Taktgefühl

Seit nun vier Tagen schlage ich mich beim Pendeln mit diversen KVB-Sperrungen und Umleitungen rum. Während der Herbstferien werden zwischen Poststraße und Appellhofplatz die Gleise erneuert, der Bahnverkehr wird um den sonst so zentralen Knotenpunkt herumgeführt.

Das hat natürlich Auswirkungen auf meinen Weg vom Chlodwigplatz zu den Bahnhöfen. Die Strecke zum Hbf wird länger, weil die Linien 16 und 18 nicht am Barbarossaplatz abbiegen, sondern die Ringe hochfahren. Ich steige also erst am Friesenplatz um, kann dort gerade aber nicht nur die Linie 5 nehmen, sondern wegen der Umleitungen auch die 3 und die 4. Und das finde ich gar nicht so schlimm, stimme da Anja nämlich vollkommen zu:

Der etwas weitere Weg wird durch die höhere Taktfrequenz der Bahnen mindestens ausgeglichen. Anders sieht es leider beim Weg nach Deutz aus. Nach der 17 kann man derzeit an der Severinstraße nicht direkt in die Linien 3 oder 4 umsteigen. Es fährt eine Shuttlebahn nur über die Brücke und zurück, man muß noch einmal an der Suevenstraße das Gefährt wechseln, nur um eine Station weiter um Bahnhof zu gelangen.

Wahrscheinlich wäre es auch hier besser, mit der 15 oder 16 zum Rudolfplatz zu fahren und von dort mit der 1 oder 9 nach Deutz? War auf dem Rückweg gestern allerdings auch nicht optimal. Morgens werde ich es nicht mehr ausprobieren können, denn die zweite Ferienwoche werde ich nicht in Köln sein. Und wenn ich wiederkomme, sind die Arbeiten hoffentlich planmäßig erledigt.

Verkehr verquer

(Ausgerechnet) in der FAZ ist ein Artikel mit der Überschrift „Entsetzen über Fahrverbote: Hier stehen Staus unter Artenschutz“ erschienen. Er enthält nicht nur ein paar schöne Formulierungen wie…

Hier ist noch viel Luft nach oben. Aber die wird knapp.

…er kritisiert auch sehr pointiert die Auto-Fixierung der Politik mehr noch als die der Gesellschaft. Beispielsweise durch Beobachtungen über die Verklärung der A40 als „Industrieromantik, mit der eine Staufalle zur ‚Lebensader‘ des Ruhrgebiets hochgelogen wird.“
Außerdem musste ich als Radiohasser natürlich über so einen medialen Seitenhieb schmulnzeln:

Oder befürchtet man jetzt schon, dass es die Staus sind und nicht die Abgase, die weniger werden könnten und die Radiosender, die einen Großteil ihrer Zeit mit Staumeldungen füllen, dann ihr Programm umstellen müssten?

Erklärung für die Tags: Ja, ich lasse meine Instapaper Notes wieder automatisiert als Post/Drafts in mein Blog-Backend laufen.

Menschenskindergarten

Gestern noch kopfschüttelnd an so einem großen Saugwagen vorbeigelaufen. Der stand mitten im Düsseldorf auf einer Kreuzung und hielt seinen Rüssel in ein Kanalloch. Dabei parkte er lieber eine Fußgängerampel und einen Radweg komplett zu, als daß er auch nur das kleinste bißchen PKW-Verkehrsfluß zu verlangsamen riskierte.

Rollen muß die Blechlawine, das ist oberste Priorität im Land. Daran dachte ich jedenfalls, als ich heute Morgen unter der Überschrift 300.000 Kleinkinder finden keinen Kita-Platz auf SpOn diese zwei Sätze las:

Wie prekär die Situation ist, zeigte kürzlich ein Polizei-Einsatz in Leipzig. Dort mussten die Beamten bei einer Kita anrücken, weil 450 Menschen für einen Kita-Platz bei einer Kindertagesstätte anstanden und die Warteschlange sogar den Autoverkehr beeinträchtigte.

„Beeinträchtigung des Verkehrs“ – schlimmer geht’s wirklich nicht. Hoffentlich sind einige der Eltern für eine solche Unverfrorenheit im Knast gelandet.