{"id":1108,"date":"2010-06-29T16:32:17","date_gmt":"2010-06-29T15:32:17","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.com\/?p=1108"},"modified":"2010-06-29T16:32:17","modified_gmt":"2010-06-29T15:32:17","slug":"ohrenrohr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=1108","title":{"rendered":"Ohren\/Rohr"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>Ist zwar schon eine halbe Netzewigkeit her, aber ich habe mich gerade an den von <a href=\"http:\/\/twitter.com\/kcpr\/status\/16536507966\">@kcpr<\/a> getwitterten Hinweis auf diesen Artikel beim <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/content-is-no-longer-king-curation-is-king-2010-6\">businessinsider.com\/<\/a> erinnert. Die beiden Kernaussagen hier kurz zitiert:<\/p>\n<blockquote><p>\n&#8220;Content is King&#8221; &#8212; no longer. Today, the world has changed. &#8220;Curation Is King.&#8221;<br \/>\n&#8220;Andy Warhol was wrong. We&#8217;re not going to be famous for 15 minutes. We&#8217;re each going to be famous for 15 People.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcnfzehn Freunde, die mich (mehr oder weniger) gut leiden konnten, hatte ich auch schon, bevor ich im Internet unterwegs gewesen bin. Das Wort &#8220;ber\u00fchmt&#8221; scheint mir in diesem Zusammenhang unpassend, vielleicht ist schon der Spruch, das Versprechen des Pop-Artisten schief gew\u00e4hlt gewesen. Noch wahrscheinlicher ist allerdings, da\u00df er\/es nur wirklich Sinn macht, wenn man ihn\/es nicht als <a href=\"http:\/\/mcwinkel.tumblr.com\/post\/745114290\">Alleinvertretungsanspruch<\/a> versteht.<br \/>\nDie etablierten Massenmedien br\u00f6ckeln ein wenig, sicher. Aber Blogs, Tweets, etc. werden immer nur eine Erg\u00e4nzung sein, die gro\u00dfen Publikationen werden auf absehbare Zeit nicht zu ersetzen sein. Die Klage, da\u00df sich die Netzpublizisten neuerer Pr\u00e4gung zuwenig untereinander verlinken und die meisten doch nur auf <em>Spiegel Online<\/em> &#038; Konsorten verweisen, sich an <em>FAZ.net<\/em> abarbeiten, dieses Wehgeschrei ist symptomatisch. Wie oft und regelm\u00e4\u00dfig auch die Diagnose Selbstbezogenheit (Blogger bloggen \u00fcber&#8217;s Bloggen.) gestellt wird, eine gesunde Reichweite folgt daraus nicht automatisch. Die wenigsten bekommen ein St\u00fcck vom <a href=\"http:\/\/www.nerdcore.de\/wp\/2010\/06\/26\/ashtray-cake\/\">Kuchen<\/a> ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/tumblr_l01briyAbg1qz7lxdo1_500.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/tumblr_l01briyAbg1qz7lxdo1_500.jpeg\" alt=\"\" title=\"tumblr_l01briyAbg1qz7lxdo1_500\" width=\"480\" height=\"290\" class=\"alignleft size-full wp-image-1109\" srcset=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/tumblr_l01briyAbg1qz7lxdo1_500.jpeg 500w, https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/tumblr_l01briyAbg1qz7lxdo1_500-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Man m\u00f6chte einwerfwenden: F\u00fcr den einzelnen Contentproduzenten ist das gut so. Weil es theoretisch Unabh\u00e4ngigkeit f\u00f6rdert. Wenn die Leute aufgrund selbstverschuldeter Klickzahlenh\u00f6rigkeit nicht trotzdem lauter <a href=\"http:\/\/www.rebelart.net\/diary\/quentin-dupieux-alias-mr-oizo-rubber\/005211\/\">Gef\u00e4lligkeiten<\/a> posten w\u00fcrden. Man m\u00f6chte auch in seinem virtuellen Freundeskreis beliebt sein.