prez.ppt

Eure plakativen Powerpoint-Präsen sind Teil des Problems.

I think we tend to use the terms “left” and “right” in a sloppy fashion, because it’s the familiar way that we classify parties in the post-war era in Europe where you see the difference, for example, between social democrats and communists versus conservatives and liberals.
What we’ve got now is a new cultural cleavage which overlays that, and populists therefore can be left-wing or right-wing or in the middle. Basically they’re very vague on economics, but it’s the cultural values which are the critical aspects which differ for them.

Why Trump’s populist appeal is about culture, not the economy – Vox

1 Frage der Technik

The bro C.E.O. does what you’d expect an immature young man to do when you give him lots of money and surround him with fawning admirers — he creates a culture built on reckless spending and excessive partying, where bad behavior is not just tolerated but even encouraged.

Jerks and the Start-Ups They Ruin – The New York Times stellt fest, daß Machokultur jetzt nicht so die beste die Art der Unternehmensführung ist. Und nicht etwa, weil es damit kein Alleinstellungsmerkmal gibt.

Ein weiterer Artikel der New York Times schreibt unter der Überschrift How White House Echoes Tech:

The Trump campaign intended to remain sparse and decentralized. Borrowing a Silicon Valley mantra from Facebook, he told his shocked listeners that “your job is to move fast and break things,” according to a person who was present. “Figure out what needs doing, and then just do it. Don’t wait for permission.”

Ein und eins zusammengezählt: Peter Thiel und Elon Musk gefällt das.

Mr. Trump is, in many ways, the first genuine Silicon Valley start-up candidate and president. But is it a good or a bad thing if Mr. Trump becomes the first political unicorn?

Nicht zuletzt, weil auch nach dem Amtsantritt Trumps viel Kommunikation über Social-Media läuft, bemerkt die Washington Post: „In many ways, the first weeks of the Trump White House have resembled a chaotic tech start-up.“

Mathias Richel bescheinigt in einem Gastkommentar auf capital.de, „Trumps Twitter-Manie zerstörerische Wirkung auf die frei Meinungsbildung (…) Aus Marketingsicht könnte man also sagen, dass er alles richtig macht.“ Möge sich Richels Hoffnung auf eine wehrhafte Demokratie bewahrheiten.

Seiner Intrepretation der seit einiger Zeit wieder steigenden Auflagenzahlen als Rückkehr des Qualitätsjournalismus „vielleicht stärker als jemals“ kann ich nicht ganz so zustimmen. Natürlich bringen rechte Aufreger Quote. Und was ich weiß ist, die zum Glück sinkenden Umfragewerte der AfD haben wohl unterschiedliche Ursachen – aber ihre Dauerauftritte in deutschen TV-Talkshows stehen da sehr weit unten auf der Liste. Wenn sie nicht sogar kontraproduktiv sind.

Elvis has entered the building

Vor einigen Wochen hat Ryan Holiday im Observer sehr interessante Einblicke in eine von ihm selbst 2009 mitentwickelte Werbekampagne gegeben: I Helped Create the Milo Trolling Playbook—Stop Playing Right Into It. Durch Vandalismus an ihren eigenen (absichtlich geschmacklosen) Plakaten, durch von ihnen selbst ins Leben gerufene Boykottgruppen und ähnliche Mittel, haben Holiday und seine Mitstreiter es geschafft, trotz sehr bescheidener Mittel ein überproportional großes Maß an Publicity zu generieren.

It’s easy to sound smart and provocative when you’re the underdog. It’s easier to be reckless when you have nothing to lose. It’s also easier to create a united front when you really are being persecuted or attacked—when you’re an outsider.

Wie die Überschrift des Artikels andeutet, ist seine Lektüre nicht nur für professionelle Marketer interessant. Denn im Internetzeitalter der allgemeinen Aufmerksamkeitsökonomie gibt es gute Gründe, Reiz/Reaktion-Schemata zu analysieren. Nicht umsonst gehört Holidays Bestseller „Trust Me, I’m Lying“ zu den Lieblingsbüchern der Alt-Right Propagandaabteilung, die es statt als Warnung eben einfach als Anleitung verstehen.

Auch wenn sich der neue US-Präsi nicht gerade überschwänglicher Beliebtheit erfreut – selbst unerwünschter Erfolg hat noch eine ganze Menge Väter. So liefert jedenfalls eine Websuche nach „accidentally helped Trump“ eine recht lange Liste an entweder distanzierenden Schulterklopfern oder vorsatzlosem Täter-Blaming.

