{"id":10245,"date":"2016-01-07T09:26:37","date_gmt":"2016-01-07T08:26:37","guid":{"rendered":"http:\/\/drikkes.com\/?p=10245"},"modified":"2016-01-07T09:26:37","modified_gmt":"2016-01-07T08:26:37","slug":"auch-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/drikkes.com\/?p=10245","title":{"rendered":"Auch Du"},"content":{"rendered":"<div class='e-content'>(<em>Ich hatte ja in den <a href=\"https:\/\/drikkes.com\/?p=10223\">Links<\/a> von <del datetime=\"2016-01-06T23:21:41+00:00\">letzter Woche<\/del> letztem Monat geschrieben, da\u00df ich eigentlich keine Zeit h\u00e4tte, meine Gedanken zur <strong>New Intimacy Economy<\/strong> zum Display zu bringen. Nun schreibe ich doch etwas.<\/em>)<\/p>\n<p>Leigh Alexander hat in ihrem <a href=\"https:\/\/medium.com\/thoughts-on-media\/the-new-intimacy-economy-51c87dc4a4d6#.f3dicriun\">Text<\/a> &#8211; nach der einf\u00fchrenden Beobachtung, da\u00df eine dystopische Zukunft wahrscheinlich viel kuscheliger daherkommen wird, als man gemeinhin denkt &#8211; sozusagen sehr plastisch auf den Punkt gebracht, was alles falsch l\u00e4uft, wenn man Menschen einredet, sie m\u00fc\u00dften sich jetzt im Internetzeitalter zu einer &#8220;personal brand&#8221; entwickeln.<\/p>\n<p>Wobei Alexander den Fokus auf die Produzenten legt. Nun begreift sich nicht jeder als Publizist &#8211; zumindest nicht in erster Linie, weil er seinen Lebensunterhalt, sein Geld mit Ver\u00f6ffentlichungen bzw. Offenlegungen verdient. In Zeiten von Social Media hat diese Perspektive allerdings ihre Berechtigung. Nur mu\u00df irgendjemand diesen ganzen Kram auch lesen, anh\u00f6ren, weggucken.<\/p>\n<h4>Consumer Generated Content<\/h4>\n<p>Nat\u00fcrlich stellen sich Menschen im Netz <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nzzas\/nzz-am-sonntag\/sehen-und-gesehen-werden-auf-instagram-1.18670727\">gerne selbst dar &#8211; und  m\u00f6chten daf\u00fcr auch Anerkennung<\/a>. Scheinbar noch lieber m\u00f6chten sie allerdings unterhalten <em>werden<\/em>. Und begeben sich daf\u00fcr auch in mehr oder weniger professionelle bzw. sich immer mehr professionalisierende H\u00e4nde.  Die \u00dcberg\u00e4nge sind da recht flie\u00dfend &#8211; und f\u00fcr diese \u00dcberlegungen hier ziemlich zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>Ob aufstrebender YouTuber, ambitionierte Fashionbloggerin, freier Journalist bei einer etablierten Zeitung\/Zeitschrift, Clipregisseur, Romanautorin mit Verlagsvertrag oder Fotomodel &#8211; alle verdienen ihr Geld mit dem <a href=\"http:\/\/mobile.nytimes.com\/2015\/12\/08\/opinion\/bret-easton-ellis-on-living-in-the-cult-of-likability.html?nytmobile=0\">Cult of Likability &#8211; NYTimes.com<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>\n  The embrace of the reputation economy is an ominous reminder of how economically desperate people are and that the only tools they have to raise themselves up the economic ladder are their sparklingly upbeat reputations \u2014 which only adds to their ceaseless worry over their need to be liked.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Bret Easton Ellis erkennt dabei sehr genau, wie dieses Ph\u00e4nomen um sich greift. Durch Reviews, Kritiken und Bewertungen sehen sich pl\u00f6tzlich auch Unternehmen und also Berufe weitab von \u00bbwas mit Medien\u00ab damit konfrontiert ab-, ein- oder einfach nur gesch\u00e4tzt zu werden.<\/p>\n<blockquote><p>\n  Now all of us are used to rating movies, restaurants, books, even doctors, and we give out mostly positive reviews because, really, who wants to look like a hater? But increasingly, services are also rating us. Companies in the sharing economy, like Uber and Airbnb, rate their customers and shun those who don\u2019t make the grade.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Reputation.jpg\" alt=\"Reputation\" width=\"940\" height=\"788\" class=\"aligncenter size-full wp-image-10419\" srcset=\"https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Reputation.jpg 940w, https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Reputation-300x251.jpg 300w, https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Reputation-768x644.jpg 768w, https:\/\/drikkes.com\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/Reputation-47x39.jpg 47w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/p>\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/medium.com\/message\/a-legal-update-on-your-personal-brand-70ded1283419\">sehr hellsichtigen Post zeigt Jamie Keiles<\/a>, was f\u00fcr eine unheilvolle Wechselwirkung zwischen den Polen \u00bbDer Mensch mu\u00df zur Marke werden\u00ab und \u00bbDie Marke mu\u00df menschlicher werden\u00ab entsteht.