Bitte nicht Chanel Couture mit Cancel Culture verwechseln

Was soll ich noch zum Sommerlochthema sagen, wenn Margarete Stokowski im Spiegel doch schon fast alles WRichtige geschrieben hat? Halte ich die Klappe? Nein. Ich könnte ja meinen spezifisch werbeweltlichen Senf zur Abkanzelungskultur dazugeben.

Es hat schon immer ein paar Regelungen und Verbote gegeben, an die Werbung sich zu halten hat. Wettbewerbsverzerrung ist nicht okay, Alkohol- und Zigarettenwerbung nur an bestimmten Orten und nicht an Kinder. Grob lügen geht auch nicht, aber beschönigen geht in Ordnung. Wenn einen nicht gerade die Konkurrenz anschwärzte, hatte man wenig zu befürchten – höchstens eine Rüge vom Werberat wegen sexistischer Botschaften. Und die ist als provokativer Möchtegern-Multiplikator oft mit eingeplant.

Ich habe das Gefühl, hier ändert sich etwas. Und ich rede hier nicht über letztendlich geschmäcklerische Shitstorms auf Social Media. Da wird sich hinterher entschuldigt, niemand nimmt einem diese Entschuldigung ab und zwei Wochen später interessiert es nicht mehr. Ich meine gefühlt häufigere Werbeverbote, hier einige Beispiele aus letzter Zeit:

Es ist allerdings keine Richtung erkennbar, gecancelt wird sowohl aus progressiven wie auch reaktionären Gründen. Das ist wahrscheinlich je nach Land und Behörde unterschiedlich gewichtet. Blöd nur, daß beides dann auf die Legende einzahlt, man dürfe ja nichts mehr sagen.


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BLM only

Jemand hat einen 3D-Scan von Robert E. Lees Statue in Richmond samt der ganzen Protest-Graffiti der letzten Wochen gemacht, bevor sie wohl demnächst demontiert wird.

Wie tone-deaf muß man sein, um dieser Tage in einer Headline zu insistieren, andere Sachen neben Black Lives würden auch Mattern? Um solche Copywriter ist es nicht schade.


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🏀 The Last Dance

Fast zwei Jahre auf diese Doku über die Chicago Bulls in den 90ern gewartet. Vielleicht ist sie zu hoch bewertet oder Michael soll auf das Endprodukt zu viel Einfluß gehabt haben. Mag alles stimmen. Ich habe die zehn Folgen trotzdem sehr gerne gesehen.

Pipen und Rodman kommen auch zu Wort. Und Jackson, der Trainer – sehr sympathisch. Die Story von Kerr hatte ich völlig vergessen bzw. kannte sie vorher gar nicht. Die kurzen Episoden mit Grant und Miller sind interessant. Aber das Ding ist eigentlich von vorne bis hinten die „Air Jordan Show“, klar.

Als Michael 1995 nach dem einen Jahr Baseball wieder zurück zu den Bulls kam, da begann auch ich, mich für Basketball zu interessieren. Ich war 16 oder 17, wir hingen damals ständig auf den Gummiplätzen hinter dem Kempener Schwimmbad ab und die NBA-Spiele konnte man nachts auf DSF schauen.

„The Last Dance“ war das Bulls-Motto der Saison 1997/98 – es war klar, das Team würde es danach so nicht mehr geben. Besonders die letzten beiden Folgen der Doku haben mich berührt, denn sie haben Erinnerungen wachgerufen: Schließlich habe ich zwei oder drei der Finalspiele nirgendwo anders als auf einer riesigen Videoleinwand am Times Square in New York verfolgt.

Scheiß auf die Bundesliga. Es wird Zeit, daß die NBA weitergeht.

Kunst istmacht Gewinn

Aus der Wikipedia:

Berlin (russisch Берли́н) ist eine russische Siedlung im Troizki rajon der Oblast Tscheljabinsk. Der Ort gehört zur Landgemeinde Nischnesanarskoje und liegt am Südufer des Tschernuschka, ein Nebenfluss des Ui. Tscheljabinsk liegt etwa 125 km nördlich.

Nach der Flick-Collection und irgendeiner Sammlung, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, vermeldet der Tagesspiegel nun auch den Rückzug von Julia Stoschek aus Berlin und behauptet im Artikel: „Um Geld geht es dabei meist gar nicht.“ Doch keine zwei Absätze weiter heißt es dann, die Industriellentochter soll „nach einer Außensanierung des Gebäudes weit mehr Miete zahlen als bisher. Das ehemalige Tschechische Kulturzentrum ist im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, verkaufen wollte diese das Gebäude an Stoschek zuvor ebenso wenig, wie sie nun zur Kenntnis nimmt, dass die bereits Millionen investiert hat, um das Gebäude überhaupt nutzbar zu machen.“ Aha.

Kein Geld

Top-Überleitung zu einer Kampagnenseite namens wir-sind.berlin/, auf welcher der Hauptstadtsenat dazu aufgefordert wird, den Mittelstand bei der Corona-Hilfe nicht zu vergessen. Das sieht dann so aus:

Mir ist schon klar, daß dieses Motiv eins von vielen ist und auf Wowereits „Arm, aber sexy“ anspielt. Aber ob ich so ein Image wie „Berliner*innen sorgen sich in Krisenzeiten um ihre erotische Ausstrahlung“ wirklich nach außen tragen möchte?