Wirtschaftsteil

Daß Sharing Economy und Gig Jobs Euphemismen für Ausbeutung sind, ist mittlerweile immer mehr Menschen klargeworden. Der gute Alexis Madrigal bringt es im Atlantic allerdings mal wieder besonders fein auf den Punkt: What All Those Uber-for-X Companies Did to the World.

An unkind summary, then, of the past half decade of the consumer internet: Venture capitalists have subsidized the creation of platforms for low-paying work that deliver on-demand servant services to rich people, while subjecting all parties to increased surveillance.

Jemandem im Intro eines nirgendwo anders als in der Elbphilharmonie geführten Interviews zu bescheinigen, sie würde „den Elfenbeinturm der Wissenschaft immer wieder gerne verlassen“, das ist schon gehässig Nicht wahr, Manager Magazin?

Viele fühlen sich erst „überfremdet“, seit Fatma und Ali nicht mehr als Putzfrau und Müllmann arbeiten, sondern Lehrer werden oder in die Chefetagen schielen.

In der taz erfährt man von Ferda Ataman, wie Integration und Karriere zusammenhängen.

Ganz schön forsch, VW

Kannste Dir nicht ausdenken.

Die Volkswagenstiftung lässt in einem Text den Geschäftsführer einer Werbeagentur über die fehlende Selbstkritik in der Wissenschaft sinnieren. Volkswagen. Dieselgate. Selbstkritik. Aber es kommt noch besser. Gegen Ende des Artikels, ich zitiere:

Neue Unabhängigkeit: Die Wissenschaft muss sich von der Politik emanzipieren und runter von ihrem Schoß.

In Zeiten der Drittmittel… eine etwas abstruse Forderung. Im ganzen Punkt 2) Bitte mal „Politik“ durch „Wirtschaft“ oder „Volkswagenstiftung“ ersetzen und sehen, was für ein Quatsch dabei rauskommt.

Und wenn man dann liest, wie Bundesbildungsministerin Karliczek eine „marktgängigere Wissenschaft“ mit Rechtfertigungszwang fordert (Tagesspiegel), dann kann einem schon anders werden…

Magazin für Knost und Leben

Für Kohler und Meier-Bickel ist ihre „Vision“ nicht länger umsetzbar. Anläßlich der nahenden Schließung ihrer Züricher Galerie Rotwand haben sie der Monopol ein Intrview gegeben, in dem die beiden mit Gründen ihres systematischen Scheiterns angeben:

„Wir haben ältere Kunden, die seit vielen Jahren sammeln. Aber es gibt kaum nachkommende, junge Käuferschaft, die mit Enthusiasmus auf Entdeckungen aus ist. Junge schauen eher nach Kunst als Investmentmöglichkeit.“

„Besitz scheint allgemein nicht mehr ganz so wichtig zu sein, vor allem auch bei jungen Leuten. Das hat auch mit dem Internet und den sozialen Medien zu tun. Gerade Instagram hat eine starke Wirkung, man entscheidet schnell, ob man etwas sehen will oder nicht. Und damit hat es sich auch erledigt. Man ist zum Teil schon zufrieden, wenn man ein Bild gepostet hat. Die sozialen Medien verändern die Wahrnehmung und die Bedürfnisse.“

„Zu den Vernissagen kommen zwar viele junge Leuten, aber es geht doch weniger um die Kunst, sondern um das Event.“

Jaja, die jungen Leute und das Internet – war ja klar. Gibt es neben „hohen Fixkosten“ in der Schweiz und „teuren Messeauftritten“ weltweit vielleicht noch andere Gründe?

„…kaufkräftige Kundschaft, aber viele sind verunsichert, zuletzt auch durch die Wahl Donald Trumps.“

Keine weiteren Fragen.