{"id":3572,"date":"2009-03-29T16:38:28","date_gmt":"2009-03-29T15:38:28","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.wordpress.com\/?p=1368"},"modified":"2011-01-17T09:32:21","modified_gmt":"2011-01-17T08:32:21","slug":"szenario2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=3572","title":{"rendered":"Szenario 2020 \u2013 das mobile Internet"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>Es gibt Leute, die haben Spa\u00df am Auto fahren. Andere fahren gerne mit dem Zug. Letzteres tun die wenigsten aus Beisterung an der Sache selbst. Wessen Keller keine raumf\u00fcllenden Modelleisenbahninstallationen beherbergt, den m\u00f6gen die verschiedensten Gr\u00fcnde zu dieser Entscheidung bewogen haben: ob aus finanzieller oder \u00f6kologischer Hinsicht oder einfach, weil sie es in Ballungsgebieten leid geworden sind, jeden Abend ewig nach einem freien Parkplatz zu suchen.<\/p>\n<p><strong>Pendeln, ausschlaggebend<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher habe ich morgens in der Bahn die Zeitung gelesen, abends auf dem Heimweg meistens ein Buch. Und die Lieblingsmusik ist nicht aus dem Autoradio, sondern dem Kopfh\u00f6rer meines mp3-Players gekommen. Das hat sich mittlerweile ge\u00e4ndert, aber die Tatsache, da\u00df man sich w\u00e4hrend dem Bewegen von A nach B sinnvoll besch\u00e4ftigen kann, die bleibt bestehen. F\u00fcr andere mag das ein reiner Nebeneffekt sein, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich stellt es eines der Hauptargumente zur Nutzung des \u00d6ffentlichen PersonenNahVerkehrs dar.<br \/>\nWenn man heutzutage nicht gerade in der ersten Klasse eines ICEs sitzt, dann hat der auf den Knien aufgeklappte Laptop noch die Anr\u00fcchigkeit des Wichtigtuerischen. Der Boom iPhones, G1 und handlicheren Eee-PCs ist dabei, diesem Vorurteil ein Ende zu bereiten. Die Zeiten sind gez\u00e4hlt, in denen man den Businesskasper an seinem klobigen Blackberry erkannt hat. Aber das weitgehend ortsungebundene Lebens- und Arbeitsmodell der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boh%C3%A8me#Digitale_Boh.C3.A8me\">Digitalen Boh\u00e8me<\/a> wird zumindest mittelfristig (noch) kein massentaugliches sein.<br \/>\nStatt der Zeitung werde ich in Zukunft meine Nachrichten online lesen. Und warum sollte ich noch zus\u00e4tzlich klobige W\u00e4lzer mit mir herumschleppen, wenn ich elektronisch auf ganze Bibliotheken zugreifen kann? <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Amazon_Kindle\">Kindle<\/a> ist erst der Anfang. Werden im Jahr 2009 noch Handys ohne integrierte Musikabspielm\u00f6glichkeit hergestellt? Welche M\u00f6glichkeiten wir in elf Jahren haben werden, da\u00df vermag niemand sicher vorauszusagen. Aber eins ist sicher, sie werden alle in einem handlichen, mobilen Endger\u00e4t vereint sein.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Wer Visionen hat, der soll den Bus nehmen.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Das hat Helmut Schmidt mal gesagt, oder so <a href=\"http:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Helmut_Schmidt\">\u00e4hnlich<\/a>. Lesen ist nicht jedermanns Sache, aber wer sollte sich noch mit so etwas Langweiligem wie der aktivem Teilnahme am Verkehr besch\u00e4ftigen, wenn das Tor zur World (Wide Web) im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand liegt. Computerspiele, Web Irgendwas.0 oder was im Jahre 2020 auch immer der hei\u00dfe Schei\u00df sein mag. Das gilt neben dem Pendeln nat\u00fcrlich besonders f\u00fcr Langstreckenreisen. Wer will sich einen von der Fluggesellschaft bestimmten Film ansehen?<br \/>\nEs liegt an den Verkehrsbetrieben zu Lande, zu Wasser und in der Luft, diese Chance zu ergreifen, um den Kunden die Benutzung ihrer Transport so unkompliziert und angenehm wie w\u00f6glich zu machen. Von der Online-Buchung \u00fcber die Fahrplanabfrage bis zur Zahlungsm\u00f6glichkeit. Es kann nicht sein, da\u00df ich immer noch auf passendes Kleingeld angewiesen bin, um drei Stationen mit der U-Bahn zu fahren. Ich kenne niemanden, der die Geldkartenfunktion nutzt und soweit ich wei\u00df, haben die (f\u00fcr mich relevanten) K\u00f6lner VerkehrsBetriebe das Projekt &#8220;Handyticket&#8221; wieder eingestellt.<br \/>\nSo wird das nat\u00fcrlich nichts. Und mit Herrn Mehdorn erst recht nicht. Barrierefreiheit und uneingeschr\u00e4nkter Internetzugang sind der Schl\u00fcssel. Der \u00d6PNV mu\u00df in die G\u00e4nge kommen.<\/p>\n<p><strong>Wir browsen los!<\/strong><\/p>\n<p>Zwar tauchen Autos in Microsofts beeindruckender Vision des Jahres 2019 noch am Rande auf (<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=rxVS5nYFnkA\">Video<\/a>), aber keiner f\u00e4hrt sie mehr. Zuhause W-LAN zu haben, ist eine tolle Sache, aber das wirklich mobile Internet jedenfalls wird mehr sein als ein Latte Macchiato schl\u00fcrfender Zeitvertreib im Caf\u00e9. Oder wenn man mit seinem Auto mal wieder im Stau steht. Das mobile Internet mu\u00df auch endlich mobil werden.<\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>Es gibt Leute, die haben Spa\u00df am Auto fahren. Andere fahren gerne mit dem Zug. Letzteres tun die wenigsten aus Beisterung an der Sache selbst. 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