1 Frage der Technik

The bro C.E.O. does what you’d expect an immature young man to do when you give him lots of money and surround him with fawning admirers — he creates a culture built on reckless spending and excessive partying, where bad behavior is not just tolerated but even encouraged.

Jerks and the Start-Ups They Ruin – The New York Times stellt fest, daß Machokultur jetzt nicht so die beste die Art der Unternehmensführung ist. Und nicht etwa, weil es damit kein Alleinstellungsmerkmal gibt.

Ein weiterer Artikel der New York Times schreibt unter der Überschrift How White House Echoes Tech:

The Trump campaign intended to remain sparse and decentralized. Borrowing a Silicon Valley mantra from Facebook, he told his shocked listeners that “your job is to move fast and break things,” according to a person who was present. “Figure out what needs doing, and then just do it. Don’t wait for permission.”

Ein und eins zusammengezählt: Peter Thiel und Elon Musk gefällt das.

Mr. Trump is, in many ways, the first genuine Silicon Valley start-up candidate and president. But is it a good or a bad thing if Mr. Trump becomes the first political unicorn?

Nicht zuletzt, weil auch nach dem Amtsantritt Trumps viel Kommunikation über Social-Media läuft, bemerkt die Washington Post: „In many ways, the first weeks of the Trump White House have resembled a chaotic tech start-up.“

Mathias Richel bescheinigt in einem Gastkommentar auf capital.de, „Trumps Twitter-Manie zerstörerische Wirkung auf die frei Meinungsbildung (…) Aus Marketingsicht könnte man also sagen, dass er alles richtig macht.“ Möge sich Richels Hoffnung auf eine wehrhafte Demokratie bewahrheiten.

Seiner Intrepretation der seit einiger Zeit wieder steigenden Auflagenzahlen als Rückkehr des Qualitätsjournalismus „vielleicht stärker als jemals“ kann ich nicht ganz so zustimmen. Natürlich bringen rechte Aufreger Quote. Und was ich weiß ist, die zum Glück sinkenden Umfragewerte der AfD haben wohl unterschiedliche Ursachen – aber ihre Dauerauftritte in deutschen TV-Talkshows stehen da sehr weit unten auf der Liste. Wenn sie nicht sogar kontraproduktiv sind.

mit alles dot com

Auf mitvergnuegen.com/ ein Artikel mit der Überschrift: Warum es ist nicht immer geil ist, eine Firma zu gründen. Die URL-Endung lässt dabei auf eine in der aktuellen Fassung geänderte Headline schließen: „/warum-es-ist-nicht-immer-ein-vergnuegen-ist-eine-firma-zu-gruenden“.

Der Einstieg ist durchaus gelungen. Mit-„Mit Vergnügen“-Gründer Matze Hielscher schlägt ordentlich auf den grassierenden Startup-Kult ein. Allerdings sind deren exponierteste Exemplare natürlich auch nicht nur leichte Opfer Beute (um im Löwen-Sprech zu bleiben), die Auswüchse dort laden ja quasi dazu ein, sich darüber lustig zu machen. Hielscher selbst macht selbstverständlich alles anders.

Man muß ihm zugute halten, daß der Text nicht groß als Eigenwerbung daherkommt. Da ist man von irgendwelchen „Gastbeiträgen“ in diversen Online-Magazinen beileibe anderes gewohnt. CEOs von irgendwas, die ihre sorgsam dosierten Rants „Debattenbeiträge“ nennen, jedoch kaum verbergen können, statt am Thema doch eher an der Promo für ihre eigenen Ideen Produkte interessiert zu sein.

Die Forderung nach einem Realitätsabgleich ist vernünftig. Blöd nur, daß Hielscher am Ende genau folgenden Satz nicht fehlerfrei über die Tastatur bekommt:

Ich weiß, dass es die IHK gibt, aber wer mit einem gesetzlichen Auftrag so viele Rechtschreibfehler auf der Webseite daherkommt, dem kann ich hier nicht vertrauen.

Anno heute Morgen

Ganz geil übrigens: Im Steckbrief auf Hielschers Autorenseite könnte es nicht klischeebeladener zugehen.

Das vergnügt dich am meisten in Berlin: Wein trinken im Briefmarken, Essen im Michelberger Hotel, Laufen in Alt-Stralau, Knutschen im Prince Charles
Das fehlt dir in Berlin: geschulte Kellner/innen

#dhdl

Da braucht man gar nicht erst mit App-Müdigkeit und so weiter anfangen. Der elitäre Techzirkel ist und bleibt eine Startup-Blase. Entrepreneurship reimt sich nicht für jeden auf hip. Als billiges Entertainment macht es viel eher Sinn.

Für alle, die wollen, daß Digitalkram vielleicht sogar auf längere Sicht funktioniert, nervt sowas einfach nur. Selbst mir macht es keine Spaß mehr, ständig dem neuen hycen Shyce hinterherzurennen. Nach dem Ende von Mailbox habe ich mich noch einmal für einen Wechsel zu Polymail aufgerafft. Wenn die dichtmachen, entscheide ich mich wahrscheinlich für Apples nativen Client.

Obwohl heute der letzte Tag von Sunrise ist, habe ich immer noch keine rundum vernünftige Vertretung gefunden. OneView noch nicht als iPhone-App am Start, Moleskine-Planner recht teuer, Fantastical häßlich. So wird es wahrscheinlich auf die Kalender-App von Google hinauslaufen. Ich nutze Snapchat kaum und habe PokemonGo noch nicht einmal installiert.

„Besser schlechte PR als gar keine PR“ kann aber auch nicht die Lösung sein, denke ich. Man kann sehr wohl eine Menge falsch machen.