Das kommt noch dazu

Wozu, das erkläre ich dann später. Hier erst einmal Mark Schaefers fünfte und letzte Wahrheit über Social Media, die da lautet: Nobody really wants you to be authentic.

“Authenticity” is by far the most over-used and abused word on the social web. The most common definition of “authentic” is “true and accurate.” If I was presenting a true and accurate version of myself right now I would say that I am a bit gassy after that Mexican food at lunch.

Nobody wants to know that stuff and nobody wants to talk about it either. Whether you’re a person or a brand, you are always presenting a shiny idealized version of your authentic self. It has always been this way and it will always remain this way.

Nobody is authentic, but you can be kind and honest. There is a difference.

Und auf das Feld der Kunst übertragen: Samuel Hamen hat bereits vor einem halben Jahr über die Lektüre unliterarischer Biographien gerantet.

Es geht um Größeres, und so sind dann viele dieser sozialkritisch durchaus wichtigen Romane selbstvergessen und erzähltechnisch anspruchsarm.

Dieser Schwund an erzählerischen Möglichkeiten wird von diesen authentizistischen Schreibverfahren nur zu gerne in Kauf genommen. Schließlich steht ja nichts weniger als das Leben auf dem Spiel.

Mehr dazu in Kürze. Stay turned tuned!

Die Springerin

Seit gerade einem Monat ist die Freischreiber-Kampagne Jedes Wort ist’s wert draußen. Der Berufsverband freier Journalistinnen „foppt“ damit die Verleger und ihre Bemühungen, in Zeiten von Fake-News und Abo-Rückgängen das Image von Zeitungen allgemein zu verbessern: Jedes Wort wert.

Die Werbung wird einfach mit ähnlichen Motiven gekapert – was ganz gut funktioniert hat, weil die Verleger zwar per Print, auf Plakaten, im Kino und vereinzelt sogar online geschaltet haben, aber Social Media außen vor geblieben ist.

Apropos Werbung: hier mein Lieblingsmotiv der freigeschriebenen Kaperkampagne gegen miese Bezahlung. Silke Burmester ist sich zu fein für Werbung.

Nun ist Burmester seit einigen Tagen wohl keine „freie Journalistin“ mehr, wie vermeldet wird heuert die ehemalige Medienkolumnistin der TAZ ausgerechnet bei Axel Springer an. (Allerdings nicht festangestellt, s.u.) Der Umstand, daß sie die redaktionelle Verantwortung der dort erscheinenden Zeitschrift DIE DAME übernimmt, ist ihr immerhin eine sich recht windende Erklärung in eigener Sache wert.

Aber für mich entscheidend ist die Möglichkeit, eine Situation – zumindest temporär – verlassen zu können, die zusehends perspektivlos wird.

Ach ja, das liebe Geld. Silke Burmester ist sich nicht zu fein für Springer. Anscheinend zahlen die besser als die Werbebranche.

Update 14:26

Die Klarstellung hier kam als Antwort. Danke dafür.

Drikkes Translate

Ich übersetze mal kurz für Branchenfremde, was Marketer damit meinen, wenn sie „Erlebe den Duft“ so nah am Verschluß auf eine Duschgelpackung schreiben.

„Riech mal dran“ soll es der Konsumentin sagen, während sie im Drogeriemarkt ihren Einkaufswagen am Regal mit den Körperpflegeprodukten vorbeisteuert. Sie soll beim Begutachten des Warenangebots innehalten, nach der Flasche Palmolive greifen und sich gleich im Laden von seinem Wohlgeruch überzeugen.