<br \/>\nWas aber ist mit dem gro\u00dfen Ganzen? Selbst der eifrigste Blogger liest mehr als er schreibt. Warum das oben zitierte Postulat h\u00f6chstens seine tendenzielle Richtigkeit hat, l\u00e4\u00dft sich gerade an <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mBEaG9q-Ag8\">Fu\u00dfball\u00fcbertragungen<\/a> ablesen. Selbst jemand, den der Sport nicht interessiert, schaut sich die Spiele an, aus dem einfachen Grund, weil alle es tun. Fr\u00fcher hat man ja oft nur deshalb ferngesehen, um am n\u00e4chsten Tag ein Gespr\u00e4chsthema in der B\u00fcrok\u00fcche zu haben. Und auch heute w\u00fcrde wahrscheinlich so manch einer den sonnt\u00e4glichen <em>Tatort<\/em> gar nicht einschalten, wenn nicht die M\u00f6glichkeit best\u00fcnde, zugleich via Twitter \u00fcber das zu kommunizieren, was da \u00fcber den Bildschirm flimmert.<\/p>\n<p><strong>Relevance is king. Reception is king.<\/strong><\/p>\n<p>Was f\u00fcr einen selbst <a href=\"http:\/\/jetzt.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/497724\">relevant<\/a> ist, das bestimmt &#8211; zum Gl\u00fcck! &#8211; jeder einzelne. Aber was in einer Gesellschaft als relevant wahrgenommen wird, l\u00e4\u00dft sich doch in der Regel an Mehrheitsdiskursen festmachen. Es ist damit nicht gesagt, da\u00df etwa Springerpresse und RTL bis in alle Ewigkeiten die vorherrschenden Meinungsbildungsverk\u00f6rperungen bleiben m\u00fcssen. Aber so wie es seit Warhol neben zahlreichen OneHitWondern und im Viertelstundentakt vergl\u00fchenden Starschn\u00fcppchen auch echte Ber\u00fchmtheiten gegeben hat, so werden sich auch im Internet Leitmedien herausbilden, es gibt sie ja schon. Es liegt in der Kultur der Sache, da\u00df der eine mehr Follower und Reader hat als der andere, ansonsten w\u00e4re eine themen- bis alles\u00fcbergreifende Verst\u00e4ndigung untereinander kaum m\u00f6glich. Ein Babel.<\/p>\n<p>Mich interessiert allerdings in den seltensten F\u00e4llen, warum <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/leben\/kreativ\/577000\/index.do\">jemand anderes<\/a> etwas ins Internet schreibt und was er mir damit sagen will. Wichtig ist f\u00fcr mich, was bei mir ankommt. Wieso es mich angeht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/tumblr_l4q2fv110y1qznavao1_500.jpg\" alt=\"\" title=\"tumblr_l4q2fv110y1qznavao1_500\" width=\"480\" height=\"280\" class=\"alignleft size-full wp-image-1142\" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/drikkes\/status\/17051445633\">Ich<\/a> bin am Freitag bei <a href=\"http:\/\/www.c-o-pop.de\/spex-live.3134.html\">Spex Live<\/a> gewesen. Morgen geht es zur Verleihung des <a href=\"http:\/\/www.grimme-institut.de\/html\/index.php?id=7\">Grimme Online Awards<\/a>. Und ich danke dem Schauspielhaus K\u00f6ln, da\u00df es Gob Squads <a href=\"http:\/\/schauspielkoeln.de\/stueck.php?ID=233&#038;tID=1856\">Revolution Now!<\/a> auf den ebenfalls fu\u00dfballfreien Donnerstag gelegt hat. Freitag in der Fr\u00fch dann per Zug nach Hamburg zum <a href=\"http:\/\/bauer-agency-cup.de\/\">Bauer Agency Cup<\/a>.<\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>Ist zwar schon eine halbe Netzewigkeit her, aber ich habe mich gerade an den von @kcpr getwitterten Hinweis auf diesen Artikel beim businessinsider.com\/ erinnert. Die beiden Kernaussagen hier kurz zitiert: &#8220;Content is King&#8221; &#8212; no longer. Today, the world has changed. &#8220;Curation Is King.&#8221; &#8220;Andy Warhol was wrong. 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