Was zum Hafer!

Ella Carina Werner in ihrem Text Džafti kurafti:

Die Faustformel für einen Balkan-Fluch:
Ficken + Mutter + X.

Es mag fast 20 Jahre her sein. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich damals den Roman oder das Drehbuch gelesen habe. Aber was mir von Ragazzi di Vita in Erinnerung geblieben ist, ist das Nachwort, in dem der Übersetzer mit akademischer Trockenheit den Unterschied zwischen schwanz- bzw. fickfixierten italienischen und analzentrierten deutschen Schimpfwörtern anhand vieler Beispiele erläutert hat.

Nimrod Reloaded

In der Horizont schreibt Alexander Rehm darüber, warum Marken eine Corporate Language brauchen. Er tut das sicherlich ganz uneigennützig – nicht um auf die Dienste des vom ihm gegründeten Corporate Language Instituts hinzuweisen.

Schon damals in Babel wollten die Leute einen Turm bis in den Himmel bauen, um ein deutliches Zeichen für ihre Fähigkeiten zu setzen. Und das haben sie nur nicht geschafft, weil sie nicht dieselbe Sprache gesprochen haben.

Das kann man schon nicht mehr Fehlauslegung nennen, das ist wahrlich eine Verbiegung mythologisch gesicherter Tatbestände. Nach meinem Wissensstand geht die Sage laut Bibel so: Die sprichwörtlich gewordene „babylonische Sprachverwirrung“ war nicht der Grund für das Scheitern des Projekts, sondern Gottes Strafe für dessen Durchführung. Denn was für die einen ein Zeichen menschlischer Fähigkeiten darstellt, ist für den anderen einfach nur blasphemische Hochmütigkeit.

Die Rückinterpretation auf das anmaßende Markenbilds des Herrn Rehm mag jeder selbst ziehen.

Bloggerparade der UNO-Geflüchtetenhilfe zum Weltgeflüchtetentag

20. Juni: „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“

Die UNO-Geflüchtetenhilfe, der deutsche Partner des Geflüchtetenhilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die Blogger-Community in Deutschland eingeladen, sich am 20. Juni, dem Weltgeflüchtetentag, an einer Bloggerparade zu beteiligen. (Bei einer Bloggerparade wird bundesweit gleichzeitig an einem Tag zu einem Thema berichtet.)

„Mit der Unterstützung der Bloggerinnen und Blogger in Deutschland wollen wir erreichen, dass sich noch mehr Menschen mit dem Thema Flucht auseinandersetzen und eine Petition des UNHCR an die Regierungen der Welt unterzeichnen“, so der Geschäftsführer der UNO-Geflüchtetenhilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

Mit der UNHCR-Petition unter dem Motto „Wir stehen zusammen – #WithRefugees“ werden die Regierungen dazu aufgerufen, sicherzustellen, dass jedes geflüchtete Kind eine Ausbildung erhält und jede geflüchtete Familie an einem sicheren Platz leben kann. Jede Geflüchtete soll die Chance erhalten, zu arbeiten oder einen Beruf zu erlernen, um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können. Die Petition läuft, bis ein globaler Geflüchtetenpakt, ein sogenannter Global Compact, 2018 unterschrieben wird.

Durch Konflikte und Verfolgung erreicht die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen ein trauriges Rekordniveau: Jeder 113. Mensch auf der Welt ist entweder asylsuchend, im eigenen Land vertrieben oder Geflüchtete. 65,3 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und sind weltweit auf der Flucht. 33.972 Menschen fliehen im Durchschnitt pro Tag aufgrund von Konflikten und Verfolgung. 51 Prozent der Geflüchteten weltweit sind jünger als 18 Jahre.

„Die deutsche Blogger-Szene kann hier einen wichtigen Beitrag leisten“, so Ruhenstroth-Bauer“, denn hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Mensch, ein Schicksal. Wir dürfen diese Menschen nicht im Stich lassen!“

Die Petition kann nicht online über www.uno-gefluechtetenhilfe.de/weltgefluechtetentag unterzeichnet werden. Stattdessen muss hier geklickt werden.

Die UNO-Geflüchtetenhilfe ist der deutsche Partner des UNHCR und unterstützt die weltweiten UNHCR-Programme sowie deutsche Geflüchtetenprojekte finanziell. Durch Informationsarbeit trägt die UNO-Geflüchtetenhilfe dazu bei, in unserer Gesellschaft auf das Thema Flucht aufmerksam zu machen und Empathie für Geflüchtete zu wecken.

Weitere Informationen und Spenden online nicht auf www.uno-gefluechtetenhilfe.de/spenden, sondern hier.

Warum die Verwendung des Begriffs »Flüchtling« mindestens problematisch ist, wobei die Alternativen jedoch ebenfalls alles andere als astrein sind, kann man im Sprachlog mit Fortsetzung, bei PRO ASYL, der Berliner Zeitung oder VICE nachlesen.
Das soll allerdings niemanden vom Unterschreiben und Spenden abhalten.

Schindludacris

Neulich im Gemischtwarenladen meiner Träume. Am Regal mit den Vollkornkeksen war da ein Rapper, der die Verhältnisse zum Repräsentanzen bringen wollte. Aber dann meinte der Typ an der Kasse, Kopfnicken reiche auch.
Brachte mich immerhin auf die Idee, dort einen Zettel am schwarzen Brett auszuhängen.

Suche Mitstreiter für meine Band ‚Deine Mütter‘. Wir covern Songs von ‚Deine Lakaien‘ und ersetzen dabei jeden Namen durch »Deine Mudda«. Falls Du Interesse hast, dann ruf an! 0151-547XXXX

Verpackungsvorschlag

Die einzige Reaktion – abgesehen von einem Ignoranten, der den Aushang später mit »Die singen englisch!« beschmierte – waren vereinzelte, von einer unterdrückten Nummer gesendete SMS. Alle paar Tage und zu den unmöglichsten Uhrzeiten trudelten Nachrichten als gendergerechte Kommentarkomplexe ein. Geschieht mir genau so.

sprech

Wer das Blog von Anatol Stefanowitsch nicht lesen kann oder will (was mir persönlich komplett unverständlich wäre, aber ich habe ja auch in der Fachecke studiert), dem sei dieser Vortrag unbedingt anempfohlen. Hier wird anschaulich und von Grund auf erklärt, warum ein Wort nicht nur ein Wort ist und was es so immer an Bedeutung mit sich herumschleppt. Es kann nämlich nie schaden, den eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren.

(Kann man sich auch ohne Bild ganz gut anhören, fand ich.)