Eames Mag

Sehr nice gebaut von Enso. Paralax heißt ja jetzt Scrollitelling, aber das sieht sowohl am Desktop, als auch mobile schick aus. Und eine blätterbare Embed-Funktion gibt es auch. Empfehlung ist aber definitiv der Klick auf den Link oben.

http://enso.readymag.com/843291

Das Tool dazu liefert Readymag. Muß ich auch einmal ausprobieren, sobald mir der richtige Content dafür vor die Flinte fliegt. (Und mal gucken, wie das dann im RSS-Reader ankommt.)

Benachrichtigung / Bevormundung

Einstieg // Das Update auf Unicode 8.0 wird neue Emojis bringen, unter anderem Einhörner und Metalgesten. Instagrams Engineering Blog liefert nach dem Klick auf die Graphik ein paar erstaunliche Zahlen zur Emojinutzung.

Umstieg // Dirk von Gehlen meint, wir hätten „noch nicht so richtig verstanden, wie man das Internet einsetzt. Wir versuchen uns in Techniken … wir betrachten das Netz wie ein Medium, das klassisch verbreitet wird.“ Er schmeißt dabei fröhlich die Digitalisierung, das www und andere Begriffe durcheinander. Oder verengt zumindest die Perspektive unsachgemäß.

Dazu The Awl mit einem langen Text über die auf „mobile first“ aufbauenden Smartphone-Entwicklungen, von Apps hin zum Betriebssystem unter dem Stichwort „parent platform“. Die deutsche Schmalspurversion des Artikels gibt es auf ZEIT ONLINE.

Das ist als Beschreibung sich abzeichnender Technik- und Usertrends scharf beobachtet und wohl auch ziemlich richtig. Und von Gehlen würde sicher zustimmen. Nur beschreibt es eben lediglich einen Ausschnitt – mag er auch die Speerspitze sein. Aber das ist nicht alles, wie Jeremy Keith in Journal—Web! What is it good for? festhält.

There will always be some alternative that is technologically more advanced than the web. First there were CD-ROMs. Then we had Flash. Now we have native apps. Each one of those platforms offered more power and functionality than you could get from a web browser. And yet the web persists. That’s because none of the individual creations made with those technologies could compete with the collective power of all of the web, hyperlinked together.

Der Permalink ist eine tolle Sache. Universelle Erreichbarkeit ist etwas, das man nicht leichtfertig für die nächste Techmode aufgeben sollte. Nicht mehr funktionierende URL-shortener, Spotify als gated community oder – um etwas Positives zu bringen – DuckDuckGo sind Beispiele dafür.

Das muß nicht heißen, man könne nicht über Browser hinausgehen bzw. -wachsen, aber man sollte immer eine Access Backdoor zumindest mitdenken. Das hat auch nicht wirklich etwas mit der von Martin Weigert diagnostizierten Webnostalgie zu tun. Die besten Features aus der Pionierzeit in die Zukunft hinüberretten zu wollen, bedeutet nicht gleichzeitig Fortschrittsfeindlichkeit.

Twitter etwa ist für Vieles zu kritisieren. Doch trotz Apps und Notifications ist jeder einzelne Tweet auch per Link erreichbar – ohne Account, auf jedem Device. Sie haben die Archive zugänglich gemacht und – naja – die Suchfunktion verbessert. (Zum Brocken Facebook dann vielleicht mal gesondert ein paar Worte, wollte eh noch was zum IndieWeb schreiben.)

Ausstieg // Christoph Kappes: Sieben Sünden der Internetgesellschaft – plus interessanter Anmerkungen dazu von Hack und Bov.

Melodei

Merkzettel: Dann also mal eine Art Teekesselchen mit Links. Ist jetzt gerade so mehr spontan entstanden, denn mittlerweile speichere ich Interessanteres im Entwurf für den nächsten Blogpost, wenn es verwertbar scheint. Bookmarks und RSS funktionieren bei mir irgendwie nicht.

