*löscht alle wortspielerischen Headline-Ideen mit „Snap“ statt „Schnapp“ zum Glück wieder, bevor er auf „Publish“ klickt*

Seit einem Jahr nutze ich Instagram nicht mehr. Mir fehlte die chronologische Timeline. Und die nervige Werbung wurde auch immer mehr. Nach 1000 Bildern war am 21. Mai 2016 für mich Schluß. Also schon ein paar Monate, bevor die Facebook-Tochter mit Stories zum Snapchat-Klon wurde.

Genau dieses Feature steht jetzt auch im Mittelpunkt der von Wieden+Kennedy Amsterdam entwickelten Kampagne für Instagram. Ein bis zwei Motive sind halbwegs witzig, aber das meiste ist eher geht so. Die Filmchen wirken auf jeden Fall besser als die statischen OOH-Motive, die man in den vergangen Wochen auf innerstädtischen CLPs zu sehen bekommen hat.

Wer hierzulande allerdings auf die Idee gekommen ist, den internationalen Claim „Stories are everywhere“ auf deutsch mit „Jede Story zählt“ zu übersetzen, der kann sich im Beraterkeller die goldene Adaptionsklobürste abholen gehen.

Ich wäre das ja insgesamt etwas mutiger angegangen. Aber kaum bastelt man was, ändert Snapchat ein paar Tage später das Design.

Add me.

#rpTEN

Was auch immer die re:publica in ihrem Jubiläumsjahr angestellt haben mag (und irgendetwas ist selbstsicher an den eigenabartig motiviertesten Vorwürfen dran) – für die Entscheidung, den stinkenden Raclettestand vom Gelände zu verbannen, gebührt ihnen auch dann mein unendlicher Dank, obwohl ich gar nicht vor Ort war.

Vielleicht ändert sich das ja nächstes Jahr wieder. Bis dahin, käselose Grüße aus der Hauptstadt des Klüngels.

fwd: re:

In schnöder Regelmaßlosigkeit beschweren sich Leute über Anrufe. Nicht nur über Werbeanrufe, nein, generelle über jegliche Kontaktaufnahme via Telephon. Vor einigen Monaten erst bin ich wieder über zwei Texte gestolpert, die sich darüber echauffiert haben. Überhaupt sei synchrone Kommunikation ja strukturelle Gewalt etc. Ich finde sie jetzt leider nicht mehr wieder, wollte aber schon damals einwerfen, daß beide Rants hinter einer Fassade des sich kontaktscheu gebenden Nerds eigentlich nur so vor Selbstbeweihräucherung gestrotzt haben. Der kaum verhohlene Tenor bei beiden: Ich bin so busy und habe Wichtigeres zu tun.

Sowas wird zumindest in meiner Filterbubble gerne geteilt oder wenigstens aufgegriffen. Jemand schreibt irgendwas auf Facebook über einen verspäteten Flieger oder Boardingprobleme und sofort überbieten sich die Businesskasper in den Kommentaren von wegen Senatorstatus wäre nichts mehr wert. Und wenn man den nicht aufweisen kann, wird eben irgendeine an den Haaren herbeigezogene Analogie zum Schienenverkehr herbeigezogen – nur um hierbei superbeiläufig seine Bahncard 100 ziehen erwähnen zu können. (Denn ja, es sind nahezu ausschließlich Männer.)

Egal wie Firmen auf Kritik reagieren, irgendjemand verlinkt sofort den Wikipedia-Artikel zum Streisand-Effekt. Und worauf sich die digitale Achso-Avantgarde ebenfalls allzeit einigen kann, ist das E-Mail-Bashing.

Dem modernen Sisyphus würde man keinen Stein mehr geben, damit er ihn auf ewig erfolglos einen Berg hinaufrollen muss. Stattdessen würde man ihm einfach eine Mail-Adresse geben und Inbox Zero verordnen.

So weit, so unterhaltsam Jan Tißler in seinem Upload Magazin. Daß dann aber nicht subtil zwischen den Zeilen, sondern dick und fett zwischen den Absätzen für den Upload-Newsletter geworben wird, scheint mir alles andere als ironisch gemeint. Aber wie gesagt, am schlimmsten sind die vier Kommentare unter dem Artikel. Hölle, das sind die Reaktionen der anderen.

beyonce

Übrigens heiße ich auf Snapchat nicht drikkes.

Was mit Medien

At first you loathe the teens, because you know nothing about them and think they’re idiots, beneath you. Then you love the teens because you figure out they are smarter than you, and you make peace with the death of your cultural relevance, because you know you’ll be in good hands. Finally, you recognize the shape of the adults they’ll become, corrupted by money and vanity and hubris just like everyone else.

The Secret Lives of Tumblr Teens | New Republic

Neues aus

The company built a set, specifically designed for vertical videos, that’s roughly 15 percent skinnier than a standard set and has cameras turned on their sides. Tastemade still has to fill up the other platforms, so it shoots the rest of its videos horizontally on high-resolution cameras, while keeping the action in the middle third of the screen so the footage can also run on Snapchat. TV monitors in the studio are marked with black tape that shows the Snapchat version’s frame. Afterward, segments are edited into multiple cuts: vertical for Snapchat, square for Instagram and Facebook, horizontal for YouTube and Apple TV.

How Snapchat Built a Business By Confusing Olds | Bloomberg Business