{"id":12324,"date":"2017-10-20T12:12:49","date_gmt":"2017-10-20T10:12:49","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.com\/?p=12324"},"modified":"2017-10-20T12:12:49","modified_gmt":"2017-10-20T10:12:49","slug":"was-mit-medien-teil-1000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=12324","title":{"rendered":"Was mit Medien, Teil 1000"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>Sascha in seiner neuesten SpOn-Kolumne <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/woran-die-medien-wirklich-schuld-sind-sascha-lobo-kolumne-a-1173504.html\">Woran &#8220;die Medien&#8221; wirklich Schuld sind<\/a> \u00fcber &#8220;netzgetriebene Transparenzerwartungen&#8221;.<\/p>\n<blockquote><p>\n  Man erf\u00e4hrt selten, ob Journalisten Parteimitglieder sind, mit welcher politischen Haltung sie die Welt anschauen, was ihre eigenen Interessen sein m\u00f6gen. Das war in der Massenmediengesellschaft des 20. Jahrhunderts normal, aber inzwischen ist diese L\u00fccke im \u00f6ffentlichen Wissen &#8211; welche Interessen hat der \u00dcberbringer der Botschaft selbst? &#8211; zu einer schreienden Leerstelle geworden.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Da\u00df die Rezipienten dieses Erkl\u00e4rungsvakuum mit ihren eigenen Vermutungen f\u00fcllen, liegt doch zu einem nicht unerheblichen Teil an der selbstgemachten Austauschbarkeit redaktioneller Medienangebote. Fr\u00fcher beispielsweise sind Schreiber nicht direkt von der taz zur Welt gewechelt; die Springerpresse ist der Feind gewesen, mit dem man sich niemals gemein gemacht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Mit dem Verlagsziel, die Festkosten m\u00f6glichst gering zu halten, hat man die Redaktionen verschlankt und greift bei Bedarf gerne auf Freie zur\u00fcck. Journalisten arbeiten heute beim Spiegel und morgen bei der Zeit. Alte Grabenk\u00e4mpfe verflachen zusehends, auch weil nicht mehr entlang einer Haltung geschrieben wird, sondern dem Marktpotenzial hinterher. Wenn es der Expansionshoffnung dient, dann wird die einst stramm wirtschaftsliberale NZZ eben rechtskonservativer.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n einig sind sich alle z.B. in ihren Sportteilen \u00fcber die abscheuliche Kommerzialisierung der Bundesliga. Nee, nee \u2013 da\u00df ein Andi M\u00f6ller von Dortmund zu Schalke gewechselt ist, das geht gar nicht. Ausl\u00e4ndische Vereinsinvestoren und erst die aus den Fugen geratenen Abl\u00f6sesummen. Finden besorgte B\u00fcrger \u00fcbrigens auch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.imgur.com\/BK8V87l.png\" width=\"1024\" height=\"512\" class=\"alignnone size-full\" \/><\/p>\n<p>Ich habe den Artikel selbst \u2013 <a href=\"https:\/\/stratechery.com\/2017\/goodbye-gatekeepers\/\">Goodbye Gatekeepers<\/a> auf Stratechery \u2013 nicht gelesen. Ben Thompson verfolgt sicher hehre Absichten, wenn er herausarbeitet, wie Hollywoods Studio\/Producer-System einem Mi\u00dfbrauchsmonster wie Harvey Weinstein in die H\u00e4nde spielt. Wenn <a href=\"http:\/\/wirres.net\/article\/articleview\/10802\/1\/6\/\">Felix<\/a> und Marcel <a href=\"http:\/\/neunetz.com\/2017\/10\/17\/goodbye-gatekeepers\/\">Goodbye Gatekeepers<\/a> den Text beide erw\u00e4hnen, dann sollte ich es vielleicht tun. Begn\u00fcge mich aber vorerst mit einigen Anmerkungen zu Marcels Ausf\u00fchrungen.<\/p>\n<p>Der Hinweis auf Journalismus, dem Werbeeinnahmen (und damit Geldgeber von Unternehmensseite) immer weniger bedeuten, ist sicherlich richtig. Aber &#8220;macht es die Publikation in jeder Hinsicht unabh\u00e4ngiger&#8221;, wirklich? Wenn Marcel \u2013 zurecht \u2013 einen Bedeutungsverlust der Massenmedien beschreibt, w\u00e4hrend Sascha einen Mediennihilismus angesichts ihrer Allgegenw\u00e4rtigkeit diagnostiziert, dann gibt es daf\u00fcr doch sicherlich einen Grund.<\/p>\n<h3>Die Gatekeeper sind tot. Lang leben die Gatekeeper!<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend der deutsche Privatwirtschaftsjournalismus off- sowie online auf die \u00d6ffentlich-Rechtlichen als &#8220;Staatsfunk&#8221; einpr\u00fcgelt, werden die Probleme an andere Stelle ja nicht weniger:<br \/>\n&#8211; <a href=\"https:\/\/www.wired.de\/collection\/life\/soziale-medien-twitter-facebook-kommentar-johnny-haeusler\">Technik kann uns keine Welt ohne Arschl\u00f6cher erschaffen | WIRED Germany<\/a><br \/>\n&#8211; <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2017-10-18\/facebook-and-google-helped-anti-refugee-campaign-in-swing-states\">Facebook and Google Helped Anti-Refugee Campaign in Swing States | Bloomberg<\/a><br \/>\n&#8211; <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/facebook-versuch-der-anonymen-einflussnahme-auf-den-bundestagswahlkampf-1.3713694\">Versuch der anonymen Einflussnahme auf Bundestagswahl | S\u00fcddeutsche.de<\/a><\/p>\n<p>Was besonders Marcel verschweigt: Damit aus Netzwerkeffekten eine relevante \u00d6ffentlichkeit entsteht, braucht es B\u00fchnen. Und Online-Plattformen sind die neuen Stagekeeper. Etwas absurd wirkt es am Ende, wenn der als Internetexperte sein Geld Verdienende auf die Befangenheit der etablierten Berichterstattung beim Thema Medien hiweist.<\/p>\n<p>Ironischerweise verlinkt Felix im Post einen Text dar\u00fcber, <a href=\"http:\/\/nautil.us\/issue\/28\/2050\/why-futurism-has-a-cultural-blindspot\">Why Futurism Has a Cultural Blindspot<\/a>.<\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>Sascha in seiner neuesten SpOn-Kolumne Woran &#8220;die Medien&#8221; wirklich Schuld sind \u00fcber &#8220;netzgetriebene Transparenzerwartungen&#8221;. Man erf\u00e4hrt selten, ob Journalisten Parteimitglieder sind, mit welcher politischen Haltung sie die Welt anschauen, was ihre eigenen Interessen sein m\u00f6gen. Das war in der Massenmediengesellschaft des 20. 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