Wand vor Wurst?

Das nächste Gentrifizierungsopfer bei uns um die Ecke: ein Altenheim.

Schon krass, wie schnell der Seitenflügel leergestorben ist, nachdem keine neuen Bewohner mehr eingezogen sind.

Was man so hört, sollen da immerhin gehobene Seniorenwohnungen mit Betreuungsoption entstehen. Die jetzt abgerissene Fassade wird man wohl noch länger bei Google Maps besehen können. Dort steht die Ubia Garage nun bereits seit neun Jahren immer noch.

Nachbarschaftsblase

Vorgestern las ich mehrfach auf Twitter, das Säulendiagramm zum deutschen Ergebnis der Europawahl gleiche einem Stinkefinger. Jedenfalls, wenn man sich das Abstimmungsverhalten von Jugendlichen, Großstädtern oder so ansähe. Es schien mir fast so, als würden Leute sich zu überbieten versuchen, das Chart mit dem höchsten grünen Mittelfinger Balken ausfindig zu machen – Bonuspunkte gab es dafür, wenn man selbst zur ausgewählten Gruppe dazugehörte, weil z.B. die Altparteien im eigenen Kiez so herrlich abgelost hatten oder überhaupt „alte Leute“… #LOL.

Also habe ich mir die Resultate für meinen Wohnort mal angeschaut – und mit diesem Vorwissen wenig überraschendes gefunden. Wenn man vom Kölner Gesamtergebnis auf meinen Stadtbezirk, dann auf meinen Stadtteil und schließlich auf meinen Wahlbezirk runterzoomt, wie es das unten eingebundene GIF tut, dann kann man dem erwähnten Mittelfinger quasi beim Ausstrecken zusehen.

Da kann man schön sehen, wie sich die Gentrifizierung in meinem bildungsbürgerlich geprägten Veedel in Zahlen niederschlägt. (Wenn ich nicht so faul gewesen wäre und statt Screenshots wegen der wechselnden Prozenteinteilung auf der y-Achse eigene Diagrammnachbauten benutzt hätte, wäre der Effekt noch deutlicher zu erkennen.)

Mit anderen Worten: Was Daniel Erk und Ronny Kraak sagen.

Ladenzeile für Ladenzeile

Ich habe keine Ahnung, wie lange es den Zigarren Günther auf der Mero bereits gibt. Es sind mit Sicherheit deutlich mehr als die zehn Jahre, die ich nun schon in der Südstadt lebe.

Günther

Das erkennt man natürlich vor allem am Namen selbst. Und an der Außenwerbung des Ladens kann man ganz gut seine Geschichte ablesen. Wo lagen zu welchen Zeiten die Verkaufsschwerpunkte dieses Geschäfts? Nach zuerst Tabakwaren sind Zeitungen und Zeitschriften immer wichtiger geworden. Schließlich dominiert jetzt das Branding als Postfiliale und besonders DHL-PaketShop – dem Onlinehandel sei Dank.

Günther

Ich frage mich allerdings, wann man auf die Idee gekommen ist, den Laden laut Schild „Genuss Company“ zu nennen.