<\/p>\n<blockquote><p>\n  These specific words (organic, vegan, etc.) could be swapped out for any other sets of adjectives to associate yourself with, but the point is, mass culture is on board with the idea that you can express your sense of self by associating with the right pre-fabricated objects, experiences, and concepts. Some might call this a personal brand.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Einst als demokratierettendes Empowerment gefeiert, geht die ganze Feedbackkultur den kapitalistischen Bach runter.<\/p>\n<blockquote><p>\n  That is, if the specific arrangement of purchasable commodities is upheld as a true form of intellectual property, then we have reached the day that all brands dream of, when strategic participation in capitalism is legitimized as a meaningful reflection of our authentic selves.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Was bleibt (einem) noch \u00fcbrig, wenn der Status mit seinem nicht versiegenden Strom an Updates das einzig Konstituierende ist? Wie h\u00e4lt man sich \u00fcber Wasser? Mitschwimmen.<\/p>\n<h4>Zur\u00fcck zum Thema<\/h4>\n<p>Das scheint die Kehrseite der digitalen \u00dcberflu\u00dfgesellschaft zu sein, in der Verknappung nicht mehr funktioniert. Exemplarisch l\u00e4\u00dft sich das am <a href=\"http:\/\/www.theawl.com\/2015\/12\/access-denied\">Journalismus und seinem Verlust von Exklusivit\u00e4t<\/a> beobachten.<\/p>\n<p>Wobei die Verkumpelung mit seinem Zielpublikum nichts wirklich Neues ist, nur hebt die <strong>Intimacy Economy<\/strong> sie auf ein v\u00f6llig neues Level. Hier verquicken sich zwei Aspekte, die sicher einer weiteren Betrachtung wert sind.<br \/>\n1. Seit der Antike wird medialer Vermittlung mi\u00dftraut. In diesem Sinne kann Authentizit\u00e4t schon immer als Strategie verstanden werden, N\u00e4he herzustellen und Verbundenheit zu simulieren.<br \/>\n2. Die klare Trennung der Lebenszeit in Arbeit und Freizeit ist eine Errungenschaft des aufgekl\u00e4rten B\u00fcrgertums in der pr\u00e4industrialisierten \u00c4ra. Und ihr Ende als Leitideologie weist Analogien mit der Aufl\u00f6sung klarer Grenzen zwischen Online und Offline auf. Im Postindustrialismus hei\u00dft die Direktive: Leidenschaftliche <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2015-12\/selbstverwirklichung-optimierung-essay\">Selbstverwirklichung<\/a> durch unbedingten <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/volker-kitz-warum-gluecklich-werden-im-job-quatsch-ist-a-1066741.html\">Arbeitseinsatz<\/a>.<\/p>\n<p>(<em>Das war jetzt alles ziemlich wirr, auf jeden Fall ungeordnet zusammengeschmissen. Und der ganze Schwall eigentlich nur eine Vorbereitung auf den letzten Absatz. Es tut leid, ich bringe das sp\u00e4ter mal in Ordnung. Da kommt wohl noch mehr.<\/em>)<\/div>\n<div class=\"syndication-links\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class='e-content p-summary'>(Ich hatte ja in den Links von letzter Woche letztem Monat geschrieben, da\u00df ich eigentlich keine Zeit h\u00e4tte, meine Gedanken zur New Intimacy Economy zum Display zu bringen. Nun schreibe ich doch etwas.) Leigh Alexander hat in ihrem Text &#8211; nach der einf\u00fchrenden Beobachtung, da\u00df eine dystopische Zukunft wahrscheinlich viel kuscheliger daherkommen wird, als man [&hellip;]<\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"mf2_syndication":[],"cybocfi_hide_featured_image":"","webmentions_disabled_pings":false,"webmentions_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[198,142],"tags":[127,145],"class_list":{"0":"post-10245","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-netzeug","7":"category-uber-arbeit","8":"tag-internet","9":"tag-werbung","10":"h-entry","11":"hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10245"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10422,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10245\/revisions\/10422"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/drikkes.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}