Der @mspro hat sich schon ein paar Tagen ein paar Gedanken gemacht, die über 140 hinausgehen. Und völlig subjektiv finde ich, dieses Flowchart steht dem trotzdem ziemlich gut zur Seite.

Das Hallenprojekt im Interview. Passt auch ganz gut zu diesem Artikel hier. Die Bilder in diesem Blogpost haben aber wie immer (so gut wie) nichts mit dem Text zu tun. Und außerdem ist der gerade erwähnte Artikel auf faz.net/ Unsinn.

bild-1

Noch ein Interview, das hat was mit Kunst zu tun und Sehen, also vielleicht passen die Bilder ja doch irgendwie. Beobachten können jedenfalls auch andere: Sportadella ist Mortadella. (Mal gesehen: Das Sprichwort stimmt.)

verticalmeasures.com/ hat ein paar der schrägsten Twitterer… – Ja, ist das noch aufgelistet oder schon vorgestellt? Ich bin nicht dabei. Und muß mir ja nicht selbst auf die Schulter klopfen, weil ich zu den 15,3% der 70.000 deutschen Twitterer gehöre, die mehr als 250 Follower haben. Aber erwähnen darf ich das ja mal.

ein-herz-fuer-blogs

Okay, die Bilder sind in diesem Eintrag gar keine, sondern so schicke Buchstabenreihen. Die zweite macht allerdings Sinn. Der stylespion.de/ hat eine Aktion mit obigem Namen ins Leben gerufen und da wird gefälligst (also von Gefallen – nicht, weil man damit Herrn Müller einen Gefallen tut, sondern im Sinne von „Gefällt mir!“) mitgemacht. Am kommenden Dienstag werden also auch die Angelegenheiten ihre Bloglieblinge vorstellen. (Überlegungen, die Blogroll von der eigenen Seite auf die Home/Sidebar zu holen, drängen sich derweil verstärkt auf.)

Ich hinke mal wieder hinterher, kaum schaffe ich es am heutigen Tage, meiner Twitter-Timeline zu folgen, geschweige denn die unzähligen Tabs abzuarbeiten. Dieser Eintrag hier entsteht aus reiner Verzweiflung, es will heute einfach zuviel reguläre Arbeit werden. Da brauche ich die großen Netzthemen der letzten Tage (#amazonfail, #zensursula, #thepiratebay) nicht auch noch aufzugreifen, sondern verweise zum Abschluß mal wieder auf eine Genderdiskussion sowie das Maggi-Prinzip.

Mit der Tatsache, daß aber wenigstens der Titel des Posts nichts mit seinem Inhalt zu tun hat, schließe ich nun. Und mit diesem gemischten Doppel.

10 gebote 2.0

bild-41

Und so lauten die neuen 10 Gebote laut @Jahwe im Wortlaut:

2.1
Ich bin dein HERR, der dich aus Web 1.0 geführt hat. Du sollst keine anderen Printgötter neben mir haben.

2.2
Du sollst den Avatar des HERRN nicht mißbrauchen oder seine persönlichen Daten vorratsspeichern.

2.3
Du sollst am Sabbat die Schöpfung des HERRN mit 5 Sternen raten.

2.4
Du sollst deine A-Eltern ehren und gedenken, dass du ein B-Kind bist. Respektiere ihr Urheberrecht.

2.5
Du sollst nicht flamen.

2.6
Du sollst deine Ehefrau nicht entfollowen.

2.7
Du sollst nicht raubkopieren und copy&pasten.

2.8
Du sollst nicht faken.

2.9
Du sollst nicht deine Frau unter Creative Commons lizenzieren.

2.10
Du sollst begehren deines Nächsten Gadgets.

Ich habe mir blasphemischerweise erlaubt, die Punktuation in den einzelnen Geboten einander anzugleichen. Bei der Zählweise (2.10?) bin ich mir nicht so sicher, hoffe aber, dem Zorn Gottes entgehen zu können, auch wenn ich noch eine ketzerische Frage habe: „Hat Jahwe im letzten Gebot etwa ein ’nicht‘ vergessen?“
(Dieser Post ist eine Art Update zu dem hier.)

