Spielzeit einkaufen

Mac Schwerin is right: Advertising Isn’t Storytelling. Und es er sagt auch, warum. Es liegt nicht nicht an uns, es liegt am Kunden. Weil:

In 2017, whether a company thrives or struggles, its story is usually one of acquisition, scalability, and creative accounting. That’s not necessarily an indictment. But it does make CMOs who extol “authenticity” sound faintly ridiculous. Odds are good the brands they champion are one of a vast constellation of similar companies in a private equity fund or holding company portfolio, steered by the same market forces as their corporate kin.

Also zumindest an den Großkunden bzw. deren absoluter Austauschbarkeit. Wenn schon die Geschichte, also Historie der Firma oder Marke nicht (mehr) originell ist, dann kommuniziert man was? Eine eigene Philosophie, ein Manifest gar? Egal, ist ja irgendwie alles Content, nicht wahr? Da kann man sich auch mal Zeit lassen und etwas auserzählen, wenn es nur hochwertig gemacht ist.

Conflating advertising with storytelling doesn’t set a high bar for quality; it commits a category mistake, dooming creatives to work with the wrong set of tools. The real power of advertising is in its interactivity.

Schwerin behauptet anhand einiger Beispiele, daß a „good print is more like a game than a story“. Google wiederum rät Agenturen, die kurzen Bumper Ads als Print-Anzeigen zu denken. Und ich muß sagen: So ist es.

Ritter unsportlich

Okay, wir haben einen Claim Slogan mit einem Bekanntheitsgrad von 90 % und einer laut Umfrage (von 2005) „hohen Übereinstimmung zwischen dem Produktversprechen und den tatsächlichen Produkteigenschaften, was wiederum die Glaubwürdigkeit und Sympathie fördert.“
Frage: Was können wir dem hinzufügen, um diese tighte Message etwas beliebiger und mehr schwammig zu machen?

Die Schokolade?

Was der neue Marketingleiter eigentlich meinte: Produktinnovationen, schön und gut. Aber wie kann ICH denn hier meine Duftmarke hinterlassen, wenn ich den seit 1970 unverändert bestehenden Slogan nicht antasten darf?

Rettungsunfallschirm

Die Nachricht, daß ein chinesisches Regenschirm-Sharing-Startup binnen Wochen nahezu sämtlicher seiner 300.000 Schirme verlustig gegangen ist, hat ja schon vor einigen Wochen die Runde gemacht.

Ich wollte hier nur mal kurz festhalten, daß ich mich seit Jahren mit der Idee für ein ähnliches System rumschleppe. Nur, daß es werbefinanziert funktionieren würde. Der Regenschirmstoff wäre also gebrandet, die Schirme somit eine Art Giveaway. Ausleih-, okay: Mitnahme-Stationen an Bahnhöfen und großen Haltestellen. Irgendwann hätten die Leute wohl genug Werbeschirme zu Hause, daß sie vielleicht auch mal den einen oder anderen wieder in die – ebenfalls mit Werbung zugepflasterte – Station zurücklegen würden. Deren Stoff könnte man dann wieder mit neuen Kunden-Designs bedrucken. Und so weiter.

Genau durchgerechnet habe ich das natürlich nie. Und noch nicht einmal damit angefangen, einen Businessplan dafür zu schreiben. Und das werde ich wohl auch nicht.

Nachbarschaf

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, über den Horizont-Artikel zur McDonald’s Lieferservice-Werbung herzuziehen. Zur Deutschgrottigkeit der „Webserie“ selbst hat sich schon jemand anderes geäußert.

Gaulands Äußerung liegt tatsächlich bereits mehr als 14 Monate zurück.

Kontext: Kritik an Coral. Dazu habe ich ja schon was gesagt. Doch vielleicht erklärt mir Lisa Gondorf die minimalen Unterschiede ihrer beiden Artikel zum Thema auf Meedia und Absatzwirtschaft? (Ja, ich weiß, daß beide Websites zum Handelsblatt gehören.)

Mit „gerade“ meint Nilz übrigens Anfang April. Geschenkt, das ist hier nicht der Punkt.