Note KW 32/17

Die regelmäßigen Linksammlungen Woche für Woche zu posten, habe ich seit einiger Zeit aufgegeben. Das schließt aber selbstverständlich nicht einzelne Zitate aus, wenn es denn etwas dazu zu kommentieren gibt. Deshalb möchte ich Euch den „Fauxpas Nr. 3“ nicht vorenthalten, auch wenn der Artikel auf STYLEBOOK schon mehr als ein paar Tage älter ist.

Zum Abschied aus Polen am Mittwochmorgen entschied sich Kate für ein blaues Spitzenkleid mit passendem Mantel ihrer britischen Lieblingsdesignerin Catherine Walker, das sie überraschenderweise auch trug als sie in Berlin landete. Es wundert kaum, dass das Outfit die Reise nicht ganz unbeschadet überstand. Als William und Kate auf Angela Merkel trafen, hielt ein Fotograf fest, was eigentlich nicht sein sollte: Der Mantel wies auf der Rückseite große, lange Knitterfalten auf, die Kates Stylistin eigentlich hätte problemlos mit einem Steamer oder einem Reisebügeleisen entfernen können.

Seit beim Stern das „Blaublüter-Bulletin“ seine Eigenständigkeit verloren hat und die einzelnen Berichte nun in der Rubrik „Lifestyle“ aufgehen und Bunte auch für Royals statt auf das geschriebene Wort und Photos lieber auf Video-Content setzt, wird meine Adelsneugier nur noch selten gestillt.

Wo holen sich denn moderne Monarchiefans heutzutage ihr tägliches Update Klatsch und Tratsch? Es muß doch noch anderes als GALA.de und den Twitter-Account von Catrin Bartenbachgeben.

zündluder

Ich dachte immer, ich wäre der einzige, der Faber-Castell und Castrop-Rauxel verwechselt. Jetzt stellt sich dank des Investigativ-Journalismus von bunte.de/ heraus, daß es „tausenden“ genauso geht.

Bei Headlines wie „Estelle von Schweden – ganz verkuschelt mit ihrer bürgerlichen Cousine“ geht jedem Monarchisten das Herz auf. Wenn man die Emporkömmlinge allerdings zu sehr verhätschelt, werden sie schnell übermütig, wie man am Beispiel Kate M. sehen kann. Da reicht es dann trotzdem nur zur Huffington Post.

Spiel der Könige

Ich habe tatsächlich erst auf bento.de/ erfahren, daß man direkt im Facebook Messenger Schach spielen kann. Als App auf dem iPhone bin ich momentan bei Play Magnus gelandet. Smoothes Gameplay, cooles Design – aber hier wiederum haben sie Probleme mit dem Facebook-Sharing.

Glanz und Gloria

Nur für den Fall, daß noch irgendjemand an der Unangefochtenheit der GALA zweifelt. Überzeugen Sie sich jetzt durch Lektüre dieses Artikels über Sophie Prinzessin von Preußen: Vom großen Glück auch ohne Krone. Aber erlauben Sie mir, die wichtigsten Punkte noch einmal kurz zusammenzufassen.

  • Die Ehefrau des Urenkels des letzten deutschen Kaisers trifft sich für ein „privates Photoshooting“ mit GALA im Park von Sanssouci – ganz zufällig die Residenz der Hohenzollern.
  • Als es zwei Sätze später um den Anlaß für das Interview geht, ist von „privat“ keine Rede mehr. Sophie von Preußen hat die Schirmherrschaft für eine Berliner Ausstellung über die Frauen der Hohenzollern übernommen. Ein PR-Termin also.
  • Sätze wie „Wer sich ein wenig für Geschichte interessiert, kommt an der des Hauses Preußen, das Deutschland und Europa über viele Jahrhunderte geprägt hat, nicht vorbei.“ bleiben selbstverständlich unkommentiert.
  • Die Betonung, daß es sich bei der Verbindung von Sophie und Georg Friedrich um eine „sogenannte Sandkastenliebe“ handelt, steht in merkwürdigem Kontrast zu der Tatsache, daß der RBB drei Stunden lang die Vermählung des ranghöchsten deutschen Adelspaares übertragen hat, live kommentiert von Rolf Seelmann-Eggebert.
  • Getoppt nur noch von der lässig im nächsten Absatz fallengelassenen Tatsache, daß – im Gegensatz zur bürgerlichen Kate Middleton – die Heiratspolitik des Hauses Hohenzollern eine standesgemäße Verbindungen gestattet.
  • Überhaupt „spiele die Herkunft in ihrem Freundeskreis keine Rolle“, diktiert die Prinzessin der GALA. Sie trage sowieso lieber Hosen und der Besuch der Hochzeit von Fürst Albert und Charlène von Monaco sei eine Ausnahme gewesen.
  • Ahja – und noch einmal ohne Kommentar zitiert: „Überraschend normal, geradezu bürgerlich wirkt ihr Alltag, wenn man bedenkt, dass Georg Friedrich Kaiser wäre, wenn Deutschland nicht vor hundert Jahren die Monarchie abgeschafft hätte. Eine Möglichkeit, die der bescheiden auftretende Unternehmensberater stets weit von sich weist.“
  • Schön auch die Stelle kurz vor Ende, da Prinzessin Sophie bekräftigt „vor allem aus eigener Kraft etwas bewirken zu wollen“, nur im direkt im Anschluß mit „Seit ein paar Jahren bin ich im Stiftungswesen tätig“ zu Wort zu kommen.

Und man fragt sich, ob die ihre eigene Hochnäsigkeit nicht bemerken oder die Hochglanzregenbogenspanner unseres Lieblingsklatschblattes einfach keinen der Schuß mehr hören. Wie dem auch sei: Dank des Hinweises, die Oberhäupter des Hauses Hohenzollern hätten beide „Betriebswirtschaft studiert“, habe ich allerdings fast Mitleid mit dem Paar. Grandiose Leistung!

Derweil möchte Polly Toynbee die britische Monarchie nach dem Tod von Queen Elizabeth II. abschaffen. Pünktlich zum Thronjubiläum!

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