abgekartete spielerei, teil eins

In Cem Basmans Blog Sprechblase bin ich auf folgendes Projekt aufmerksam geworden:

Ausschnitt Rheinland

Ausschnitt Rheinland

Die Blogkarte
Diese Karte hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele deutsche Blogs zu verorten. Und ist bei der Erreichung dieses Ziels wohl ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Der Macher hat einfach die Impressen diverser Weblogs (natürlich der bekannteren) geplündert, um mit den Wohnortangaben der jeweiligen Autoren seine Gadgetkarte zu füttern. Erst nachdem diese eingetragen worden sind, hat er sich bei den entsprechenden Bloggern gemeldet und sie darüber in Kenntnis gesetzt. Nicht gerade die feine Englische, wie ich finde. Aber ob dieser unglückliche Start einen davon abhält, sein eigenes Blog dort zu platzieren, muß jeder selbst entscheiden.

Der Blogger als öffentliche Person

Cem findet die Aktion unfein, aber letztlich doch irgendwie okay. Kann man so sehen – und ich bin geneigt, mich dieser Sichtweise anzuschließen. Ich kann allerdings auch vollkommen verstehen, wenn man sich darüber so aufregt wie Don Alphonso an seiner blogbar.de/. Im Kern geht es dabei um die bereits erwähnte Nutzung der Impressumsangaben, wobei dieser Punkt trotz der eher schwammigen Rechtslage für mich nicht der interessanteste ist. Hier ist die Lage trotzdem recht klar, wen es mehr interessiert: Dieser Artikel auf heise.de/ ist zwar fast schon zwei Jahre alt, aber die darin ausgeführten Bestimmungen zur Impressumspflicht vom 01. März 2007 haben wohl immer noch Geltung.
So ein „Blogeintrag“ in einer Karte ist einfach etwas anderes als ein Eintrag im Telephonbuch. Und ich meine mich – der Besitz eines Festnetzanschlusses meinerseits ist Jahre her – zu erinnern, daß selbst die in solchen Dingen (siehe Spitzelaffäre) nicht zimperliche Telekom bei der Anmeldung eines Anschlusses im entsprechenden Formular nachgefragt hat, ob und mit welchen Informationen man im Nummernverzeichnis gelistet werden möchte.

Und überhaupt hinkt jeder Vergleich – meistens hinterher

Viel mehr ist es ein von Don Alphonso fallengelassener Nebensatz, der meine Aufmerksamkeit erregt hat. In abgewandelter Form kreisen auch einige der Kommentare zu seinem Artikel um das Thema.

Manchmal könnte ich kotzen bei der dummdreisten Technikbegeisterung mancher Typen, bei denen man den Eindruck hat, dass sie sowas ohnehin vor allem zur Promo ihres Blogs machen.

„Even good news are bad news.“ – Auch wenn ich bezweifle, daß der Kartenmacher die quer durch durch die Blogosphäre rauschende Aufrege bewußt als PR eingeplant hat, Tatsache wird sein, selbst diese ablehnende Haltung hat ihm eine Aufmerksamkeit verschafft, die er auf anderem Wege niemals erreicht hätte. Ob diese pauken- und trompetenschlagende Kurzfristigkeit aber dem langfristigen Erfolg schadet oder nutzt, wird – wie immer – die Zukunft zeigen. Ich kenne mich auch nicht so gut mit den Seilschaften (Gibt es da mittlerweile eigentlich einen Link-related 2.0Begriff für?) in der deutschen Bloglandschaft aus, um hier eine Prognose zu wagen.
Aber ist das der Punkt, wenn das Projekt Blogkarte eine, wie vom Macher behauptet, unkommerzielle Hobbybastelei ist/bleibt?

Puh, das ist jetzt etwas lang geworden. Eigentlich wollte ich hier noch ein paar Gedanken zu Google Latitude et al. anfügen, aber das verschiebe ich mal auf einen späteren Eintrag in den nächsten Tagen.