u00e4tsjournalismus das Schlagzeilen-Niveau auf den Level von InStyle ab. Ich begr\u00fc\u00dfe das uneingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<blockquote><p>\n  \u00dcberhaupt scheinen die meisten Kinderfilme von h\u00e4sslichen M\u00e4nnern gemacht zu werden, so oft wie sie kleinen M\u00e4dchen einzubl\u00e4uen versuchen, dass gerade bei M\u00e4nnern \u00c4u\u00dferlichkeiten \u00fcberhaupt gar nichts aussagen und vielmehr die Unattraktiven gut und die Sch\u00f6nen grunds\u00e4tzlich fies und verdorben sind.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/ift.tt\/1WkWNIB\">&#8220;Barbie &#8211; Prinzessin im Rockstarcamp&#8221; im Kino<\/a> | In dieselbe Kerbe, nur etwas grunds\u00e4tzlicher, schl\u00e4gt <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/43350\">In Zeichentrickfilmen sterben immer die M\u00fctter<\/a>.<\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>Auch hier ist der Spielplatz nun von denen bev\u00f6lkert, vor denen ich damals geflohen war. 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