Beispielsweise Timothy O’Leary zum Einfluß seiner 90er-Infomercials, ein wirklich abgefeimtes Stück Eigenwerbung. Oder die Liberal Media Outlets sind schuld. Oder gleich die Vorgänger-Politik Obamas. Oder Algorithmen.

Ich muß ich letzter Zeit oft an Folgendes denken: Elvis‘ manager sold „I Hate Elvis“ badges to make money from those who otherwise wouldn’t have parted with their cash for Elvis merchandise.

TRU vs TRU

Okay, dieses längere Zitat wollte wollte ich nicht einfach in den wöchentlichen Links verstecken. Paste liefert hier nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine Handschlagkritik. Ja, genau.

»He started off brilliantly by closing the distance between himself and Trump, meaning that if the president tried to pull him forward, the two would collide—mutually assured destruction. Immediately, he took away his opponent’s greatest strength. Then he engaged Trump in a shoulder grab—a total power move that Trump countered with a shoulder/neck grab of his own. As the two men grimaced at each other, Trump created some distance and went back to old faithful: The grip-and-yank. If you look closely at the 4-5 second mark, Trump tries to tug Trudeau’s arm toward him, but for the first time since he took office, his opponent was ready: Trudeau held firm, resisted the yank, and held his ground beautifully. Finally, Trump tried to squeeze the hell out of his hand and go over the top for leverage, but Trudeau wouldn’t budge. The president gave it one more try, to no avail, and at the 7-second mark he ran out of gas. After exchanging a meaningful look with Trudeau, as if to recognize a worthy adversary, he dropped the Canadian’s hand and beckoned toward the cameras.

In my official ruling, this is a draw, but it’s a stunning, impressive result for Trudeau nonetheless. Just as in European championship soccer, getting a draw on the road is almost like winning, and for Trudeau to perform so admirably on enemy turf is a triumph for all of Canada.

Unfortunately, this probably means Ottawa is getting nuked. But it was worth it to see the first small crack in the armor of the Ivan Drago of handshakes.«

(via)

+++EIL: Extrablatt +++

Schlagen Sie mal das Wort „Krise“ im Zeitungslexikon nach. Von Auflagenrückgängen und schrumpfenden Abonnements wird man in der 2017er Ausgabe eher wenig lesen, schätze ich.

Hashtag #diezukunftderprintmedien. Die ganze Aufregerei über Trumps tägliche Machenschaften sorgt nicht nur bei Verlagen für Klicks, auch die Plattformen bekommen einen Trafficschub. Schließlich will man informiert werden, was der orange Trampel jetzt schon wieder angestellt hat.

“You know this administration is going to have broad ability to take action on things we care about — jobs, our ability to hire, our ability to grow, everything, all the issues we’re all posting about — and so a dialogue there is important.”

Das hat Sheryl Sandberg während eines Podiuminterviews auf der Watermark Women’s Conference gesagt. Angesichts des drohenden Faschismus sorgt sich die Facebook-Geschäftsführerin immer noch in erster Linie um die Wachstumsmöglichkeiten ihres Unternehmens. Nach 18 verheerenden Executive Orders sagt die für ihr Buch Lean In als Vorzeige-Feministin gefeierte Sandberg, es sei zu früh, um Urteile zu fällen.

An den Fernsehquoten in den USA kann man übrigens auch einen Trump-Effekt ablesen, wie am Beispiel der dort beliebten Late Night Shows festgestellbar ist.

Auf dem von Männern dominierten Late Night-Markt ging es also drunter und drüber. Auch wenn sich Jimmy Fallon immer wieder behaupten konnte, wird es vielleicht nicht immer so einfach für ihn bleiben. Denn der neue Präsident möchte die Welt anscheinend nicht zur Ruhe kommen lassen, wie bereits seine erste Amtswoche zeigte. Die politischen Ansätze eines Colberts und eines Meyers könnten genau das sein, wonach es dem amerikanischen Fernsehpublikum verlangt.

Daß die Kritiker des neuen US-Präsidenten auch durch ihn verdienen, sollte man nie außer Acht lassen. Was noch lange nicht heißt, daß man sich mit kleinhändigen Überfrisur gemein macht.