{"id":4163,"date":"2011-01-23T16:22:25","date_gmt":"2011-01-23T15:22:25","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.com\/?p=4163"},"modified":"2011-01-26T15:30:50","modified_gmt":"2011-01-26T14:30:50","slug":"innovativ-ist-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=4163","title":{"rendered":"innovativ ist anders"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>Der Spruch unten mag ja ganz witzig sein, aber solange solche &#8220;Ideen&#8221; wie wild retweetet werden, habe ich keinen Zweifel an der noch sehr lange w\u00e4hrenden Leitmedialit\u00e4t des Fernsehens. Und das liegt nicht daran, da\u00df \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk oder Privatsender so ein <a href=\"http:\/\/www.blog-cj.de\/blog\/2011\/01\/21\/unfassbar-in-neun-schritten-zum-blog-promi\/\">unfassbar<\/a> tolles Programm hinlegen w\u00fcrden. Sondern daran, da\u00df sich die (dt.) Webszene lieber an television\u00e4ren Altmedien abarbeitet (wahlweise in Form von <a href=\"http:\/\/www.basicthinking.de\/blog\/2011\/01\/14\/blogger-sucht-frau-musik-und-mettigel-gegen-die-einsamkeit\/\">Satire<\/a> oder Rant), statt mal was eigenes auf die Tischbeine zu stellen.<br \/>\nNee, bleib mal am Schreibtisch sitzen, Blogosph\u00e4re, ich mach schon auf. Oh, die <a href=\"http:\/\/re-publica.de\/11\/\">re:publica XI<\/a> steht vor der T\u00fcr.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/tknuewer\/status\/28585333515878400\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Bild-5.png\" alt=\"\" title=\"Bild 5\" width=\"598\" height=\"300\" class=\"alignright size-full wp-image-4164\" srcset=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Bild-5.png 598w, https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/Bild-5-300x150.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Format w\u00e4re bestimmt einen <a href=\"http:\/\/www.indiskretionehrensache.de\/2011\/01\/webvideopreis\/\">Deutschen Webvideopreis<\/a> wert. Bei Kn\u00fcwer immerhin ein wenig Abwechslung, sieht der Mann doch in der Regel seine Aufgabe einzig darin, Zeitungsverlagen zu erz\u00e4hlen, was sie alles falschmachen.<br \/>\nNat\u00fcrlich v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon hier zwei l\u00e4ngere Abs\u00e4tze aus Emile Zolas Auftaktroman zu seinem zwanzigb\u00e4ndigen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%89mile_Zola#Die_B.C3.A4nde_des_Zyklus_der_Rougon-Macquart\">Rougon-Macquart-Zyklus<\/a>. Das erste Buch spielt in den gesellschaftlichen und politischen Wirren des \u00dcbergangs zur Zweiten Republik und ist mir vor ein paar Tagen mal wieder in die H\u00e4nde gefallen. Es hei\u00dft <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3717520245?ie=UTF8&#038;tag=angelegenheit-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3717520245\">Das Gl\u00fcck der Familie Rougon.<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=angelegenheit-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3717520245\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<blockquote><p>Jede Partei hat ihre komischen und ihre schlechten Kerle. Antoine Macquart, von Neid und Hass verzehrt, von Rachegedanken gegen die gesamte menschlische Gesellschaft erf\u00fcllt, begr\u00fc\u00dfte die Republik wie eine gl\u00fcckliche \u00c4ra, in der es ihm erlaubt sein w\u00fcrde, seine Taschen aus dem Geldkasten des Nachbarn zu f\u00fcllen und sogar den Nachbarn zu erw\u00fcrgen, wenn dieser damit nicht einverstanden sein sollte. Sein Kaffeehausleben, die vielen Zeitungsartikel, die er gelesen, ohne sie zu verstehen, hatten einen f\u00fcrchterlichen Schw\u00e4tzer aus ihm gemacht, der die sonderbarsten politischen Ansichten der Welt zutage f\u00f6rderte. Man mu\u00df einmal in irgendeiner kleinen Schenke in der Provinz geh\u00f6rt haben, wie einer dieser Mi\u00dfg\u00fcnstigen, die schlecht verdauen, was sie lesen, hochtrabend daherredet, um eine Vorstellung davon zu gewinnen, zu welchem Grad b\u00f6swilliger Dummheit Macquart gelangt war. Da er viel schwatzte, gedient hatte und selbstverst\u00e4ndlich als ein schneidiger Mann galt, umringten ihn einf\u00e4ltige Leute und h\u00f6rten ihm zu. Zwar war er kein Parteioberhaupt, doch hatte er eine kleine Gruppe von Arbeitern um sich zu sammeln gewu\u00dft, die seine neidische Wut f\u00fcr ehrlich \u00fcberzeugte Entr\u00fcstung hielten.<\/p>\n<p>Seit den Februartagen glaubte er, ganz Plassans stehe ihm zu, und die h\u00f6hnische Art, mit der er, wenn er durch die Stra\u00dfen ging, die kleinen Gesch\u00e4ftsleute betrachtete, die erschrocken auf der Schwelle ihres Ladens standen, besagte unmi\u00dfverst\u00e4ndlich: Unsere Zeit ist jetzt gekommen, meine Sch\u00e4fchen, und wir werden Euch fein tanzen lassen! Er war unglaublich frech geworden und spielte seine Rolle als Eroberer und Despot so gut, da\u00df er nicht mehr bezahlte, was er im Caf\u00e9 verzehrte, und da\u00df der Besitzer, ein Schwachkopf, der bei seinem Augenrollen das Zittern bekam, niemals wagte, ihm eine Rechnung vorzulegen. Wie viele T\u00e4\u00dfchen Kaffee er zu jener Zeit trank, lie\u00df sich gar nicht mehr berechnen. Manchmal lud er Freunde ein und schrie stundenlang, da\u00df das Volk verhungere und da\u00df die Reichen mit ihm teilen m\u00fc\u00dften. Er selber aber w\u00fcrde den Armen nicht einen Sou geschenkt haben.<\/p><\/blockquote>\n<p><\/br><\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>Der Spruch unten mag ja ganz witzig sein, aber solange solche &#8220;Ideen&#8221; wie wild retweetet werden, habe ich keinen Zweifel an der noch sehr lange w\u00e4hrenden Leitmedialit\u00e4t des Fernsehens. Und das liegt nicht daran, da\u00df \u00f6ffentlich-rechtlicher Rundfunk oder Privatsender so ein unfassbar tolles Programm hinlegen w\u00fcrden. Sondern daran, da\u00df sich die (dt.) 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